Hier stinkt es gewaltig zum Himmel! Immer wieder sorgt die Modekette Hollister für negative Schlagzeilen. Vor nicht allzu langer Zeit ließ Mike Jeffries, Chef des amerikanischen Mutterkonzerns Abercrombie & Fitch, verlauten, er wolle in seinen Läden nur dünne und schöne Leute („Ganz ehrlich, wir wollen die coolen Kids. Viele Menschen haben in unserer Kleidung nichts zu suchen.“). Aber nicht nur die Philosophie des Konzerns ist fragwürdig, auch die Arbeitsbedingungen lassen zu wünschen übrig.

Das neueste „Glanzstück“ bei Hollister: Jeder Mitarbeiter muss sich beim Gang zur Toilette von einem Mitglied des Wachpersonals begleiten lassen. Was skurril anmutet, ist für die Mitarbeiter bittere Realität. Die Unternehmensleitung begründete diese Maßnahme mit Vandalismus auf den Toiletten. Nun hat zumindest in Frankfurt der Betriebsrat diesem Elend ein Ende gesetzt. Der Betriebsrat hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Kontrollen beantragt. Das Arbeitsgericht Frankfurt bestätigte, dass ein für Dienstag angesetzter Gerichtstermin aufgehoben wurde. Eine endgültige Betriebsvereinbarung steht aber noch aus.

Die Einigung gilt nur für die Frankfurter Filiale. Allerdings sind die Arbeitsbedingungen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi in anderen Shops der Modekette nicht besser. Eine weitere Arbeitnehmervertretung gibt es Verdi zufolge bisher nur in Ludwigshafen. Das Problem: Viele – oft befristet – Beschäftigte hätten Angst, dass ihr Vertrag nicht verlängert wird, wenn sie sich im Betriebsrat engagieren.

Erst im April ging der Betriebsrat der Frankfurter Filiale in mehreren Fällen gegen den Arbeitgeber vor. Insbesondere ging es um flächendeckende Taschenkontrollen der Frankfurter Hollister-Mitarbeiter (wir berichteten). Bis zum Abschluss einer endgültigen Betriebsvereinbarung werden die Mitarbeiter dort nach einem „Würfelprinzip“ überprüft: Wer eine Vier würfelt, wird kontrolliert. Eine endgültige Einigung steht noch aus.

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von Susanne am 08.04.2013, 13:14 Uhr , Kategorie: Betriebsrat

Bevor man die Läden sieht, riecht und hört man sie schon: Süßlich-penetranter Duft wabert durch die Luft und laute Musik wummert aus den Boxen. Vor der Tür präsentieren durchtrainierte Surfertypen ihren Waschbrettbauch und begrüßen einen mit dem Standardsatz „Hey, what’s up? Welcome to the pier!“ in dem schummrig beleuchteten Laden. Sie werden dafür bezahlt, gut auszusehen. Sex sells! Einkauf als Kult – das ist die Masche von Hollister. Doch hinter den Kulissen des Tochterunternehmens von US-Konzern Abercrombie & Fitch glitzert es nicht ganz so schön, wie einem vorgemacht wird. Südkalifornische Leichtigkeit für alle? Weit gefehlt!

Der Betriebsrat der Filiale in Frankfurt geht gegenwärtig gleich in mehreren Fällen gerichtlich gegen Hollister vor: Es geht dabei um Taschenkontrollen bei Mitarbeitern und um permanente Videoüberwachung, aber auch um den erzwungenen Kauf der jeweils aktuellen Hollister-Kollektion als Arbeitskleidung. Bei den Taschenkontrollen haben sich der Betriebsrat und das Unternehmen inzwischen vor dem hessischen Landesarbeitsgericht geeinig – zumindest vorläufig.
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von Ines am 28.11.2012, 17:22 Uhr , Kategorie: Datenschutz

Arbeitnehmerdatenschutz statt Überwachung“, so lautet das Motto der ersten ifb-Fachtagung zum Datenschutz. Das rasante Wachstum an Technik im Betrieb führt dazu, dass Mitarbeiterdaten immer leichter und in immer größerem Umfang erfasst, gespeichert und ausgewertet werden können. Eine umfassende Leistungs- und Verhaltenskontrolle ist technisch längst möglich. Damit das in Ihrem Betrieb nicht passiert, müssen Sie als Betriebsrat auf der Hut sein. Aber was können Sie tun, um Datenmissbrauch zu verhindern?

Die Fachtagung „Der gläserne Mitarbeiter“ – bitte nicht verwechseln mit den gleichnamigen Seminaren – findet vom 23. bis 25. April 2013 in Berlin statt. Ihre Referenten und Gastredner bringen Sie auf den aktuellen Stand in Sachen Arbeitnehmerdatenschutz. Hier bekommen Sie Antworten auf wichtige Fragen. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich über aktuelle Trends und Entwicklungen zu informieren. Erfahren Sie, mit welchen gesetzlichen Neuerungen zu rechnen ist. Und: Freuen Sie sich auf ein spannendes Tagungsprogramm mit praxisnahen Workshops und vielseitigen Expertenvorträgen.