Werkverträge können eine feine Sache sein! Will ich, dass jemand was für mich tut, brauch ich ihn schließlich nicht gleich als Arbeitnehmer einstellen. Den Schreiner beauftrage ich, mir einen schönen Tisch zu machen. Der Gärtner pflanzt mir eine neue Hecke in den Garten. Wir vereinbaren dann für ein solches „Werk“, wie es juristisch heißt, einen Preis und wer dann letztlich wieviel pro Stunde verdient oder wie lange es insgesamt dauert, betrifft mich nicht mehr. Der Auftragnehmer kann am besten kalkulieren und ein entsprechendes Angebot machen. Ist mir das nicht attraktiv genug, verhandle ich nach oder wende mich an jemand anders. So funktionieren Werkverträge.

So weit so gut. Kritisch wird es aber, wenn Betriebe Werkverträge gezielt dazu einsetzen, um Lohnkosten zu drücken. Wie sieht sowas aus? Dazu ein kurzes Beispiel: Auf einem Schlachthof müssen täglich Rinder zerlegt werden. Anstatt nun Arbeitnehmer wie üblich
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Unternehmen finden hierzulande offenbar immer neue Tricks, um Billiglöhne zahlen zu können. Nachdem der Gesetzgeber tätig wurde, um den Mißbrauch der Leiharbeit einzudämmen („equal pay„), hat sich nun ein neues Modell branchenübergreifend etabliert, mit dem die Löhne auch weiterhin niedrig gehalten werden können: Die Scheinwerkverträge!

Dabei werden Werkverträge und Leiharbeit miteinander kombiniert. Wichtig: Bei einem Werkvertrag findet das equal pay-Prinzip, also „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, keine Anwendung. Wie das Modell genau funktioniert, hat das ARD-Magazin „Monitor“ vor kurzem in einem TV-Beitrag dargestellt. Zu Wort kommen dabei auch Gewerkschafter Rudi Lutz von der IG Metall aus Nürnberg, Siemens-Betriebsrat Rainer Tomaschko sowie Arbeitsrechts-Professor Peter Schüren von der Uni Münster.

Hier klicken, um zur Monitor-Webseite mit dem Video zu kommen

Link zu einer IG Metall-Webseite, die ebenfalls über das Thema „Scheinwerkverträge“ berichtet

von Peter am 02.02.2012, 17:49 Uhr , Kategorie: Allgemein

Am Donnerstag den 02. Februar bringt das ARD-Magazin „Monitor“ um 21:00 Uhr einen Bericht über sog. Scheinwerkverträge, die laut dem Titel der Sendung „das nächste Lohndumpingmodell der Arbeitgeber“ darstellen. Das Thema ist hochbrisant: Erst letzte Woche wurden diverse Geschäftsräume der Handelsunternehmen Kaufland und Netto von der Staatsanwaltschaft durchsucht, dabei sind waschkörbeweise Akten und Unterlagen beschlagnahmt worden. Mit Hilfe von Werkscheinverträgen sollen im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung Löhne massiv gedrückt und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen werden.