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Paradebeispiel für schlechte Mitarbeiterführung

Wie man seine Mitarbeiter als Vorgesetzter nicht behandeln soll, hat unser Bundesfinanzminister [1]genau heute vor einer Woche eindrucksvoll zelebriert.

Als sich bei einer Pressekonferenz [2]herausstellte, dass den Journalisten noch keine Unterlagen ausgehändigt wurden, fährt Finanzminister Schäuble seinen Sprecher Michael Offer an: „Das habe ich gerade vor 20 Minuten noch gesagt: Es wäre schön, wenn die Zahlen verteilt werden.“ Und: „Herr Offer, reden Sie nicht, sondern sorgen Sie dafür, dass die Zahlen verteilt werden.“ Danach verlässt Wolfgang Schäuble den Raum. Als er nach ca. 20 Minuten wieder zurück kommt und sein Sprecher noch nicht da ist, fügt er hinzu: „Wir warten noch, bis der Herr Offer da ist. Er soll den Scherbenhaufen selber genießen.“

Ein paar Tage später bittet Herr Offer übrigens um seine Entlassung [3]. Eine Entschuldigung seitens des Finanzministers war bisher noch nicht zu hören.

Dieser Vorfall zeigt deutlich, was schlechte Mitarbeiterführung ausmacht: Arroganz, Abgehobenheit und mangelndes Einfühlungsvermögen. Statt sich schützend vor seinen Pressesprecher zu stellen, demütigt der Minister ihn vor der versammelten Presse.

Wer jetzt meint, dass Herr Schäuble ein Einzelfall ist, irrt. Auf Grund schlechter Führung [4]haben nach einer Studie bereits 20 Prozent der Arbeitnehmer innerlich gekündigt.

Thomas