Auch wenn Arbeitnehmer laut Tarifvertrag zur Nachtarbeit verpflichtet sind, können sie ein Recht auf einen Tagesarbeitsplatz haben. Der Arbeitgeber darf die Versetzung in die Tagschicht nur dann ablehnen, wenn er nachweisen kann, dass dringende betriebliche Gründe gegen diese Maßnahme sprechen. Das entschied das Arbeitsgericht Freiburg (Urteil vom 24.11.2009, 7 Ca 218/09).

Eine Mitarbeiterin, die in einem Drei-Schicht-Modell arbeitete und auch nachts eingesetzt wurde, wollte dauerhaft in den Tagdienst wechseln. Ihrer Ansicht nach war es für ihre Tätigkeit in der Produktion nicht nötig, in so einem Modell zu arbeiten. Außerdem gab es im Betrieb eine Betriebsvereinbarung, die einen Einsatz außerhalb dieses Modells ausdrücklich zuließ. Mit der Forderung, auf einen Tagesarbeitsplatz versetzt zu werden, zog sie vor Gericht.

Mit Erfolg. Eine solche Versetzung ist zwar grundsätzlich nur dann möglich, wenn es auch einen passenden Tagesarbeitslatz gibt, so die Richter. Außerdem dürfen dem Wunsch der Beschäftigten keine dringenden betrieblichen Erfordernisse entgegen stehen. Solche Hindernisse muss der Arbeitgeber aber nachweisen können. Dies ist ihm in diesem Fall nicht gelungen. Außerdem gab es ja da noch die Betriebsvereinbarung, die eine Tätigkeit außerhalb des Modells erlaubte. Der Arbeitgeber muss im Ergebnis nach dieser Gerichtsentscheidung der Versetzung zustimmen. (Quelle: Rhein Zeitung)

Ines



Dieser Beitrag wurde am Montag, 28. Februar 2011 um 07:55 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Tarifrecht abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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