Peer Steinbrück (SPD) setzt in seinem Wahlkampf auf das Thema Pflege und will diese umfassend reformieren. Dies berichtet unter anderem die Süddeutsche Zeitung.  Dafür sollen 125 000 Arbeitsplätze geschaffen werden, die dafür sorgen, die erheblichen Defizite in der Branche auszugleichen. Immerhin gibt es 2,5 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland – Tendenz aufgrund einer überalterten Gesellschaft rapide steigend. „Wir brauchen mehr Pflegepersonal, weil die Pflegebedürftigen mehr Zeit für Zuwendung brauchen“, so Steinbrück. Zu der Reform gehört auch der Plan, dass der Pflegeberuf insgesamt attraktiver wird, etwa durch bessere Bezahlung und geregelte Arbeitszeiten. Dass es immer weniger Fachkräfte  in der Branche gibt, hat sicher nicht wenig damit zu tun.

Darüber hinaus sollen ältere Menschen laut Steinbrück die Chance haben, so lange es geht in ihrem vertrauten Zuhause bleiben zu können – etwa durch altersgerechtere Wohnungen und mehr Betreuung vor Ort. Das sei bisher vernachlässigt worden und gehöre nun korrigiert.

Hier trifft Steinbrück wohl bei Vielen einen wunden Punkt. Denn wer wünscht sich das nicht: Umfängliche und liebevolle Pflege daheim, wo man sich wohl und sicher fühlt. Und: Selbst wenn das nicht mehr möglich ist, sind auch im Pflegeheim ausreichend Menschen, die schauen, dass es mir gut geht. Ein Märchen von Peerchen? Hoffentlich nicht. Hier werden Hoffnungen geweckt die, man mag fast schon sagen, Urängste betreffen. Denn die Horrorgeschichten, die wir von den Zuständen in manchen Heimen zur Genüge hören, lösen wohl bei allen von uns mehr als Unbehagen aus. In unserer Gesellschaft, wo viele Wähler ein Alter erreicht haben, in dem sich die Frage nach der Pflege aktuell stellt oder bald stellen kann, wird Steinbrück eine große Zielgruppe ansprechen, die er nicht enttäuschen darf.

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Die Bundestagwahl steht bevor. Am 22. September 2013 wird gewählt. Die häufig befremdlichen Sommer-Interviews des ZDF sind überstanden,  auch SPD-Kandidat Peer Steinbrück hat seinen Besuch im Studio des Bayerischen Rundfunks bei Intendant Siegmund Gottlieb ohne größere Blessuren hinter sich gebracht. Insofern wäre alles klar für die Wahl, oder?

Wissen Sie auch, was die großen und etablierten Parteien im Bereich Arbeitsrecht und Mitbestimmung für die nächsten vier Jahre geplant haben? Da man sich als gut beschäftigter Betriebsrat oder betrieblicher Interessenvertreter in seinem Tagesablauf nur peripher um die Wahlprogramme von politischen Parteien kümmern kann, hat sich der Betriebsrat Blog – wie schon vor vier Jahren – alles haarklein durchgelesen und wird in den nächsten Wochen einen hoffentlich hilfreichen Überblick erstellen. Kurz und knapp werden wir Ihnen sagen, welche abgefahrenen Ideen die Politiker diesmal auf ihre Wunsch- und Versprechenslisten geschrieben haben. Oder auch nicht, denn manchmal finden Inhalte einfach nicht statt. Wie auch immer: Vielleicht hilft Ihnen unsere Analyse ja ein wenig bei der Wahlentscheidung.

Wir starten in Kürze mit dem ersten Beitrag über das Wahlprogramm der Union CDU/CSU. Nostalgiker können bei Interesse hier in der Zwischenzeit nachlesen, was sich diese beiden Parteien 2009 im Vorfeld der letzten Wahl alles so haben einfallen lassen. Man erinnere sich: „Sozial ist, was Arbeit schafft“. Klingt gut, tut erst mal niemand weh, erweist sich bei näherem Hinsehen aber als verbale Abwandlung eines sprüchetechnischen Rohrkrepierers. Mal schauen, wie schlimm es diesmal wurde.

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