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Wenn Mensch und Roboter zusammenarbeiten: Betriebsrat im Zeitalter von Arbeit 4.0

Maschinenbauingenieure prüfen einen Schweissroboter
© HERRNDORFF-Fotolia

Für viele Arbeitnehmer in der industriellen Fertigung gehört die enge Zusammenarbeit mit Robotern schon heute zum Alltag. Aber auch in anderen Branchen wird die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) bald nicht mehr wegzudenken sein. Welche Auswirkungen hat der Einsatz von Robotern aber auf unsere Arbeitsplätze der Zukunft? Müssen wir mit zunehmender Überwachung durch den Arbeitgeber, Arbeitsentwertung, Kontrollverlust oder gar Verlust des Arbeitsplatzes rechnen? Oder sollten wir uns im Gegenteil darüber freuen, dass wir lästige, körperlich schwierige und eintönige Arbeiten in Zukunft dem mechanischen Assistenten überlassen können?

Im digitalen Zeitalter wichtiger denn je: betriebliche Mitbestimmung

Damit der Mensch in MRK nicht untergeht, ist die betriebliche Mitbestimmung bei der Einführung jeglicher MRK-Systeme besonders wichtig. Wie die Mitbestimmung dabei von Anfang an integriert werden kann, untersucht nun u.a. das Verbundprojekt „Kompetenz Montage – kollaborativ und wandlungsfähig.“ Nach einem Bericht des Bund Verlags [1] werden für dieses Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wird, von der Ruhr-Universität Bochum noch Partner aus der Industrie und interessierte Betriebsräte gesucht.

Ein MRK-Leitfaden

Eines der Ziele von „Kompetenz Montage“ ist die Entwicklung eines Leitfadens für Unternehmen und Betriebsräte. Dieser soll wichtige Orientierung geben, wenn im Betrieb neue Robotersysteme zum Einsatz kommen. Mit Unterstützung der IG Metall wird außerdem zusätzlich eine kommentierte Musterbetriebsvereinbarung erstellt: mit allen relevanten Aspekten der Mitbestimmung, von Arbeits- und Gesundheitsschutz bis zur Verhaltens- und Leistungsüberwachung. Eine wertvolle Hilfe für Betriebsräte, gerade wenn es um komplizierte Systeme geht, die ohne Fachkenntnisse schwer einzuschätzen sind. Bleibt zu hoffen, dass neue Arbeitsorganisationen auf diese Weise ganzheitlich und menschengerecht gestaltet werden können.