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Unwohl: Arbeiterwohlfahrt überlistet Betriebsrat

Die Arbeiterwohlfahrt München (Awo) hat bis heute insgesamt mehr als 100 Arbeitnehmer aus ihrer Gesellschaft in einen Verein sowie in eine GmbH ausgegliedert. Ziel ist es, zu verhindern, dass mehr Betriebsräte freigestellt werden müssen. Das berichtet aktuell die Süddeutsche Zeitung [1]. Durch diese Umstrukturierung wird die Grenze von 1500 Mitarbeitern nicht überschritten, ab der ein weiterer Betriebsrat freigestellt werden könnte.

Es geht ums Geld! Ein freigestellter Betriebsrat kostet das Unternehmen 50.000 bis 60.000 Euro im Jahr, so Awo-Chef Jürgen Salzhuber in der Süddeutschen. Laut seiner Berechnung wären das bei vier freigestellten Betriebsräten in zehn Jahren zwei neue Pflegeheime. Aber nicht nur die finanzielle Belastung an sich beanstandet er, sondern auch die Ausnahmestellung der Awo gegenüber der Konkurrenz. Diese, genauer gesagt das Rote Kreuz, die Caritas und die Diakonie, müssen laut Zeitungsbericht weitaus weniger für ihre Betriebsräte zahlen. Denn: Die Awo ist ein sogenannter Tendenzbetrieb und für diesen gelten in der Tat andere Regeln.

Diese Sonderstellung der Awo – nicht deren Verhinderungsmaßnahmen – stößt auf grundsätzliches Verständnis, insbesondere bei der Gewerkschaft. Heinrich Birner [2], Geschäftsführer von Verdi München versprach, Gespräche unter anderem mit der Regierung von Oberbayern und der Stadt zu führen, um eine Lösung zu finden und um weitere, ähnliche Aktionen künftig abzuwenden.

Ines