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„Glaube keiner Statistik. Es sei denn, du hast sie selbst gefälscht.“

… so, meint der Bundesvorsitzende des DGB, Michael Sommer, laut eines Berichts von Spiegel-Online [1], sähe die Einstellung der Regierung zum Thema Arbeitslosen-Statistik aus. Unsere Vorzeige-Ministerin Frau von der Leyen muss sich derzeit vorwerfen lassen Statistik-Manipulation zu betreiben, damit die Regierung ihr Vorhaben, das Renteneintrittsalter auf 67 zu erhöhen, durchsetzen kann. Dass die Bekanntgabe der Arbeitslosen-Statistiken schon immer eine dreiste Schönmalerei für trübe Zustände ist, darüber wurde in diesem Blog schon öfter geschrieben. Beim Thema Renteneintritt mit 67 spitzt sich die Situation zu. Die Zahl der Arbeitslosen zwischen 60 und 65 hat sich in den letzen drei Jahren vervierfacht. Als „statistischen Effekt“ bezeichnet das die zuständige Ministerin. Grund dafür seien nicht etwa die schlechten Arbeitschancen für Ältere, sondern die Veränderung der rechtlichen Rahmenbedingungen, so seien beispielsweise die Altersteilzeit und die so genannte 58er-Regelung ausgelaufen, nach der sich über 58-Jährige unter bestimmten Voraussetzungen dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stellen mussten. Fraglich, ob ein Arbeitsloser um die 60 darin Trost findet, dass er jetzt ein statistischer Effekt ist. Es bleibt dabei: Unter den derzeitigen Bedingungen bedeutet eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 in der Realität eine Rentenkürzung, in diesem Punkt könnte der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer wohl richtig liegen. Alternativen? Herr Sommer wüsste eine: Alle Rentenbeiträge um 0,6 % erhöhen, das findet er zumutbar und damit ließe sich das derzeitige Renteneintrittsalter retten. Und außerdem hofft er auf die nächste Wahl: „Union und FDP werden von den Wählerinnen und Wählern die Quittung für ihre verfehlte Rentenpolitik erhalten.“

Renate