Das hat uns noch gefehlt: Die großzügigen Regeln zur Kurzarbeit retteten im Krisenjahr 2009 zwar viele Jobs. Aber jetzt kommt zum Jahresende eine sehr unerfreuliche Überraschung, wenn sich der Staat über das Finanzamt etliches von dem, was er gegeben hat, wieder zurückholen wird.

Betroffen sind hauptsächlich berufstätige Ehepaare. Das Problem besteht darin, dass Kurzarbeitergeld grundsätzlich steuerfrei ausbezahlt wird, sich jedoch aufgrund des sog. Progressionsvorbehaltes der persönliche Steuersatz erhöht. Als Folge davon werden etliche Empfänger von Kurzarbeitergeld bei der Einkommenssteuererklärung für 2009 Steuern nachzahlen müssen! Die Stiftung Warentest liefert folgendes Beispiel: Eine Ehefrau hat 35.000 Euro zu versteuerndes Einkommen und zahlt dafür 4.190 Euro Einkommensteuer. Bezieht der Mann in diesem Jahr 12.000 Euro Kurzarbeitergeld, erhöht sich das Einkommen auf 47 000 Euro und die Steuer auf 5.564 Euro. In diesem Fall müssten satte 1.374 Euro nachbezahlt werden!

Der DGB rät betroffenen Kurzarbeitern, bereits jetzt unbedingt Geld für die drohende Nachzahlung anzusparen, auch wenn es angesichts des durch die Kurzarbeit verminderten Einkommens sehr schwer falle.

Hier kann man nachrechnen: Link zum Progressionsvorbehalts-Rechner der bayerischen Finanzämter

Peter



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 11. Dezember 2009 um 15:49 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kurzarbeit, Wirtschaftskrise abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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