von Christine am 21.10.2019, 15:47 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Europa
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Im September warnte die Automobilbranche vor den „erdbebengleichen Folgen“ eines ungeregelten Brexit. Die Sorge vor Zöllen in Milliardenhöhe und teuren Produktionsunterbrechungen ist groß – und lähmt den sowieso schon wirtschaftlichen schwächelnden Wirtschaftszweig. Auch alle anderen Branchen, die mit Großbritannien Geschäfte machen, sind verunsichert. Für viele Arbeitnehmer und Betriebsräte ist es ein banges Warten. Die Angst geht um, und noch immer ist ein „harter Brexit“ nicht vom Tisch.

Stand: 21.10.2019

Es sind nur noch 10 Tage bis zum 31. Oktober, dem Tag, an dem die „Scheidung“ von Großbritannien endgültig unter Dach und Fach sein sollte. Und immer noch ist gar nichts klar. Denn am Wochenende wurde eine weitere Brexit-Verschiebung aus London beantragt. Für diese Verlängerung gibt es bisher kein grünes Licht aus der EU. Aber auch der Vertrag, den der britische Premierminister Boris Johnson in letzter Sekunde ausgehandelt hatte, ist noch im Rennen.

Was weiter passiert, kann niemand sagen. Vier Szenarien sind aber weiter denkbar.


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Durststrecke in der deutschen Industrie: Der Anteil der Kurzarbeit ist deutlich gestiegen. Auf Betriebsräte kommen turbulente Zeiten zu.

Der Anteil der Kurzarbeit ist so hoch wie zuletzt auf dem Höhepunkt der Rezession 2012/13, berichtete gestern das ifo Institut. Das Arbeitsministerium plant mit einem neuen Gesetz, den Einsatz von Kurzarbeitergeld zu erleichtern.


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von Ines am 27.08.2019, 08:24 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Was würden Sie sagen, wenn eine gute Fee vorbei käme und es Ihnen ermöglichte, Ihren Traumjob zu basteln? Was wäre Ihnen das Wichtigste?

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Nicht ganz aber so ähnlich wurden im Rahmen einer Umfrage von Stepstone 17.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland gefragt. Die häufigste Antwort: Sie wollen einen Job, der Spaß macht. Aber was heißt das? Als Clown arbeiten? Narrenfreiheit in jeder Hinsicht? Kommen und gehen, wie es passt? Nicht wirklich. Die Auswertung der Studie hat drei Faktoren herausgefiltert, die den ultimativen Traumjob ausmachen: Freiheit, Sinnhaftigkeit und ein gutes Teamgefühl. Erfüllen Unternehmen diese Bedürfnisse, können sie nicht nur Top-Fachkräfte binden, sondern diese auch zu Bestleistungen motivieren. Lassen Sie uns anschauen, was all dies im Einzelnen bedeutet.


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von Christine am 13.02.2019, 15:54 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Familienfreundl. Betrieb, Gesetzesänderungen
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Haben wir bald alle einen Anspruch auf Homeoffice? Viele Betriebsräte kämpfen schon lange dafür, dass die Beschäftigten von zuhause aus arbeiten dürfen. Jetzt plant die SPD ein Gesetz zum Homeoffice. Aber es hagelt auch Kritik.


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Maschinenbauingenieure prüfen einen Schweissroboter
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Für viele Arbeitnehmer in der industriellen Fertigung gehört die enge Zusammenarbeit mit Robotern schon heute zum Alltag. Aber auch in anderen Branchen wird die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) bald nicht mehr wegzudenken sein. Welche Auswirkungen hat der Einsatz von Robotern aber auf unsere Arbeitsplätze der Zukunft? Müssen wir mit zunehmender Überwachung durch den Arbeitgeber, Arbeitsentwertung, Kontrollverlust oder gar Verlust des Arbeitsplatzes rechnen? Oder sollten wir uns im Gegenteil darüber freuen, dass wir lästige, körperlich schwierige und eintönige Arbeiten in Zukunft dem mechanischen Assistenten überlassen können?


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Irgendwie ist es schon fast keine Überraschung mehr: Mit dem Wandel der Arbeitswelt nehmen die psychischen Belastungen zu. Und nach wie vor sind Erkrankungen wie beispielsweise Burnout oder Depressionen der zweithäufigste Grund für eine Krankschreibung. (Auf Platz 1 der arbeitsbedingten Beschwerden: Muskel- und Skeletterkrankungen). Doch die konkreten Zahlen verblüffen dann schon: Laut einem aktuellen Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat sich die Zahl der Arbeitnehmer, die wegen psychischer Leiden ausfallen, in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2007 fielen demgemäß 48 Millionen Krankheitstage an, 2017 waren es sage und schreibe 107 Millionen. Experten berechnen daraus Produktionsausfälle in Höhe von 12,2 Milliarden Euro. Das berichtet unter anderen die FAZ.


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von Nicola am 14.12.2018, 09:30 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

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Eine traurige Meldung so kurz vor dem Jahresende. Laut Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes gab es in Deutschland 2018 so viele arme Menschen wie noch nie: 16,8 Prozent der Bevölkerung fallen unter die Armutsgrenze. Und das, obwohl wir in einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs und geringer Arbeitslosigkeit leben.

Was bedeutet „arm“?
Der Begriff „arm“ ist hier relativ zu verstehen: Ausschlaggebend ist der Vergleich zum mittleren gesellschaftlichen Einkommen. Als relativ arm gelten all diejenigen, die von weniger als 60% des mittleren Einkommens leben. So liegt die Armutsgrenze bei Single-Haushalten in Deutschland bei einem Einkommen von weniger als 1.086 Euro pro Monat und bei einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2.281 Euro.

Arm trotz Arbeit
Das Erschreckende an diesen Zahlen ist nicht nur die große Anzahl der relativ armen Menschen in Deutschland. Die Tatsache, dass ein Drittel dieser Menschen einer Arbeit nachgeht, also trotz Job an Armut leidet, ist fast noch besorgniserregender. Ein deutliches Zeichen, dass hier etwas schiefläuft. Werden wir in Zukunft in einem Land leben, in dem Geringverdiener zwei Jobs stemmen müssen, um immer höhere Mieten zahlen zu können? In dem Rentner, die jahrelang in das soziale System eingezahlt haben, sich ihren Ruhestand nicht mehr leisten können? In dem die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinanderdriftet?

Armut in der Breite bekämpfen
Die Politik hat das Problem erkannt, aber getan wird noch zu wenig. Was aber dabei herauskommt, wenn die Sorgen und Ängste der Menschen nicht ernst genommen werden, wissen wir: Eine Radikalisierung der Bevölkerung, die unterschiedlichste Formen annehmen kann. Von den lauten Protesten der Gelbwesten in Frankreich bis zum stillen Kreuz am Stimmzettel für Populisten.

Der Paritätische Wohlfahrtsverbund fordert eine neue Ausrichtung der Armutspolitik. Vor allem müsse „die armutspolitische Agenda…deutlich breiter werden“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. „Armut wird niemals in der Breite bekämpft werden können, ohne entsprechende Reformen in der Alterssicherung, ohne eine anspruchsvolle Arbeitsmarkt- und Mindestlohnpolitik und ohne einen Kinderlastenausgleich, der arbeitende Eltern zuverlässig vor Armut schützt.“

Als Betriebsräte kämpfen Sie jeden Tag für die Interessen der Belegschaft. Wie wichtig diese Aufgabe ist, zeigt nicht zuletzt dieser Bericht.

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Senior mit LaptopRecherchen für eine Antwort auf diese Frage haben ergeben: Es gibt keine Einigung darüber. An eine konkrete Altersangabe traut sich schon gar keiner ran. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) hat in ihrer Broschüre „Alles grau in grau?“ folgende Definitionen zusammengefasst: Nach der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gelten als ältere Arbeitnehmer diejenigen, die in der zweiten Hälfte des Berufslebens stehen, das Rentenalter noch nicht erreicht haben sowie gesund und leistungsfähig sind. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit hingegen sieht eine fließende Grenze zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, ab der ein Arbeitnehmer als älterer Beschäftigter bezeichnet wird. Ganz anders definiert der Wuppertaler Kreis e.V., Bundesverband betriebliche Weiterbildung, den älteren Beschäftigten: Für sie ist das eine Personengruppe, die im Erwerbsleben bzw. auf dem Arbeitsmarkt mit altersbedingten Schwierigkeiten bzw. Risiken konfrontiert ist, weil entweder tatsächlich oder vermeintlich von einer bestimmten Altersgruppe ab die berufliche Leistungsfähigkeit abnimmt.

Wird es in Zukunft vielleicht eine eigene Interessenvertretung für diese Zielgruppe geben? So wie für die Jugendlichen und Auszubildenden die JAV die Vertretung für ältere Arbeitnehmer (ÄAV). Drüber nachdenken könnte man ja mal, wo doch der Altersdurchschnitt in den Belegschaften immer weiter nach oben rückt. Bis dahin entscheiden Sie selbst, ob sie jung, älter oder alt sind – und ob das überhaupt wichtig ist.

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von Ines am 13.04.2017, 16:01 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Chef schreit per Megaphon kleinen Mitarbeiter an In Zeiten guter Wirtschaftslage und mangelnder Fachkräfte wird das Thema Mitarbeiterbindung bei vielen Arbeitgebern schon seit einiger Zeit groß geschrieben. Umso erstaunlicher, was das Beratungsunternehmen Gallup herausgefunden und im „Engagement Index 2016“ veröffentlicht hat. Nach der Untersuchung liegt trotz der Bemühungen der Unternehmen der Anteil der Mitarbeiter, die eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber haben und infolgedessen mit „Hand, Herz und Verstand“ bei der Arbeit sind, lediglich bei 15 %. Ebenso viele Arbeitnehmer sollen innerlich bereits gekündigt haben. 70 % der Beschäftigten sind gefühlsmäßig nur gering gebunden und machen gerade einmal Dienst nach Vorschrift, so die Pressemitteilung des Unternehmens. Schuld daran soll in erster Linie das Führungsverhalten des direkten Vorgesetzten sein.

Eine große Herausforderung für die Unternehmen. Denn: In Sachen Führungsqualität liegen die Wünsche der Mitarbeiter und die Wirklichkeit in den Unternehmen weit auseinander. Insgesamt ist gerade einmal jeder fünfte Arbeitnehmer (21 %) durch seine Führungskraft, motiviert, hervorragende Arbeit zu leisten. Fast jeder fünfte Mitarbeiter (18 %) hat in den vergangenen zwölf Monaten wegen seines direkten Vorgesetzten daran gedacht zu kündigen – in der Gruppe derer, die bereits innerlich gekündigt haben, sogar fast jeder Zweite (45 %). Zwei von drei Arbeitnehmern (69 %) hatten laut eigener Aussage im Lauf ihres Arbeitslebens mindestens einmal einen schlechten Chef. Nach Gallup-Berechnungen kostet die innere Kündigung aufgrund schlechter Führung die deutsche Volkswirtschaft insgesamt bis zu 105 Milliarden Euro jährlich (Fehltage, mangelnde Produktivität, Fluktuation etc.).

Die Vorgesetzten selbst sind sich laut der Pressemitteilung ihrer Defizite nicht bewusst. 97 % halten sich selbst für einen guten Chef. 2016 haben lediglich 40 % der Führungskräfte eine Weiterbildung besucht haben, um den Umgang mit ihren Mitarbeitern zu verbessern.

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Junge Frau erhält am PC eine Erklärung von älterer KolleginKeine Frage: Die Situation von Praktikantinnen und Praktikanten hat sich seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 2015 verbessert. Das räumt auch die Abteilung Jugend des DGB Bundesvorstandes ein. Sie ist Auftraggeberin einer neuen Studie mit dem Titel „Praktikum und Mindestlohn. Der Faktencheck„.

Eine breite Untersuchung soll die derzeitige Situation von Praktikanten in Deutschland erforschen. Immerhin 600.000 Praktika werden jährlich abgeleistet. Dabei war gerade die Bezahlung von Praktikanten immer ein großes Thema. Von Ausbeutung ist ganz oft die Rede. Und tatsächlich: Bis 2014 verdiente ein Mitglied der „Generation Praktikum“ durchschnittlich nur etwas mehr als 4 Euro die Stunde. Ein Witz.

Vielen fehlte das Verständnis: Warum sollten junge Menschen fürs Kaffeekochen und das Ablegen von Akten auch noch fürstlich bezahlt werden? Und um nichts anderes gehe es doch bei einem Praktikum. Einige Unternehmen legten nach: Das eigentlich Wertvolle sei doch nicht die Verdienstmöglichkeit, sondern die Chance, in Bereiche zu schnuppern, in die man sonst nie rein kommen würde. Fast schon unbezahlbar!

Mit dieser Argumentation konnte nicht viel schief gehen. Die Folge: Massenhafter Missbrauch von Praktikanten durch Einsatz auf fast vollwertigen Stellen bei minimalem Verdienst. Manchmal gab es einfach gar nichts. Fast schon konsequent.

Fakt ist: 78 Prozent der Praktikanten machen sich Sorgen um ihre berufliche Zukunft. Und das ist etwas existientielles, was einen psychisch richtig belasten kann. Schon die Shell-Jugendstudie von 2015 wies es nach: Das allerwichtigste im Leben eines jungen Menschen ist ein sicherer Arbeitsplatz.

Erfreulich nun, dass sich die Einkommenssituation seit Einführung des Mindestlohns verbessert hat. Leider sind aber auch weiterhin kreative Arbeitgeber am Werke. Ihre Spezialität ist das Ausnützen von Schlupflöchern. Ein Beispiel: Pflichtpraktika im Rahmen eines Studiums sind vom Mindestlohn per Gesetz ausgenommen. Manche Betriebe gehen jetzt her und etikettieren an sich freiwillige Praktika einfach zu Pflichtpraktika um. Oder sie reduzieren ganz einfach die Arbeitszeit – natürlich nur auf dem Papier, nicht in echt. So wird der Mindestlohn mit links umgangen.

Florian Haggenmiller, Bundesjugendsekretär des DGB fordert, die derzeit geltenden Ausnahmen beim Mindestlohn gerade für freiwillige Praktika während des Studiums endlich zu schließen. Er plädiert für die Einführung eines Mindestentgelts bei Pflichtpraktika analog zum BAföG-Höchstsatz.

Junge Menschen brauchen gute, sichere Beschäftigungsverhältnisse sowie Sicherheit beim Einkommen. Praktikanten ausnutzen ist einfach nur schäbig.

Studie der DGB-Jugend (download, pdf)

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