von Peter am 04.09.2015, 15:07 Uhr , Kategorie: Betriebsrat

KiKHoch her ging es im Juni auf der Güteverhandlung beim Arbeitsgericht Dortmund. Mehr als 100 KiK-Mitarbeiter erschienen persönlich, um sich mit dem vom Unternehmen gekündigten Betriebsrat Andreas Piezocha solidarisch zu zeigen (wir berichteten). Mangels einer Einigung der Parteien traf das Gericht nun die Entscheidung: Es stimmte der Ersetzung der vom Betriebsratsgremium verweigerten Zustimmung zur Kündigung von Piezocha zu. Der kämpferische Kollege aus dem KiK-Zentrallager in Bönen bei Unna unterlag also, zumindest vorerst, denn: So einiges spricht dafür, dass er Beschwerde gegen die Entscheidung zum Landesarbeitsgericht eingelegen wird. Das BR-Gremium wird das wohl ebenso tun.

„Kik dich doch selbst ins Knie, du Ramschrampe!“ – diesen in Richtung Arbeitgeber gerichteten Spruch postete Piezocha auf seiner öffentlich einsehbaren Facebook-Seite.
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von Ines am 20.07.2015, 14:44 Uhr , Kategorie: Betriebsrat

schmutzige SpringerstiefelBei der zur Zeit in weiten Teilen Deutschlands herrschenden Hitze können viele Menschen eins schlecht: schlafen! Für all die, und natürlich auch für alle anderen Interessierten, haben wir heute einen spannenden TV-Tipp.
Um Betriebsratsarbeit zu verhindern, geht so mancher Arbeitgeber „über Leichen“. Die Methoden reichen von Mobbing, Rufmord, Ausspähung des Privatlebens, Verleumdungen, Lügen, falsche Abmahnungen, erfundene Kündigungsgründe bis hin zu unrechtmäßigen Kündigungen. In der Dokumentation „Die Story im Ersten“ werden die Geschichten von drei Betriebsräten stellvertretend für viele erzählt. Es geht, wie der Titel der Reportage schon sagt, um Fälle von „Mobbing, Sabotage, Kündigung“. Berichtet wird über Menschen, die an ihrer Betriebsratsarbeit oder an dem Wunsch, Betriebsratsarbeit zu leisten, fast zerbrochen sind. Aber sehen Sie selbst: Heute, 22:50 Uhr, im Ersten.

Nachtrag: Die Dokumentation ist in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks abrufbar.

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Liest man die Studie der Otto Brenner Stiftung der IG Metall, könnte man fast davon ausgehen. „Union-Busting“ so heißt der Trend aus den USA, ist nun auch in Deutschland angekommen, so der „Spiegel„. Dabei geht es um die systematische Bekämpfung von Betriebsräten und Gewerkschaftsarbeit. Laut dem Pressebericht soll sich in Deutschland bereits eine ganze Industrie von Anwaltskanzleien, Detekteien und PR-Büros darauf spezialisiert haben, Arbeitnehmerrechte einzuschränken. Mit jeweils ganz unterschiedlichen Ansätzen:
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Normalerweise ist ein Arbeitnehmer, der von sich aus kündigt, zunächst einmal für drei Monate vom Arbeitslosengeld gesperrt. Ausnahme: Die Aufgabe der Arbeit geschah aus einem wichtigen Grund, siehe § 159 Abs. 1 SGB III. Das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz hat in seinem Urteil vom 26.06.2012 (L 3 AS 159/12) entschieden, das Mobbing ein wichtiger Grund in diesem Sinne ist. Eine Eigenkündigung wegen Mobbings darf daher nicht mehr in Bezug auf das Arbeitslosengeld sanktioniert werden.

Folgender Fall lag dem Landessozialgericht Rheinland-Pfalz vor: Eine Arbeitnehmerin hatte ihren Job gekündigt, da es aus ihrer Sicht zu „Mobbing“ gekommen war. Die „Angriffe“ auf sie seien auch nach einer Umsetzung weitergegangen. Die Bundesagentur für Arbeit verlangte später die Erstattung der Grundsicherungsleistungen für den Zeitraum der Sperrzeit, da sie insoweit ihre Hilfebedürftigkeit zumindest selbst grob fahrlässig und ohne wichtigen Grund herbeigeführt habe.

Die Richter sahen das anders: Ein sanktionsausschließender „wichtiger Grund“ für eine Arbeitsaufgabe sei nicht an den strengen Maßstäben zu messen, die im Sperrzeitenrecht der Arbeitslosenversicherung gelten, so das Urteil. Die Voraussetzungen liegen bereits vor, wenn den Betroffenen vernünftige und aus Sicht eines objektiven Dritten nachvollziehbare Erwägungen zum konkreten Verhalten – also zur Kündigung – veranlasst haben. Die Aussagen der Arbeitnehmerin über die wiederkehrenden Herabsetzungen durch Kollegen seien eine nachvollziehbare Veranlassung zur Arbeitsaufgabe.

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Wer sich gemobbt fühlt, muss den Arbeitgeber bei dessen Aufklärungsversuchen unterstützen. Greift ein Arbeitnehmer stattdessen zu Drohungen oder heimlichen Gesprächs- aufzeichnungen, muss dieser mit einer Kündigung rechnen, wie das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz mit Urteil vom 30.04.2012 entschied (Az.: 5 Sa 687/11). Das Gericht wies damit die Klage einer Sekretärin aus der Verlagsbranche ab.

Nachdem diese mehrfach gegen interne Anweisungen verstoßen hatte, wurde sie vom Geschäftsführer zu einem Personalgespräch geladen. Die ihr gegenüber erhobenen Vorwürfe nahm sie in dem Gespräch zur Kenntnis, ohne sich dazu zu erklären. Allerdings beschuldigte sie mehrere Kollegen des Mobbings und der sexuellen Belästigung. Insbesondere warf sie den Kollegen vor, eine „Pornoseite“ ins Internet eingestellt zu haben. Die Seite mit dem Titel „Girls“ zeigte ein Portraitfoto von ihr. Beim Anklicken des Fotos erschien eine nackte Frau von hinten (Anm.: nicht die Klägerin). Auch auf Nachfrage hin weigerte sie sich aber, die von ihr erhobenen Mobbingvorwürfe weiter zu konkretisieren. Sie wurde deshalb unter Fortzahlung der Vergütung von der Arbeit freigestellt.

Unmittelbar nach dem Personalgespräch versandte sie eine E-Mail an den Verleger und Geschäftsführer der Beklagten mit folgendem Inhalt:
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von Ines am 29.08.2012, 09:51 Uhr , Kategorie: Allgemein, Mobbing

Nie war diese Zahl höher als heute. Mobbing verursacht nicht nur erhebliche gesundheitliche Beschwerden und persönliche Probleme bei dem Betroffenen, sondern auch hohe Kosten für das Unternehmen, in dem gemobbt wird. Experten halten die nicht-schlafende Konkurrenz und das immer rauer werdende Betriebsklima infolge des wirtschaftlichen Drucks auf viele Betriebe für hauptverantwortlich. Das berichtet die Techniker Krankenkasse in einer Pressemitteilung bezüglich einer europaweiten Studie von Eurofound.

Der zielgerichtete Terror kann zwischen Kolleginnen und Kollegen stattfinden, von Vorgesetzten ausgehen oder von Mitarbeitern, die ihre Chefs mobben. In etwa der Hälfte aller Fälle, so der Mobbingbericht der Bundesregierung, sind Vorgesetzte an diesen Prozessen beteiligt (wir berichteten). Wer gemobbt wird, leidet körperlich und psychisch. Am Anfang reagieren die Betroffenen mit Beschwerden wie Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und Verspannungen auf den Stress. Im fortgeschrittenen Mobbingstadium können dann ernsthafte Erkrankungen hinzukommen wie etwa Migräne, Angstzustände, Tabletten- oder Alkoholabhängigkeit, Depressionen und Herz-Kreislauf-Probleme.

Nicht selten sind Betriebsräte aufgrund ihrer Vertrauensstellung die ersten, die von einem Mobbing-Fall im Betrieb erfahren. Jetzt sind rechtliches Know-how, starke Motivation, und jede Menge Sozial- und Beratungskompetenz gefragt. Seminare rund um das Thema Mobbing sind geeignete Maßnahmen, diese Fähigkeiten und Kenntnisse zu erwerben. Und: Hier erhalten sowohl Betroffene als auch Unterstützer die Zuversicht: Gegen Mobbing lässt sich wirklich etwas unternehmen.

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von Ines am 24.01.2012, 10:13 Uhr , Kategorie: Mobbing

Der Führungsstil von Vorgesetzten spielt eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Mobbing. Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie („Mobbing-Report“), die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht wurde. Danach werden hierzulande rund 1,5 Millionen Beschäftigte Tag für Tag an ihrem Arbeitsplatz gemobbt. Jeder neunte Arbeitnehmer wird im Laufe seines Berufslebens mindestens einmal Opfer von dauerhaften Benachteiligungen, Schikanen und Ausgrenzung.

In mehr als 50 % der Fälle ging laut dem Report Mobbing von Führungskräften aus bzw. fand unter ihrer Mitwirkung statt. Der „durchschnittliche Täter“ ist
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von Ines am 04.10.2011, 09:43 Uhr , Kategorie: Mobbing

Mobbing – Eines der größten Probleme an deutschen Arbeitsplätzen. Das hat inzwischen auch die Gerichte erreicht. Der Bundesgerichthof hat daher in seinem Urteil vom 09.03.2011, Az. IV ZR 137/10, entschieden, dass ein Versicherungsnehmer einer privaten Kranken- bzw. Krankentagegeldversicherung, Anspruch auf Zahlung von Krankentagegeld hat, wenn er aufgrund anhaltenden Mobbings arbeitsunfähig erkrankt ist.

Der Versicherer verweigerte dem Mobbingopfer zunächst diese Leistung, weil keine Arbeitsunfähigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen vorgelegen habe. Der Bundesgerichtshof entschied anders. Begründung:
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Mobbing, Frust und schlechte Führung sind leider in vielen Betrieben Allgegenwärtig. In Spiegel Online ist ein spannender Bericht über den grausigen Arbeitsalltag einer Buchhalterin zu lesen. Der Horror im Büro begann damit, dass die bisherige Kollegin der Buchhalterin zu ihrer Chefin wurde.

Dabei heißt es laut einer McKinsey-Studie, dass Frauen die besseren Führungskräfte seien, weil sie einfühlsamer und verständnisvoller als Männer sind. Häufig reagieren aber gerade Frauen besonders heftig, damit sie ein hartes Durchgreifen beweisen können, so die Psychologin Regina Michalik. Weiter führt sie aus, dass Frauen Kritik von anderen Frauen oft persönlich nehmen. Einem Mann würden sie
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von Peter am 08.04.2011, 13:40 Uhr , Kategorie: Betriebsrat, ifb intern, Mobbing, Seminare

Der Umgang mit Konflikten gehört zu den ureigensten Aufgaben eines jeden Betriebsrats. Bei innerbetrieblichen Auseinandersetzungen wurde die Rolle der Mitarbeitervertreter zuletzt immer wichtiger. Die Zahl der Konflikte nimmt kontinuierlich zu und das zieht weite Kreise: Mitarbeiter werden belastet, das Betriebsklima geschädigt, die Unternehmen kostet das alles sehr viel Geld!

Konflikte am Arbeitsplatz haben aber auch ihre guten Seiten. Thomas Hubert, Organisationspsychologe und Betriebsratsvorsitzender bei der ifb KG erläutert
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