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Irgendwie ist es schon fast keine Überraschung mehr: Mit dem Wandel der Arbeitswelt nehmen die psychischen Belastungen zu. Und nach wie vor sind Erkrankungen wie beispielsweise Burnout oder Depressionen der zweithäufigste Grund für eine Krankschreibung. (Auf Platz 1 der arbeitsbedingten Beschwerden: Muskel- und Skeletterkrankungen). Doch die konkreten Zahlen verblüffen dann schon: Laut einem aktuellen Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat sich die Zahl der Arbeitnehmer, die wegen psychischer Leiden ausfallen, in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2007 fielen demgemäß 48 Millionen Krankheitstage an, 2017 waren es sage und schreibe 107 Millionen. Experten berechnen daraus Produktionsausfälle in Höhe von 12,2 Milliarden Euro. Das berichtet unter anderen die FAZ.

Die Ursachen für die vermehrten Krankschreibungen haben sich hingegen nicht großartig verändert. Die BAuA nennt zu viel Arbeit, zu wenig Zeit, überlange Arbeitszeiten, Schichtarbeit, unzureichende Möglichkeiten zur Erholung und eine ungeeignete Pausengestaltung. Auch Termin- und Leistungsdruck, Multitasking, häufige Unterbrechungen und ständige Erreichbarkeit fehlen nicht auf der Liste.

Übrigens schlägt sich das neue „Volksleiden“ nicht nur auf die Menge der Krankentage, sondern auch auf die Anzahl der Frühverrentungen nieder. 2017 mussten sich dem Bericht nach 71.300 Menschen wegen seelischer Probleme erwerbsunfähig melden und in Rente gehen. Psychische Leiden sind damit mit einem beträchtlichen Vorsprung der häufigste Grund für eine verminderte oder verlorene Erwerbsfähigkeit.

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Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 08. Januar 2019 um 14:13 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsmarkt, Arbeitsschutz, Burn-out, Gesundheitsschutz, Psychische Belastungen abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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