von Thomas am 04.03.2009, 15:14 Uhr , Kategorie: Wirtschaftskrise

Überall in den Medien hört man: Opel steht kurz vor dem Abgrund – ohne Staatshilfe ließe sich die Schließung der Werke in Deutschland nicht verhindern. Tausende Opel-Mitarbeiter würden in die Arbeitslosigkeit fallen.

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz reagiert allerdings noch relativ gelassen. Die Schließung von Fabriken sei ein Thema „das schon lange in der Diskussion ist“, sagt er trocken in einem Spiegel-Interview. Das sei alles „ein altes Szenario“. Gleichwohl ist er sich mit GM-Europa-Chef Forster darin einig, dass Opel dringenst Staatshilfen benötigt und zwar in Höhe von 3,3 Milliarden Euro.

Damit diese allerdings nicht dem US-amerikanischen Mutterkonzern GM zukommen und die Hilfe somit in Deutschland verpuffen würde, ist eine Abnabelung Opels von General Motors nötig. Nach Angaben des deutschen Opel-Chefs Demant resultiert die Misere bei Opel nämlich auch aus der finanziellen Verpflechtung mit dem Mutterkonzern GM.

Opel-BRV Franz befürwortet deshalb für Opel die juristische Form einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, besser noch eine Europäische Aktiengesellschaft, um eine Kapitalabwanderung in die USA zu verhindern.

Allerdings hält sich die Bundesregierung mit Finanzspritzen bisher zurück – und das auch aus guten Gründen! Die Arbeitsplätze bei Opel zu sichern hat zwar höchste Priorität, jedoch darf nicht vergessen werden, dass auch alle anderen Autobauer von der Wirtschaftskrise betroffen sind und durch die Staatshilfen für nur einen Autokonzern im Wettbewerb klar benachteiligt würden. Dies könnte wiederum die Jobs von deren Arbeitnehmern gefährden.

Zudem schreien nun nach den Banken immer mehr Unternehmen nach Staatshilfen – es seien nur Schäffler und Schiesser genannt. Würde der Staat nun Opel helfen käme er deshalb in große Erklärungsnot, warum er nicht auch andere Unternehmen finanziell unterstützt.

Thomas



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