- Betriebsrat Blog - https://blog.betriebsrat.de -

Erschreckend: Arbeiterkinder studieren kaum

Chancengleichheit in Sachen Bildung – in Deutschland ist dies leider keine Realität [1]. Während Kinder von Akademikern zu knapp Dreivierteln die Universität besuchen, absolvieren nur gut 25% der Arbeiterkinder ein Studium.

An mangelnder Intelligenz liegt das nicht! Es gibt ganz andere Ursachen für diese Misere: Zum einen ist das soziale Umfeld von Arbeiterkindern nicht immer positiv gegenüber einem Studium eingestellt. Oft bekommen die Betroffenen Sachen zu hören wie „Warum studierst Du denn? Geh lieber Geld verdienen“ oder „Ich habe auch nicht studiert und aus mir ist trotzdem was geworden.“

Zudem ist Hilfe vom Staat kaum zu erwarten. In Deutschland gibt es vergleichsweise wenig Stipendien. Stattdessen wird genau das Gegenteil praktiziert, indem einige Bundesländer teure Studiengebühren kassieren. Dies hält viele nicht betuchte Schulabsolventen von einem Studium ab.

Die Initiative Arbeiterkind [2]setzt sich vorbildlich für mehr Chancengleichheit in der Bildung ein, in dem sie zielgerichtet Kinder aus Arbeiterfamilien bei der Ergreifung eines Hochschulstudiums unterstützt.

Nach Expertenmeinung ist eine Förderung aber schon in frühen Kinderjahren wichtig, denn bereits in der Grundschule werden die Weichen für die spätere Ausbildung gestellt. Gerade bei der Bildung sollte unsere Gesellschaft investieren, denn diese ist unser größtes Kapital.

Wenn die Politiker dies begreifen, lässt sich vielleicht der nächste Fachkräftemangel vermeiden oder zumindest abschwächen.

Thomas