Angestellte des Bundesarbeitsministeriums sollen in ihrer Freizeit dienstlich nicht mehr gestört werden. Ausnahme: Wenn etwas „unaufschiebbar“ ist. Darauf haben sich Personalrat und Leitung des Hauses nach langen Verhandlungen geeinigt. Das berichtet unter andern die Süddeutsche Zeitung. Damit zieht das Arbeitsministerium mit den Autobauern Daimler und VW gleich (wir berichteten). Laut Süddeutsche gibt es inzwischen auch bei der Telekom, bei Eon, bei Puma und bei BMW ähnliche Beschränkungen.

Nach den neuen Regeln ist die ungeplante dienstliche Kontaktaufnahme nur möglich, wenn die zu erledigenden Aufgaben „unaufschiebbar“ seien, „den Charakter einer Ausnahmesituation“ hätten und nicht „bis zum nächsten Dienstbeginn“ warten könnten, so die Süddeutsche. Der Kreis der eingeschalteten Personen sei „so klein wie möglich zu halten“. Vorgesetzte müssten auf die „persönliche und familiäre Situation Rücksicht nehmen„. Für die Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit gelte „das Prinzip des geringstmöglichen Eingriffs in die Freizeit“. Chefs dürften Beschäftigte im Urlaub grundsätzlich nicht in Anspruch nehmen.

Für Ministerin von der Leyen war es wichtig, sich auf feste Regeln zum Schutz der seelischen Gesundheit zu verständigen und dass alle Mitarbeiter die Klarheit darüber haben, wann sie erreichbar sein müssen und wann nicht. Laut Spiegel Online ist von der Leyen selbst dafür bekannt, dass sie am Wochenende von ihren Mitarbeitern nur im Notfall angerufen werden möchte. Wohl den Vorgesetzten, die für ihre Mitarbeiter die gleichen Bedingungen und Voraussetzungen schaffen, die sie auch für sich selbst beanspruchen! Wie brauchbar und sinnvoll die neuen Vorschriften tatsächlich sind, wird sich jetzt in der praktischen Umsetzung zeigen.

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von Thomas am 02.02.2011, 16:09 Uhr , Kategorie: Frauen im Beruf

Eine gesetzliche Frauenquote soll es nach dem Willen von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) in der deutschen Wirtschaft nicht geben. Seit einigen Wochen wird dieses Thema heiß diskutiert, denn die Vorstandsetagen von deutschen Unternehmen sind nahezu reine „Männerclubs.“

Regierungschefin und Arbeitsministerin – beides Frauen – stehen sich nun mit unterschiedlichen Positionen gegenüber. Da aber die Kanzlerin die Richtlinien der Politik bestimmt, wird es laut dem Regierungssprecher erst einmal keine gesetzlich verordnete Frauenquote in der Wirtschaft geben.

Thomas