Das deutsche Arbeitsrecht hat seine Tücken. Richtig fies ist zum Beispiel das Antidiskriminierungsrecht: Überall lauern AGG-Fallen! Aber auch Arbeitszeugnisse zu formulieren ist nicht leicht. Fehler oder mehrdeutige Bemerkungen schleichen sich zu oft unbemerkt ein. Beides kombiniert kann jedoch richtig in die Hose gehen, wie folgende Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zeigt (Az.: 8 AZR 364/11):

Zu unserer vollsten Zufriedenheit“ stand in dem Zeugnis der Arbeitnehmerin – das ist ein glattes „sehr gut“! Es ist in der Praxis durchaus üblich, überaus gute Zeugnisse zu erstellen, selbst wenn viele Arbeitgeber das nicht immer so meinen. Warum? Entweder weil der Arbeitgeber die Beendigung des Arbeitsverhältnisses abmildern möchte, indem er mit einem guten Zeugnis für bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt sorgt  oder weil er sich schlicht und ergreifend Ärger vom Hals halten möchte. Denn wir wissen ja, dass ein Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein „wohlwollendes Arbeitszeugnis“ hat und dies im Zweifel gerichtlich durchsetzen kann. Dieses Vorgehen macht nun auch dem Arbeitgeber aus unserem Fall zu schaffen.
mehr »

Stellen Sie sich vor, sie bekommen ein Arbeitszeugnis, das jemand geschrieben hat, der Sie noch nie gesehen hat.

Was auf den ersten Blick ziemlich verrückt klingt, wird in der Arbeitswelt immer mehr zur Realität, wie Spiegel online berichtet.

Weil viele Personalabteilungen überlastet sind, lagert eine wachsende Zahl inzwischen das Verfassen von Arbeitszeugnissen an externe Schreiber aus. Diese fertigen dann das gewünschte Arbeitszeugnis an, ohne die zu beurteilende Person auch nur einmal gesehen zu haben.

Diesen sog. Ghostwritern reichen ein paar Stichworte
mehr »