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Von der Leyen: Mehr Arbeitsschutz gegen Burn-out

[1]Endlich scheint es auch in oberen Kreisen angekommen zu sein: Arbeitsministerin Ursula von der Leyen kündigte an, sie wolle den Schutz vor psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zum Schwerpunkt der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) im nächsten Jahr machen. Hier ist geplant, Konzepte zu entwickeln, die ab 2013 in die Betriebe getragen werden sollen. Von der Leyen setzt dabei vor allem auf den Präventionsgedanken und auf einen Bewusstseinswandel in den Unternehmen. Schärfere Gesetze im Arbeitsschutz sind hingegen nicht geplant. „Wir sind in den letzten Jahrzehnten weit vorangekommen, um schwere körperliche Schäden durch Arbeit, etwa durch Fließbandarbeit, deutlich zu reduzieren. Das können wir bei den psychischen Belastungen auch schaffen,“ sagte die Ministerin der „Welt [2]“.

27 Milliarden Euros kostet die Behandlung oft langwieriger psychischer Störungen die Krankenkassen inzwischen im Jahr, so die „Welt“. Die Krankheitstage durch psychische Erkrankungen haben sich in den letzten fünfzehn Jahren fast verdoppelt. All das hat große Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Jeder dritte Frührentner scheidet inzwischen wegen einer psychischen Erkrankung aus dem Arbeitsleben. Von der Leyen: „Im Durchschnitt scheiden diese Menschen mit Mitte 40 (!) aus – für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft wird das richtig teuer.“ Es wird Zeit, dass dem Burn-out von politischer Seite der Kampf angesagt wird – und beim Bewusstsein in den Unternehmen anzufangen, ist wahrscheinlich nicht die schlechteste Idee…

Ines H.

Bildquelle: © Bundesministerium für Arbeit und Soziales