von Susanne am 29.05.2013, 11:15 Uhr , Kategorie: Streikrecht, Tarifrecht

1100 € netto – das verdient ein Tierpfleger in Berlin. Eindeutig zu wenig, wie die Mitarbeiter von Tierpark und Zoo finden. Am vergangenen Sonntag legten sie deshalb ihre Arbeit nieder. Es ist der erste Streik in der Geschichte des Berliner Zoos seit seiner Gründung im Jahr 1844.

6,7 % mehr Gehalt fordert die Gewerkschaft Ver.di. Der Arbeitgeber hingegen – die Zoologischer Garten Berlin AG – will höchstens 1,5 % zugestehen. Die Löhne für Tierpfleger sind anscheinend gerade in Berlin ausgesprochen gering. Die Kollegen aus Leipzig zum Beispiel verdienen rund 1000 € (brutto) mehr.

Im Arbeitsrecht fristeten Zoos bislang ein kümmerliches Dasein, obwohl diese rechtlich gesehen eigentlich gar nicht uninteressant sind. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat beispielsweise schon vor Urzeiten entschieden, dass zoologische Gärten Tendenzbetriebe im Sinne des § 118 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BetrVG sein können, soweit sie dazu bestimmt sind, Erkenntnisse über Tierbiologie zu gewinnen oder Methoden der Arterhaltung zu erforschen oder zu entwickeln (BAG vom 21. Juni 1989 – 7 ABR 58/87). Aber das ist eine andere (und vor allem komplizierte) Frage. Neu ist auf jeden Fall, dass sich zoologische Einrichtungen nun mit Arbeitskampfmaßnahmen auseinandersetzen müssen.

Tierfreunde können übrigens unbesorgt sein. Nach Angaben des Zoos wurden die Tiere (die ja nun wirklich nichts dafür können) auch während des Streiks gefüttert und gepflegt. Das hatte auch die Gewerkschaft zuvor ausdrücklich zugesichert.

Bildquelle: © Marcel Schauer – Fotolia.com



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