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Deutsche Bahn: Zugbegleiter dürfen falsche Namen tragen

Seit September dürfen die Mitarbeiter in den Fernzügen der Deutschen Bahn einen falschen Namen für die Uniform beantragen. Den Zugbegleitern in Regionalzügen hatte der Konzern dies schon im vergangenen Jahr erlaubt. Das soll laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn dem Schutz der Mitarbeiter vor aggressiven und gewaltbereiten Fahrgästen dienen, berichtet unter anderem die Süddeutsche Zeitung [1]. Konkrete Übergriffe im Zusammenhang mit Namen habe es zwar noch nicht gegeben, manche Fahrgäste drohen aber. Sprüche wie: „Ich finde dich“ seien an der Tagesordnung. Beleidigungen und Beschimpfungen nähmen generell zu.

Der wirkliche Sinn und Zweck dieser Aktion ist mir noch nicht so ganz klar. Wie soll ein fremder Name an der Jacke gegen Gewalt helfen? Warum lassen sie ihn nicht gleich ganz weg, wenn wirklich die Sorge besteht, dass ein Mitarbeiter aufgrund seines Namens ausfindig gemacht und bedroht wird? Treffen wir jetzt nur noch auf Bahnmitarbeiter mit falschem Namen? In der Konsequenz werden wir dann nicht nur auf Reisen den Pseudonamen begegnen. Denn: Muss sich nicht auch die Kassiererin bei Aldi davor schützen, dass ihr jemand – wegen ihres Namens – auf die Nase schlägt? Höchstens doch, wenn auf ihrem Schild steht „Michaela Haumichtot“, oder?

Ines