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Arbeitgeber will „Ossi“ nicht einstellen

Die Deutsche Einheit ist nun schon seit über 20 Jahren vollendet und trotzdem muss sich ein Arbeitsgericht mit Spätfolgen beschäftigen! Anscheinend sind wir Deutschen immer noch nicht so recht zusammengewachsen: Ansonsten würde es nicht zu solchen arbeitsrechtlichen Prozessen kommen:

Wie die Süddeutsche Zeitung [1]letzten Freitag berichtete, hatte sich eine 49jährige Berlinerin in einem westdeutschen Unternehmen als Buchhalterin beworben. Allerdings nicht erfolgreich, denn sie erhielt die Bewerbungsunterlagen zurück. So weit nicht ungewöhnlich. Was den Fall aber interessant macht war der Umstand, dass der Arbeitgeber Kommentierungen auf den Bewerbungsunterlagen vorgenommen hatte. So standen handschriftliche Vermerke wie „Ossi“ und „DDR auf dem Lebenslauf. Das fand die Bewerberin natürlich nicht besonders witzig. Sie verklagte den Arbeitgeber auf Schadensersatz in Höhe von drei Monatsgehältern von je 1600,- € (§ 15 AGG). [2]Die Ablehnung verbunden mit solchen Kommentaren stellt nach ihrer Meinung eine Diskriminierung auf Grund ihrer „ethnischen Herkunft [3] dar. Der Gütetermin scheiterte.

Nun ist es am Arbeitsgericht zu prüfen, ob Ost- und Westdeutsche verschiedene Ethnien sind… Ich bin gespannt.

Thomas