von Thomas am 24.01.2011, 14:06 Uhr , Kategorie: Arbeitszeit, Tarifrecht, Urlaub

Beim Geld hört der Spaß auf – beim Urlaub übrigens auch!

Das beweist das druckfrische Urteil des LAG Düsseldorf vom 18.01.2011 (Aktenzeichen: 8 Sa 1274/10). Eine 24-jährige Kassiererin klagte, weil ihr laut dem einschlägigen Manteltarifvertrag für den Einzelhandel in NRW „nur“ 34 Urlaubstage zustehen, ältere Kollegen hingegen in den Genuss von 36 Urlaubstagen kommen. Eine offensichtliche Benachteiligung auf Grund des Alters, die nach § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) zu beseitigen ist.

Nach Ansicht der Richter gibt es keinen Grund, der einen höheren Urlaubsanspruch der älteren Arbeitnehmer rechtfertigt (§ 10 AGG). Insbesondere ließ das LAG das von der Arbeitgeberseite vorgebrachte Argument, dass mit der Altersstaffelung der Urlaubsdauer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert werde, nicht gelten. Völlig zu Recht, denn auch mit 20 Jahren kann man schon Familie haben.

Die Urlaubsstaffelung im Tarifvertrag stellt daher eine unzulässige Altersdiskriminierung dar, die umgehend zu beseitigen ist.

Eine freudige Nachricht für die junge Kassiererin: Ihr stehen nun auch 36 Urlaubstage zu. Die Sache bleibt aber spannend: Denn laut LAG soll das Bundesarbeitsgericht das letzte Wort haben.

Thomas



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