Rund 450 Douglas-Filialen gibt es in Deutschland. Und eine davon – die erste – hat seit einigen Wochen auch einen Betriebsrat.Come in and find out“ – das war gestern. Seit 2013 wirbt man mit dem Slogan „Your partner in beauty“. Genau das wird der neu gewählte Betriebsrat aber wohl eher nicht werden. Zumindest nicht im übertragenen Sinn!

18 Mitarbeiterinnen sind in der Filiale in Offenbach beschäftigt. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz wird sich somit zukünftig eine Kollegin als Betriebsrätin im sog. Kleinbetrieb um die Belange ihrer Kolleginnen kümmern. Die Wahl selbst verlief nach Angaben von verdi problemlos. Eine Behinderung habe es nicht gegegeben. Die Gewerkschaft erklärte, vor Ort gehe es vor allem um Fragen der Arbeitszeit sowie um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mehrere Beschäftigte hätten sich im Vorfeld der Wahl mit Fragen direkt an verdi gewandt.

Das Unternehmen verfasste eine Stellungnahme zur Betriebsratswahl. Darin hieß es, die Kolleginnen hätten nur von ihrem Recht Gebrauch gemacht, das ihnen natürlich zustehe. Und: Veränderungen, etwa bei Arbeitszeitmodellen, seien nicht geplant.

Ein ermutigendes Signal, wie gut es mitbestimmungsrechtlich auch in kleineren Filialbetrieben im Einzelhandel laufen kann! Wie man einen Betriebsrat gründet erfährt man hier.

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Erleidet ein Arbeitnehmer einen Arbeitsunfall, so hat er unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Verletztenrente. Diese wird von der gesetzlichen Unfallversicherung gewährt. Die Berechnung erscheint erst mal einfach. Nach den §§ 56 Abs. 3, 81 ff SGB VII bemisst sie sich nach dem Verdienst der letzten 12 Monate vor dem Arbeitsunfall. Das kann im Einzelfall Streitfragen aufwerfen.

So wie hier: Ein Fernfahrer wurde 2005 bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Er beantragte Verletztenrente. Die zuständige Berufsgenossenschaft (BG) legte bei der Berechnung einen Jahresverdienst von knapp 30.000 Euro zugrunde. Basis waren die Lohnabrechnungen.

In diesem Zeitraum erhielt der Kollege zudem steuerfreie Spesen in Höhe von 3.705 Euro sowie pauschal versteuerte Spesen in Höhe von 1.173,50 Euro. Der Grund dafür waren betriebliche Auswärtstätigkeiten. Diese Zahlungen wurden bei der Ermittlung der Höhe der Verletztenrente nicht berücksichtigt.

Der Fernfahrer war der Ansicht, diese Zahlungen müssten bei der Verletztenrente entsprechend berücksichtigt werden. Die BG hielt entgegen, die Spesenzahlungen seien lediglich Ersatz für erstattete Auslagen, aber kein Arbeitseinkommen.

Es wurde Beweis erhoben. Dabei stellten die Richter fest, dass der Kollege regelmäßig in seiner Fahrerkabine
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von Peter am 31.10.2014, 14:23 Uhr , Kategorie: Allgemein

Er gilt als der beste Freund des Menschen – aber da, wo der moderne Arbeitnehmer die meiste Zeit seines Leben verbringt, darf er oft nicht hin: Ins Büro.

So viele träumen davon: Ein eigener Hund. Wenn da nur nicht die Sache mit dem Arbeitsplatz wäre. Denn eins ist klar: Man kann das Tier tagsüber nicht einfach daheim lassen oder irgendwo abgeben. Die ideale Lösung – es kommt mit zur Arbeit. Nur: Habe ich darauf einen Anspruch? Wie ist die Rechtslage?

So mancher Betriebsrat kennt das: Ein Kollege wendet sich im Vertrauen an ihn. Man würde so gerne einen Hund anschaffen, aber darf ich den mitbringen? Bevor man groß den Chef fragt, komme man erst mal hierher.

Tiere am Arbeitsplatz – da gilt es, mehrere Aspekte zu beachten. Der erste und wichtigste ist die Rechtslage.
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von Peter am 29.10.2014, 16:16 Uhr , Kategorie: Allgemein

Dieses Thema ist zwar offtopic (was bedeutet, das es nicht so recht hierher gehört), aber möglicherweise für sehr viele Leserinnen und Leser extrem relevant. Wer seit Ende 2004 einen Verbraucherkreditvertrag abgeschlossen hat, kann unter Umständen Gebühren, die er dafür zahlen musste, von seiner Bank zurückfordern. Grund sind zwei neue Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 28.10.2014, in denen nun die wichtige Frage der Verjährung geklärt wurde.

In einem dieser Fälle schloss ein Kunde bei einer Bank mehrere Verbraucherkreditverträge ab. Für jeden einzelnen bezahlte er an das Kreditinstitut eine „Bearbeitungsgebühr inklusive Auszahlungs- und Bereitstellungsentgelt„. Insgesamt fielen so über 2.000 Euro an. Diese forderte er zurück. Die Bank hielt die Forderung zum Teil für verjährt. Zu Unrecht, meint der BGH. Bereits im Mai diesen Jahres entschied er, dass die Bearbeitung von Krediten keine Dienstleistung sei, für die eine Bank extra Geld verlangen dürfe. In den beiden Urteilen vom Oktober 2014 ging es nun um die Verjährung der Ansprüche.

Bislang war unklar, wann die Verjährung der Rückforderung beginnt. Nach Ansicht der Bundesrichter läuft diese nicht mit Auszahlung des Kredits an, sondern erst Ende 2011! Denn: Wegen der unsicheren Rechtslage war eine Klageerhebung unzumutbar und der Lauf der Verjährung somit gehemmt!

Konkret bedeutet das: Die Verjährung beträgt bei solchen Forderungen normalerweise
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von Peter am 22.10.2014, 15:30 Uhr , Kategorie: Allgemein

Chefs im Kontrollwahn? Vorgesetzte, die aus Langeweile Mitarbeiterbewertungen auspendeln? Abteilungsleiter, die im Meeting gerne die Seele baumen lassen? Gibt es solche Gestalten überhaupt?

Für die großen und wichtigen Fragen in der Arbeitswelt ist bei Spiegel Online Satiriker Matthias Nöllke zuständig, der gerne auch als Sachbuchautor eingeführt wird. Leider weiß man bei seinen Beiträgen nie so recht, ob man eher lachen oder weinen soll. Eins ist sicher: Liegt irgendwo im Büro ein Klischee rum, dann saugt Herr Nöllke es auf. Ist irgendwie sein Job.

So auch in diesem Artikel. Hier werden (unproduktive) Arbeitgeber beschrieben, die scheinbar nichts besseres zu tun haben, als den (produktiven) Mitarbeitern bei der Arbeit im Weg rumzustehen. Na bravo. Und wieder werden die „big points“ verschenkt. Denn wie sieht es in Wirklichkeit aus? Oder will das niemand wissen? Gibt es ihn, den nichtstuenden Johnny Controletti? Den Chef, der einem dauernd über die Schulter lurt, ob man auch ja genug für das viele Geld tut? Oder noch besser: Der am liebsten eine Kamera über dem Schreibtisch installieren würde. Dann kann man beim Zuschauen auch noch sitzenbleiben.

Gab es ihn je, diesen Controlletti? Also ganz pauschal gefragt. Denn pauschal ist alles, mit dem wir dienen können. Hier sind sich alle gleich. Der Spiegel und auch unsere Wenigkeit. Der Unterschied: Wir meinen, zumindest diese Zeilen hier, nicht ernst.

Tatsächlich wird man die unendlich vielen
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von Peter am 16.10.2014, 15:21 Uhr , Kategorie: Allgemein

Der wahre Horror im Arbeitsleben verbirgt sich hinter der meist unscheinbaren Tür des Büro-Kühlschranks! Öffnet man diese, blickt man in den Schlund der Hölle. Oder in das geheime Labor einer biologischen Forschungseinrichtung, spezialisiert auf die Suche nach neuen Lebensformen.

Es ist so schrecklich: Überfällige Lebensmittel schimmeln vor sich hin, ausgelaufene Flüssigkeiten verkleben die Abstellflächen und auf jeder zweiten Verpackung befindet sich ein Post-It mit dem Namen „Falentin“, „Frau Weinzierl“ oder „meins“. Manchmal ergänzt um den mit krakeliger Schrift geschriebenen Zusatz „Finger weg“, was die Kollegen vermutlich auf nach wie vor nicht aufgegebene Eigentumsrechte Dritter hinweisen soll.

Der Kühlschrank im Büro – hier einige oft gestellte Fragen:
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Wer hat das noch nicht erlebt: Der Kollege steht in der Tür und fragt „Du, darf ich dich um was bitten? Ich arbeite doch gerade an diesem Projekt. Könntest du vielleicht…?“ Ja was? Mir helfen? Mir Arbeit abnehmen? Mich bei etwas unterstützen? Na klar, genau darum geht es.

Einen hilfsbereiten Menschen zeichnet aus, dass er mit offenen Augen durch die Welt geht, unaufgefordert Hilfe anbietet oder leistet und seine eigenen Interessen dabei meist zurückstellt. Das gilt im privaten Leben wie auch in der Arbeit. Um letztere geht es hier. Gleich vorweg: Wir wollen nicht, dass Sie sich dem Arbeitgeber verweigern. Beim Nein-Sagen zum Chef gelten etwas andere Kriterien. Es geht hier um das Nein gegenüber Kollegen.

Die Situation ist nicht leicht. Sie weist einen recht einfachen aber knackigen Interessenkonflikt auf. Man wird von einem Kollegen um etwas gebeten und möchte diesem auch gerne helfen. Ja, wenn da nur nicht die eigenen Aufgaben wären, um die man sich immer noch primär zu kümmern hat. Denn selbst wenn der Chef nichts dagegen hätte, dass man einen Kollegen unterstützt (was nicht immer gesagt ist), möchte er sichergestellt haben, dass die eigenen Aufgaben erfüllt werden.

Oft spürt man regelrecht, dass man zum Kollegen „Nein“ sagen müsste. Aber man tut es nicht. Weil man nicht kann. Oder sich nicht traut. Die Folge: Die eigene Arbeit leidet und möglicherweise muss man nach Feierabend Überstunden schieben.

Das Problem: Nein-Sagen ist für viele nicht so leicht. Hier kommen drei Tipps, die einem ein „sanftes“ Nein-Sagen erleichtern sollen. Am Ende lässt sich
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von Peter am 23.09.2014, 11:44 Uhr , Kategorie: Allgemein

Begeisterung – welch cooles Wort. Aber was ist Begeisterung? Wie so oft versteht der eine dies darunter und der andere das. Ein Fußball-Fan begeistert sich anders als ein Briefmarkensammler. Gemein haben beide auf jeden Fall einen sehr speziellen Rausch der Gefühle. Wie aber begeistert sich der gemeine Angestellte? Und wie der Chef? Vom Betriebsrat mal ganz abgesehen (ein Tipp dazu ganz am Ende).

Vorsicht ist geboten, wenn der Vorgesetzte plötzlich mit Begeisterungsparolen auffällig wird. Vermutlich war er dann gerade auf einem Führungskräfteseminar. Vielleicht hat er aber auch nur etwas gelesen. Autor Mattias Nöllke hat gerade ein neues Buch geschrieben. „Ich will mich aber aufregen“ heißt es. In einem satirischen Beitrag für Spiegel Online lässt er zum Zwecke der Reklame ein paar Auszüge raus. Kennen Sie sowas: Betriebsklima auf Speed?

Puh. Nöllke weiß: Aus Begeisterung wird schnell Demütigung. Wird schnell Frust. Wird vielleicht Burn-out. Und was eh klar ist: Die einzig wahre Begeisterung kann es tatsächlich nur geben, sobald der Chef irgendwo auftaucht. Dann sollten die Anwesenden im Idealfall jubeln wenn nicht gar ausflippen und der Angejubelte wird
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Vorsicht, weil desaströse Diskriminierung: „Für unseren Kundendienst suchen wir einen engagierten und belastbaren Sachbearbeiter deutscher Herkunft (bis 30 Jahre).“ Derart miserable Stellenanzeigen werden zwar immer seltener, sterben aber nicht aus. Immer mehr Beschäftigte wissen: Ist eine Stellenausschreibung diskriminierend, kann man als abgelehnter Bewerber unter Umständen Entschädigungsansprüche nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geltend machen, § 15 Abs. 2 AGG. Dazu muss sich der Anspruch jedoch gegen den Arbeitgeber in spe richten. Was aber, wenn dieser nicht bekannt ist, weil eine Personalvermittlungsagentur zwischengeschaltet ist?

Folgender Fall: Ein berufserfahrener Betriebswirt bewarb sich online auf eine Stelle als Personalvermittler. In der Ausschreibung wurde darauf hingewiesen, dass Berufserfahrung von 1-2 Jahren gewünscht sei, der Karrierestatus für diesen Job wurde mit „Berufseinsteiger“ angegeben. Die Bewerbung selbst sollte an eine Firma namens „U GmbH“ gesendet werden. Der Kollege erhielt nach seiner Bewerbung eine Absage, allerdings von einer anderen Firma mit ähnlichem Namen. Da er sich persönlich diskriminiert fühlte, ging er gegen die Firma, von der er die Absage erhielt, juristisch vor. Dabei verlangte er unter anderem 16.000 Euro Schadensersatz nach AGG. Vor Gericht stellte sich heraus, dass die beklagte Firma, eine Schwesterfirma der tatsächlichen Arbeitgeberin, nur als Personalvermittlerin zwischengeschaltet war. Pech gehabt: Falsche Beklagte! Das Bundesarbeitsgericht wies die Revision zurück (Urteil vom 23.01.2014, Az. 8 AZR 118/13).

Wie setzt man seine Ansprüche nach dem AGG durch, wenn man auf die Bewerbung eine Absage erhält, diese als diskriminierend empfindet und
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von Peter am 15.09.2014, 16:02 Uhr , Kategorie: Allgemein

Mit Flashmobs erregt man im Normalfall immer eine gewisse Aufmerksamkeit, nur: Allein damit ist es meist nicht getan. Nun legt das Bündnis „Pflege am Boden“ nach. Bei der Vereinigung handelt es sich um einen unabhängigen  Zusammenschluss von Menschen, die in der Pflegebranche beschäftigt sind. Sie engagieren sich für eine Verbesserung der Zustände in ihrem Arbeitsumfeld. Neben den täglichen Herausforderungen, die die Arbeit mit alten und kranken Menschen mit sich bringt, werden sie mit Arbeitskräftemangel, zu niedriger Bezahlung und ganz allgemein fehlender Wertschätzung für ihren Beruf durch die Gesellschaft konfrontiert. Es ist ein Jammer! Daher auch das Bild, das in vielen Flashmobs symbolisiert wird: Teilnehmer legen sich auf den Boden. Das ist nicht schwer zu verstehen: Die Pflege ist insgesamt buchstäblich am Boden.

Nachdem vor wenigen Tagen wieder etliche Aktionen bundesweit durchgeführt wurden (Fotos hier bei Facebook), stellte das Bündnis jetzt auf seiner Webseite 10 zentrale Forderungen auf. Das Motto: „Für eine bessere Pflege in Deutschland“. Natürlich ist eine deutlich bessere Entlohnung für Pflegekräfte darunter, es geht aber auch um die Steigerung der Attraktivität des Berufsstandes, die unter anderem durch Mindestbesetzungen in Einrichtungen und Fachkraftquoten erreichbar wäre. Weitere Themen sind die indirekte Pflege, die Dokumentationspraxis, der Umgang mit pflegenden Angehörigen, die pflegerische Selbstverwaltung sowie bessere Ausbildung, Work-Life-Balance und Qualitätsprüfungen.

Das Aktionsbündnis wurde soeben für den Deutschen Engagementpreis 2014 nominiert, der im Dezember in Berlin verliehen wird.

Unser Tipp: Seminare für Betriebsräte in der Pflegebranche.

Bildquelle: © Foto Hannes – Pflege am Boden

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