von Peter am 23.04.2009, 17:33 Uhr , Kategorie: Kurzarbeit, Wirtschaftskrise

Man liest derzeit viel über Kurzarbeit, vielleicht ist man auch schon davon betroffen, viele Firma denken bereits darüber nach, andere haben sie schon eingeführt: Siemens zum Beispiel hat aktuell 12.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit und will diese Zahl bis Juni auf 19.000 steigern. Bei Continental soll bis Ende April angeblich jeder zweite Beschäftigte in Kurzarbeit sein. Und das sind nur zwei Meldungen vom heutigen Tag.

Die Zahlen, die die Bundesagentur für Arbeit nun vorgelegt hat, beeindrucken und lassen einen erschaudern: Im März 2009 hatten bereits rund 24.000 Betriebe für 670.000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Seit Jahresbeginn kostete dies die Bundesagentur 260 Millionen Euro. Das ist über eine Viertel Milliarde. Allein 173 Millionen davon entstanden nur im März. Trend: stark steigend. Eine wahre Kostenexplosion. Wo soll das hinführen? Die Regierung plant nun, die Förderung des Kurzarbeitergeldes auszuweiten, zum Beispiel durch eine Erweiterung von 18 auf 24 Monate. Aber wie lange geht der Plan noch auf, die Arbeitslosigkeit mit Hilfe der Kurzarbeit zu verzögern und zeitlich nach hinten zu verschieben, in der Hoffnung vom irgendwann kommenden Aufschwung abgefangen zu werden?

Noch ein Lesetipp: „Das Leben ist kurz“ –eine Reportage der taz, die sich mit dem Alltag eines Maschinenschlossers in Kurzarbeit beschäftigt. Diejenigen, die immer noch der Ansicht sind, Kurzarbeit wäre so was ähnliches wie Urlaub (und solche Meinungen gibt es durchaus), die sollten das mal lesen. Die anderen auch.

Peter



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