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„Tarifpause“ bei Karstadt

[1]Fünf Betriebsräte aus jeder Karstadt-Filiale waren zum außerplanmäßigen Treffen in die Düsseldorfer Firmenzentrale eingeladen – in der Summe rund 300. Ein „Krisentreffen“ sollte es nicht sein, viele anreisende Mitarbeitervertreter werden sich da nicht so sicher gewesen sein. Und dann ging es auch hoch her: Karstadt-Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz erklärte in der Versammlung, dass der Konzern für einen Zeitraum von zwei Jahren aus der Tarifbindung aussteigen werde. 24.000 Beschäftigte seien damit für diesen Zeitraum von Tariferhöhungen ausgeschlossen. Begründung der einschneidenden Maßnahme: Dies sei für eine vollständige Gesundung des Unternehmens nötig!

Die Versammlung verlief turbulent [2]: Nach Teilnehmerangaben verließ ein Drittel der 300 anwesenden Betriebsräte vorübergehend den Raum. Fragen sollten zuerst nur schriftlich eingereicht und verlesen werden. Nach heftigem Protest durften die Betriebsräte ihre Fragen dann doch selbst stellen. Da war die Atmosphäre sicher zum Zerreissen gespannt.

Die Gewerkschaften sind empört und sprechen von einem Skandal. Verdi-Vorstand Stefanie Nutzenberger betont, dass es sich schon wieder um eine Fehlentscheidung des Karstadt-Managements handle. Die Beschäftigten hätten bislang zahlreiche Belastungen auf sich genommen, in der Summe über 650 Millionen Euro durch Verzicht auf Weihnachts- und Urluabsgeld sowie Tariferhöhungen. Damit leisteten sie ihren Beitrag zur Sanierung des Konzerns. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen investiere dagegen „so gut wie nichts“.

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Foto: © Wittelsbach bernd – iStockphoto