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Hat KiK die Vermögensverhältnisse seiner Mitarbeiter systematisch ausspioniert?

Datenschützer haben KiK schon länger auf dem Kieker, jetzt scheint sich der Verdacht zu erhärten: der Textildiscounter soll systematisch die Vermögensverhältnisse seiner Mitarbeiter auskundschaftet haben, um verschuldete Mitarbeiter zu entlassen, meldet Tagesschau online. [1]

KiK soll regelmäßig bei Fa. Creditreform nachgefragt haben, wie es so um die Vermögensverhältnisse seiner Mitarbeiter bestellt ist. Allein in den Jahren 2008 und 2009 in über 49.000 Fällen. [2]Diese Praxis ist schon seit längerem bekannt. Jetzt hat ein ehemaliger Bezirksleiter, Guido Halgestede, erklärt, dass diese Auskunft auch Auswirkungen auf das Schicksal der Mitarbeiter hatte. Seinen Angaben zufolge, wurden Mitarbeiter, die eine eidesstattliche Versicherung geleistet hatten oder bei denen das ein oder andere im Argen lag, gekündigt oder der befristete Vertrag wurde einfach nicht verlängert. Natürlich ohne die genauen Gründe zu nennen.

KiK zu den Vorwürfen gegenüber der ARD wie folgt Stellung genommen: „Das von Ihnen angeführte Verfahren wird bei KiK nicht mehr praktiziert“. Außerdem teilte KiK mit, „seit Oktober 2009 nicht mehr mit der Creditreform und auch mit keiner anderen Wirtschaftsauskunftei“ zusammenzuarbeiten. [1]

Die Staatsanwaltschaft, die wegen vergleichbarer Vorwürfe schon länger gegen den Textildiscounter ermittelt, wird dies bestimmt interessiert zu Kenntnis nehmen. Denn bislang konnte KiK  nicht nachgewiesen werden, dass verschuldete Angestellte ausgesiebt werden – das könnte sich jetzt ändern.

Andrea