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Effektive Arbeitnehmer gelten bei Kollegen als faul

Es ist eine gute Sache, wenn sich Arbeitnehmer die Arbeitszeit nach ihren eigenen Wünschen einteilen können: Wer morgens als erster im Büro ist, darf am Abend auch als erster gehen. Lange schlafen heißt dann aber auch lange arbeiten. Schließlich muss nach dem Arbeitstag der Schreibtisch leer sein.

Effektiv arbeitende Kollegen, die morgens zeitig beginnen und abends früher nach Hause gehen, gelten bei ihren Mitarbeitern jedoch oft als faul. Klar, denn diejenigen, die erst gegen neun, halb zehn morgens das Büro betreten, haben ja auch nicht mitbekommen, dass der andere bereits seit halb acht am Schreibtisch sitzt.

Um dem zu entgehen, bleiben auch die Frühaufsteher oft länger. In unserer Arbeitswelt ist ein Trend zur Selbstausbeutung zu erkennen, wie der Psychologe und Unternehmensberater Prof. Michael Kastner im heute.de-Interview [1] klarstellt. Jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet mehr als 48 Stunden die Woche und verstößt damit gegen § 3 Arbeitszeitgesetz [2]. Hier ist auch der Betriebsrat gefordert, denn dieser muss nach § 80 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG [3] die Einhaltung der Arbeitnehmerschutzgesetze überwachen.

Zu viele Überstunden führen oft zu Krankheit, Burnout und Depressionen. Dem kann nur vorgebeugt werden, wenn es ausgeglichene Freizeitphasen zwischen der Arbeitszeit gibt. Spannung und Entspannung müssen sich nach Überzeugung des Psychologen regelmäßig abwechseln. Wer da kein Gleichgewicht hinbekommt, wird auf Dauer krank. Wichtig ist deshalb, dass man seine Freizeit auch als solche gestaltet und bewusst genießt. Das Blackberry hat hier nichts zu suchen. Man muss es mit gutem Gewissen ausschalten – seiner eigenen Gesundheit zu liebe.

Thomas