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Eyjafjallajökull und die Folgen auf die Arbeitnehmer-„Asche“

Eyjafjallajökull – ein schier unaussprechlicher Name mit großer Wirkung: Der isländische Vulkan legt derzeit in Europa den Flugverkehr lahm. Auch viele deutsche Arbeitnehmer sitzen fest und wissen nicht genau, wann sie wieder zur Arbeit gehen können.

Was passiert eigentlich mit dem Vergütungsanspruch, wenn man aufgrund des Flugverbots nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurückkehren kann?

Hier greift der Grundsatz „Kein Lohn ohne Arbeit“. Das heißt, ein Arbeitnehmer erhält keinen Arbeitslohn, wenn er zu den festgesetzten Arbeitszeiten nicht zur Arbeit erscheint. Der Arbeitgeber kann dann den Vergütungsanspruch entsprechend kürzen. Von diesem Grundsatz gibt es zwar Ausnahmen, wie Krankheit oder Urlaub, doch diese greifen im Falle einer Naturkatastrophe nicht. Denn es ist grundsätzlich Sache des Arbeitnehmers, wie er zu seiner Arbeitsstelle gelangt, er trägt das sog. Wegerisiko. Das heißt: kann ein Arbeitnehmer infolge von Verkehrsstörungen, wie Staus, Glatteis, Schneeverwehungen – auch ohne sein Verschulden – nicht bzw. nicht rechtzeitig zur Arbeit kommen, muss der Arbeitgeber für den Arbeitsausfall keinen Arbeitslohn zahlen.

Kann der Arbeitgeber den festsitzenden Arbeitnehmer abmahnen oder sogar kündigen?

Dies ist zu verneinen, da bei Reiseantritt nicht vorhersehbar war, dass die Rückreise problematisch wird. Eine Abmahnung  und insbesondere eine Kündigung wären in diesem Fall unverhältnismäßig.

Übrigens geht der Spuk wahrscheinlich weiter: Meteorologen gehen davon aus, dass der Vulkan weiter aktiv bleibt. [1]

Andrea