Das Kündigungsschutzgesetz ist für die meisten Arbeitnehmer eine prima Sache. Will der Arbeitgeber kündigen, so braucht er einen Grund. Einfach so geht nicht. Problem: Das Gesetz muss anwendbar sein. Und das ist nicht immer der Fall. Denn: Nach seinem § 1 Abs. 1 gilt es nur, wenn das Arbeitsverhältnis im selben Betrieb länger als 6 Monate bestand. Und ganz kleine Betriebe müssen auch noch auf den §23 KSchG achten. Aber der spielte hier keine Rolle.

Eine frühere Schlecker-Mitarbeiterin musste mit ihrer Kündigungsschutzklage bis zum Bundesarbeitsgericht. Die Kollegin arbeitete über 12 Jahre lang als Verkäuferin in einer saarländischen Schlecker-Filiale. Diese wurde zum 31.10.2009 still gelegt und geschlossen. Auf der anderen Straßenseite eröffnete unmittelbar danach ein neuer „Schlecker XL“-Markt. In einem Aufhebungsvertrag wurde geregelt, dass sie dort sofort ab dem 2.11.2009 als Leiharbeitnehmerin, offiziell beschäftigt bei einer dritten Firma, anfangen könne. Kurz danach wurde sie von Schlecker XL übernommen und erhielt einen neuen Arbeitsvertrag ab dem 1.2.2010. Am 7.7.2010 kündigte die Arbeitgeberin ordentlich zum 31.8.2010.

Die Kollegin erhob Kündigungsschutzklage und berief sich dabei auf das Kündigungsschutzgesetz. Dessen Anwendbarkeit stritt die Arbeitgeberin ab. Begründung: Das Arbeitsverhältnis habe zum Kündigungszeitpunkt noch keine sechs Monate bestanden. Somit brauche sie zum Kündigen keine Gründe, da das Kündigungsschutzgesetz nicht anwendbar sei.

Die Arbeitgeberin stellte eine einfache Rechnung auf: Vertragsbeginn erst am 1.2.2010, somit Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes nach sechs Monaten ab dem 1.8.2010. Kündigung erfolgte jedoch bereits am 7.7.

Die Schlecker-Frau kalkulierte anders.
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von Ines am 09.05.2011, 08:26 Uhr , Kategorie: Allgemein

Irgendwie ist kein Ende in Sicht: Die Gewerkschaften streiten sich schon eine gefühlte Ewigkeit mit Schlecker. Weil sie Namenslisten führt, ist die Drogeriemarkt-Kette Schlecker aktuell stark in der Kritik. Die Gewerkschaft Ver.di ist in Hab-Acht-Stellung und sieht darin ein Mittel, sich von missliebigen Mitarbeitern trennen zu können. Das berichtet kürzlich der Focus.

Nach Ansicht von Ver.di verstößt die Drogeriemarkt-Kette mit ihren Mitarbeiterlisten, die leider trauriger Alltag sind, zwar nicht gegen das Recht, aber gegen den Anstand. Schlecker selbst leugnet das Vorhandensein dieser Listen nicht und gibt als Grund dafür die Beurteilung von Beschäftigten an. Die Gewerkschaft sieht dahinter jedoch den Versuch, unter zweifelhaften Begründungen Mitarbeiter loszuwerden, die dem Management ein Dorn im Auge sind. Auffallend sei vor allem, dass hauptsächlich Betriebsratsmitglieder sowie ältere, gut bezahlte Arbeitnehmer auf den Listen stehen. „Das ist moralisch höchst bedenklich. Das hat nichts mit Mitarbeiterführung zu tun“, sagte der Ver.di-Landesfachbereichsleiter Handel, Bernhard Franke dem Magazin.

Auch nach Meinung von Betriebsräten markiert die Kennzeichnung der Namen mit zwei Daten
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von Peter am 19.01.2011, 16:05 Uhr , Kategorie: Leiharbeit

Man nennt es auch die „Lex Schlecker„: Bereits letzten Oktober hatten wir in unserem Beitrag „Lex Schlecker“ oder: Schluss mit dem Drehtüreffekt darüber berichtet, dass die Bundesregierung das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ändern will. Mit Hilfe einer neuen Regelung soll verhindert werden, dass Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer nur deswegen entlassen, um sie gleich darauf wieder neu einstellen zu lassen, dann jedoch als Leiharbeitnehmer und natürlich zu schlechteren Konditionen. Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf nun
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von Peter am 22.10.2010, 12:00 Uhr , Kategorie: Allgemein

Betriebsräte der Drogeriemarktkette Schlecker aus den Bezirken Mayen in Rheinland-Pfalz und Fürth/Herzogenaurach wurden mit dem Deutschen Betriebsräte-Preis 2010 ausgezeichnet. Mit ihren Projekten „Rote Karte für Anton Schlecker“ und „Beschäftigungssicherung/Tarifgerechte Bezahlung/Leiharbeit“ hätten sich die Betriebsräte in besonderer Weise für eine gerechte Bezahlung, Beschäftigungssicherung und faire Entlohnung von Leiharbeitern eingesetzt. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Dina Bösch würdigte bei der Preisverleihung das Engagement der Arbeitnehmervertreter gegen Lohndrückerei, Missbrauch von Leiharbeit und Tarifflucht.

Weitere Auszeichnungen erhielten
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von Ines am 05.10.2010, 08:55 Uhr , Kategorie: Allgemein

Die Bundesregierung will künftig verhindern, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter entlassen und umgehend zu schlechteren Arbeitsbedingungen als Leiharbeiter im Unternehmen wieder einstellen dürfen (Drehtüreffekt). Dies berichtet unter anderen die FAZ. Zu diesem Zweck legte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) jetzt einen entsprechenden Gesetzesentwurf vor. Grundsätzlich ist danach eine solche „Neueinstellung“ zwar auch weiterhin möglich. Allerdings muss der Leiharbeitnehmer mit vergleichbaren Arbeitnehmern im Unternehmen – insbesondere finanziell – gleichgestellt werden.

Mit einem solchen Drehtüreffekt-Vorgehen war die Drogeriemarktkette Schlecker vor einiger Zeit in die öffentliche Kritik geraten.
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von Peter am 31.08.2010, 08:53 Uhr , Kategorie: Datenschutz

Letzte Woche berichteten wir über die peinliche Datenpanne, die sich beim Drogeriediscounter Schlecker ereignet hat. Teile der Kundendatenbank waren für jedermann frei im Internet zugänglich, etwa 150.000 komplette Datensätze sollen betroffen gewesen sein. Über sieben Millionen Newsletter-Abonnenten konnten angeblich öffentlich eingesehen werden. Nun hat sich die Firma bei den Kunden dafür entschuldigt und möchte Wiedergutmachung leisten. Per E-Mail habe man jedem Betroffenen pauschal fünf Euro angeboten, als Einkaufsgutschein wohlgemerkt. Damit das Geld auch schön im Laden bleibt. Immerhin hat man sich überhaupt entschuldigt, was nicht zu erwarten war. Die Firma behauptet übrigens, Opfer
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von Ines am 27.08.2010, 11:06 Uhr , Kategorie: Datenschutz

Bei der Drogeriemarktkette Schlecker hat es eine Datenpanne gegeben, berichtet heute die Bild-Zeitung. Teile der Kundendatenbank waren bis gestern öffentlich übers Internet von jedem Computer aus zugänglich. Abrufbar waren 150 000 Datensätze von Schlecker-Online-Kunden mit Vor- und Nachname, Adresse, Geschlecht, E-Mail-Adresse sowie zusätzlich 7,1 Millionen E-Mail-Adressen von Newsletter-Kunden der Drogeriefirma. Aber damit noch nicht genug:
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von Thomas am 16.08.2010, 09:36 Uhr , Kategorie: Allgemein, Lohn und Gehalt, Teilzeit

In der Kategorie „bad news“ ist die Drogeriemarktkette Schlecker anscheinend Marktführer! Wie die Welt heute berichtet, will das Unternehmen seinen Mitarbeitern offenbar künftig keine Überstunden mehr vergüten, obwohl dies im geltenden Tarifvertrag so vereinbart ist.

Statt dessen gewährt Schlecker seinen Mitarbeitern für geleistete Überstunden künftig einen Freizeitausgleich. Weil aber die meisten Schlecker-Arbeitnehmer teilzeitbeschäftigt sind,
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von Peter am 08.06.2010, 12:44 Uhr , Kategorie: Allgemein

Denn kommt so etwas ans Tageslicht, kann es in Arbeitsgerichtsprozessen schon mal eng werden und bei manchem Arbeitgeber das Fass vielleicht endgültig überlaufen. Manchmal ist es einfach so: Kein Vorwurf scheint vor Gericht blöd genug zu sein, so denkt man schnell, wenn man sich vor Augen führt, was der Verkaufsstellenleiterin einer Schlecker-Filiale in Hersbruck (Nürnberger Land) passiert ist. Die 30 Jahre alte Kollegin kassierte in den letzten drei Jahren von ihrem Arbeitgeber insgesamt elf Abmahnungen. Die Vorwürfe lauteten: Verstöße gegen firmeninterne Anweisungen. So habe sie angeblich Verfallsdaten auf Produkten unzureichend kontrolliert und Waren falsch ausgezeichnet. Als Gipfel habe man ihr vorgehalten, dass sie anläßlich eines Gewinnspiels einen Luftballon in der Filiale „unprofessionell aufgeblasen“ habe. Ach ja, hab‘ ganz vergessen zu erwähnen: Die Arbeitnehmerin ist Betriebsratsmitglied!

Da klingelt es doch gleich wieder! Falsche Preisauszeichnungen, Verfallsdaten nicht beachet! Typische Anschuldigungen, wie man sie in ähnlicher Konstellation schon x-mal gehört hat. Der Anwalt der Betriebsrätin dazu:
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Das sind ja hammermäßige Nachrichten! Der Streit zwischen der Discounter-Kette Schlecker und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ist beigelegt, man hat sich auf einen Tarifvertrag für die rund 34.000 Beschäftigten in den AS-Filialen und in den neuen XL-Märkten geeinigt. Ab dem 1. Juli 2010 soll bundesweit für alle Arbeitnehmer nach dem Einzelhandelstarif Baden-Württemberg bezahlt werden, auch die Leiharbeit will man eindämmen. Was ist denn da passiert? Gerade Schlecker ist in den letzten Jahren zunehmend in die Kritik gekommen: Miserable Arbeitsbedingungen, ja fast schon Ausbeutung, so lauteten einige der heftigsten Vorwürfe. Zuletzt kam dann noch die Sache mit den XL-Märkten: Normale Filialen wurden geschlossen, Angestellte gekündigt, gleich nebenan wurde ein neuer „XL-Markt“ eröffnet, bei dem die gekündigten Angestellten über eine interne Leiharbeitsfirma wieder eingestellt wurden, natürlich zu wesentlich niedrigeren Bezügen. Skandalöse Methoden, anders konnte man das nicht mehr bezeichnen.

Schlecker scheint mittlerweile erkannt zu haben, dass man sich mit dieser Strategie
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