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Sex-Mail als Dienstunfall

Schicken Sie auch manchmal Mails mit pikantem Inhalt an Ihre Kollegen? Das kann ungeahnte Folgen haben. So hat , berichtet die Süddeutsche Zeitung [1], beispielsweise das Düsseldorfer Verwaltungsgericht das Betrachten einer Sex-Mail durch einen Beamten als Dienstunfall gewertet (23 K 2535/07). Folgendes war passiert: Ein Vorgesetzter schickte seinen Angestellten eine Mail mit erotischem Inhalt. Einer der Betrachter war so geschockt, dass er vor Gericht ging. Er hatte sich nach Anschauen der „abstoßenden Darstellungen weiblicher Geschlechtsorganenicht mehr wohl gefühlt und meldete den Vorgang als Dienstunfall, durch den er eine psychische Erkrankung davongetragen habe.

Ein Sachverständiger bestätigte später, dass der Beamte, verursacht durch die Bilder, an einer Zwangsstörung leide, die sich in Zwangsgedanken äußere. Das Gericht erkannte den Vorfall daher als Dienstunfall an. In der Konsequenz muss das Land Nordrhein-Westfalen nun für sämtliche Behandlungskosten und Spätfolgen aufkommen.

Leider ist nicht bekannt, was eigentlich mit dem Vorgesetzten passiert ist. Hat es für den irgendwelche Konsequenzen gegeben? Sollte sicher ein Witz sein, mit der E-Mail. Aber – auch wenn es auf den ersten Blick etwas überspitzt erscheint mit der Wertung als Dienstunfall – bei bestimmten Dingen, hört eben irgendwann der Spaß auf.

Ines