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Arbeitszeugnisse werden immer öfter von Ghostwritern verfasst

Stellen Sie sich vor, sie bekommen ein Arbeitszeugnis, das jemand geschrieben hat, der Sie noch nie gesehen hat.

Was auf den ersten Blick ziemlich verrückt klingt, wird in der Arbeitswelt immer mehr zur Realität, wie Spiegel online [1]berichtet.

Weil viele Personalabteilungen überlastet sind, lagert eine wachsende Zahl inzwischen das Verfassen von Arbeitszeugnissen an externe Schreiber aus. Diese fertigen dann das gewünschte Arbeitszeugnis an, ohne die zu beurteilende Person auch nur einmal gesehen zu haben.

Diesen sog. Ghostwritern reichen ein paar Stichworte und Notizen auf einem vorgefertigten Beurteilungsbogen aus und schon verfassen sie das vom Unternehmen gewünschte Arbeitszeugnis.

Gerade im vergangenen Jahr, in dem es krisenbedingt eine erhöhte Zahl von Massenentlassungen gab, hatten viele Personalabteilungen kaum Kapazitäten, um die zahlreich geforderten Arbeitszeugnisse zu verfassen. Da waren den Unternehmen die Serviceleistungen der Ghostwriter höchst willkommen: Ca. 35,- € im Schnitt und das gewünschte Zeugnis wird geschrieben.

Für den Arbeitnehmer ist nicht immer schlecht, dass ein Unbekannter sein Zeugnis geschrieben hat: Denn die Ghostwriter sind Experten auf ihrem Gebiet und erhöhen häufig die Qualität des Zeugnisses. Vorsicht ist aber trotzdem geboten, denn durch ihr Fachwissen verstehen sie es wunderbar auch Negatives in verschlüsselter Form einzubauen.

Thomas