von Ines am 24.06.2014, 11:26 Uhr , Kategorie: Sucht

Die Bundesregierung will den Schutz vor Spielsucht erhöhen und die Glücksspielindustrie mit strengeren Vorschriften in die Schranken weisen. Verboten werden soll das so genannte Punktespiel, das in praktisch allen Geldspielautomaten in Deutschland installiert ist, berichtet u.a. der WDR. Dabei wird der eingeworfene Geldbetrag sofort in Punkte umgewandelt, womit alle gesetzlichen Regelungen zur Spieldauer, zum Höchsteinsatz oder zum Maximalverlust ausgehebelt werden. Das Spiel um Punkte ist nach Ansicht von Suchtforschern besonders gefährlich, weil die Spieler jeden Bezug zum Geld verlieren können.

Suchtberater freuen sich über die verschärften Auflagen und sehen sie als „wichtiges Etappenziel für den Spielerschutz“. Die Automaten-Branche beklagt dagegen nicht nur eine Überregulierungbis dorthinaus“. Ihrer Ansicht nach seien durch die neuen Regelungen auch Arbeitsplätze in der mittelständisch geprägten Automaten-Branche gefährdet. Denn: Süchtige würden nun noch stärker zum Glücksspielen ins Internet gelockt.

Nach der aktuellsten Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigten etwa 275.000 Personen ein problematisches Spielverhalten, während bei 264.000 Personen ein pathologisches Spielverhalten festzustellen sei. Etwa 75 bis 80 Prozent der Glücksspielsüchtigen sollen Automatenspieler sein.

Passendes Seminar zum Artikel: Verhaltenssüchte in der Arbeitswelt.

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Multitasking, Termindruck oder Arbeitsverdichtung werden in den letzten Monaten immer mit Schlagwörtern wie Burn-out oder Depressionen in Verbindung gebracht. Doch im Schatten dieser Krankheiten lauert stets ein Feind, der alles andere als unterschätzt werden sollte: Die Sucht. Der AOK-Fehlzeiten-Report 2013 hat jetzt erschreckende Zahlen veröffentlicht: Die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage, die durch die Einnahme von Suchtmitteln verursacht wurden, ist in den letzten zehn Jahren um rund 17 Prozent angestiegen, nämlich von 2,07 Millionen Fehltagen im Jahr 2002 auf 2,42 Millionen Fehltage im Jahr 2012. Alkoholkonsum und Rauchen sind laut AOK nach wie vor die Hauptursachen. Es entfallen fast 44 % aller suchtbedingten Fälle von Arbeitsunfähigkeit auf Alkohol.

Experten sehen aber auch einen Trend zu einer verstärkten Einnahme von leistungssteigernden Mitteln. Zur Bewältigung beruflicher Stresssituationen haben laut Befragung immerhin 5 % der Arbeitnehmer in den vergangen zwölf Monaten Medikamente wie beispielsweise Psychopharmaka oder Amphetamine eingenommen („Gehirndoping“). Die Dunkelziffer wird noch erheblich höher vermutet.

Laut AOK-Vorstand Uwe Deh ruiniert Sucht nicht nur die Gesundheit der Betroffenen sondern hat auch massive Folgen für die Wirtschaft. Danach sollen allein die Kosten von Alkohol- und Tabaksucht die deutsche Wirtschaft jährlich mit etwa 60,25 Milliarden Euro belasten. Denn: Arbeitnehmer, die mindestens eine Krankschreibung aufgrund einer Suchterkrankung aufweisen, sind im Schnitt drei Mal so lange krank wie Beschäftigte, die aus anderen Gründen krankgeschrieben werden. So fehlten Suchtkranke im vergangenen Jahr im Schnitt 92 Tage. Bei allen anderen Diagnosen habe die durchschnittliche Fehlzeit 31 Tage betragen.

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Seminare zum Thema:
Alkohol und Sucht am Arbeitsplatz Teil I – Die Grundlagen
Alkohol und Sucht am Arbeitsplatz Teil II – Maßnahmen und Konzepte
Alkohol und Sucht am Arbeitsplatz Teil III – Gespräche mit Betroffenen
Arbeit, Glücksspiel, Internet: Verhaltenssüchte in der Arbeitswelt
Krankheitsbedingte Fehlzeiten: Ursachen, Folgen und Lösungsmöglichkeiten

 

von Ines am 11.10.2011, 14:24 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Zunehmender Leistungsdruck wohin man auch blickt. Mit erschreckenden Folgen. Ob Schule, Ausbildung oder Beruf: Immer mehr Menschen sind offensichtlich bereit, ihrer Leistungsfähigkeit mit Medikamenten auf die Sprünge zu helfen. Antreiber sind meist der Wunsch, besser sein zu wollen als die anderen oder auch eine ständige Überforderung in der zur Verfügung stehenden Zeit.

Rechtzeitig zum diesjährigen Welt-Anti-Drogentag berichtet die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in einer Pressemitteilung von diesem gefährlichen neuen Trend anlässlich einer repräsentativen Umfrage der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK): Ca. 2 Mio. Beschäftige im Alter von 20-50 Jahren (5 % der Befragten) gaben hier an, als Gesunde schon einmal leistungssteigernde und stimmungsaufhellende Medikamente eingenommen zu haben. Ca. 800.000 Beschäftigte (2 % der Befragten) gaben an, dass sie sich regelmäßig und sehr gezielt „dopen“.
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von Ines am 15.12.2010, 19:29 Uhr , Kategorie: Allgemein

Haben Sie letzten Sonntag „Tatort“ gesehen? Dort ging es um einen im wahrsten Sinne des Wortes hochprozentigen Mordfall. Der unbeliebte Personalleiter der städtischen Verkehrsbetriebe wurde erschlagen. Probleme hatte er vor allem mit einer alkoholkranken Mitarbeiterin. Diese hatte bereits ihre dritte Abmahnung erhalten, da sie wiederholt betrunken zum Dienst erschienen war. Als so ganz nebenbei herauskommt, dass auch einer der Kommissare früher ein Alkoholproblem hatte, ist klar: Der Tatort schildert zwar in erster Linie einen Kriminalfall, wagt aber gleichzeitig einen Seitenblick auf unsere Suchtgesellschaft.

Zurück in die Realität – und da gibt es wenig positive Überraschungen: Im Jahrbuch Sucht 2010 vom DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen eV.) wird es erneut bestätigt: Der Suchtmittelkonsum in Deutschland ist auf extrem hohem Niveau! Dementsprechend sieht es in den Betrieben aus. Experten sagen:
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von Ines am 18.10.2010, 10:40 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz, ifb intern

Die Treffen der ifb-Arbeitskreise Sucht im 2. Halbjahr stehen kurz bevor. Ein guter Anlass, Ihnen diese Institution einmal kurz vorzustellen. Zunächst: Was verbirgt sich hinter den Arbeitskreisen? Sucht am Arbeitsplatz ist ein äußerst wichtiges Thema, aber leider nach wie vor ein Tabu. In vielen Betrieben wird noch immer einfach weggeschaut, alles verharmlost und stillschweigend toleriert. Genau hier setzen unsere Arbeitskreise an. Sie wollen Mut machen, Suchtproblemen offen zu begegnen. Gemeinsam werden Konzepte entwickelt, um erkrankten Kollegen angemessene Hilfe zukommen zu lassen und ihre Arbeitsplätze zu sichern.

Die ifb-Arbeitskreise bestehen in erster Linie aus ehemaligen Teilnehmern der ifb-Seminare zum Thema Sucht. Aus einem Arbeitskreis sind mit der Zeit aufgrund des hohen Interesses zwei Gruppen geworden. Zweimal jährlich treffen sie sich
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von Peter am 08.07.2010, 10:58 Uhr , Kategorie: Burn-out, Gesundheitsschutz

Bislang dachte ich, man würde es dann letztlich schon irgendwie selbst merken, ob man burnout gefährdet ist oder nicht. Aber da ist wohl die Laienpsychologie mit mir durchgegangen. Möglicherweise merkt man es zwar, die Frage ist aber, ob man in einem solchen Fall dann persönlich noch irgendetwas vernünftig gestalten und für sich zum Positiven ändern kann. Nun ist ja eine Gefährdung immer erst eine Vorstufe. Wenn man als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin burnout gefährdet ist, so wird bestimmt vieles, das auf diesen Zustand hindeutet, im Bewusstsein aktiv ausgeblendet, die Wahrnehmung wird einem im Zweifel sicher nicht die richtigen Signale zuspielen. Und tut sie es doch, dann ist dieser Button „Ignorieren“ gleich wieder weggeklickt. Das ist wie mit den Anzeichen von Sucht: Da ist auch jeder davon überzeugt,
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