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Ein tierisch netter Kollege

Er ist ausgeglichen, freundlich, immer gut gelaunt und treu, der neue Kollege im Büro ? nur leider riecht er manchmal etwas streng. Aber das macht nichts, wir verzeihen ihm das ob seiner sonstigen guten Eigenschaften. Nein, nein, keine Angst, jetzt kommen keine Ratschläge, wie ihr euren Kollegen dezente Tipps zur Körperhygiene geben könnt. Denn der neue Kollege würde euch eh nicht verstehen, er ist nämlich ? ein Hund. Ein Hund im Büro, wo kommen wir denn da hin, wird nun der ein oder andere denken. Tatsächlich sind in den USA (wo sonst!) Haustiere im Büro in jeder fünften Firma willkommen. In Deutschland (wo sonst!) ist man Tieren am Arbeitsplatz gegenüber doch recht skeptisch bzw. in den meisten Unternehmen sind sie sogar verboten. Dabei soll laut einer amerikanischen Studie die Anwesenheit von Tieren dabei helfen, mit Stress besser fertig zu werden. Außerdem soll es sich positiv auf das Betriebsklima auswirken, kreativitäts- und produktivitätssteigernd sein.  Ein gelegentlich aufmunterndes Wuff hält dazu angeblich auch noch den im Arbeitsleben so oft gefährdeten Seelenfrieden aufrecht. Irgendwie kann man sich auch gut vorstellen, dass die Stimmung während einer Betriebsratssitzung vielleicht nicht ganz so angespannt ist, wenn unter dem Tisch ein Hund vor sich hin schnarcht und ab und zu mal an den passenden Stellen ein Stöhnen oder Seufzen von sich gibt. 
Aber viele Menschen reagieren auch zunehmend allergisch gegen Tierhaare oder haben ganz einfach Angst vor Hunden, egal ob groß oder klein. Muss man hier den Einzelnen nicht mehr berücksichtigen als das Betriebsklima und die steigende Produktivität? Wie soll man das alles unter einen Hut bekommen? Klar, für viele wäre das Leben wesentlich einfacher und entspannter, wenn sie ihr Tier mit zur Arbeit nehmen könnten. Und zahlreiche Kollegen im Betrieb finden das sicher spaßig und angenehm.  Aber ist der Hund erst mal im Haus, niest der Allergiker, auch wenn er zwei Stockwerke höher sitzt. Oder eine ängstliche Kollegin, traut sich nicht mal mehr zur Toilette, weil sie befürchtet, dem haarigen Genossen irgendwo im Haus zu begegnen. Kann eigentlich nicht sein, oder? Was meint ihr?
Liebe Grüße und Wuff

Ines