Das iPhone 5 kommt diese Woche in Deutschland auf den Markt. Die Fans scharren bereits mit den Hufen. Für viele von ihnen steht diese Neuerung für mehr Spaß und Lebensqualität. Doch des Einen Freud ist des Anderen Leid. Denn: Mit Smartphones, Tablet PCs und Handys sind Arbeitnehmer fast immer und überall telefonisch bzw. per E-Mail erreichbar. In vielen Unternehmen wird die ständige Erreichbarkeit sogar vorausgesetzt. Auf Dauer wird so die Gesundheit der Betroffenen beeinträchtigt. Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) hat sich dieser Problematik angenommen und einmal geschaut, wie Deutschlands Unternehmen darüber denken.

Insgesamt denken rund 61 % der befragten Personalmanager, dass es expliziter Regelungen bedarf, um die Erreichbarkeit von Mitarbeitern in ihrer Freizeit klar zu definieren. 34 % halten betriebliche Regelungen für die beste Lösung gefolgt von Absprachen mit dem direkten Vorgesetzten. Jeweils 22 % der Unternehmen planen Appelle an Führungskräfte oder Mitarbeiter, außerhalb der üblichen Dienstzeiten keine E-Mails zu verschicken oder zu bearbeiten. In 6 bzw. 5 % der Unternehmen bestehen diese Maßnahmen bereits. Die Weiterleitung von E-Mails zu bestimmten Uhrzeiten wird nur in 2 % der Unternehmen verhindert, unter anderem auch bei Volkswagen (wir berichteten). 35 % der Personalleiter halten explizite Regelungen für unnötig und vertrauen auf die Eigenverantwortung von Mitarbeitern und Führungskräften.

49 % der Befragten sind der Ansicht, dass eine dauerhafte Erreichbarkeit in der Freizeit ganz sicher oder ziemlich wahrscheinlich einen Beitrag zur Entstehung eines Burnout-Syndroms leisten kann.

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von Susanne am 24.08.2012, 10:30 Uhr , Kategorie: Arbeitszeit, Kündigungsschutz

…fliegt raus? Nicht unbedingt, wie ein aktuell veröffentlichtes Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Berlin vom 13.06.2012 (Az. 15 Sa 407/12) zeigt. Nicht jede Falschangabe in der elektronischen Zeiterfassung rechtfertigt eine ordentliche Kündigung. Dies gilt jedenfalls dann, wenn der Arbeitnehmer zur Ableistung von 10 Überstunden im Monat ohne (weitere) Vergütung verpflichtet ist und dieses Kontingent nicht ausgeschöpft wird.

Geklagt hatte ein Fertigungsleiter aus Berlin, dessen Arbeitgeber behauptet hatte, der Kläger habe an vier aufeinander folgenden Tagen das Betriebsgelände verlassen, ohne sich vorher abzumelden. Es liege eine schwerwiegende arbeitsvertragliche Pflichtverletzung – Arbeitszeitbetrug – vor, so dass eine Abmahnung entbehrlich sei.

Das LAG wertete die Kündigung als unwirksam. Ebenso wie die Vorinstanz verneinten die Richter das Vorliegen eines wichtigen Grundes im Sinne des § 626 Abs. 1 BGB. Aus dem Zeiterfassungsbogen habe sich ergeben, dass der Kläger insgesamt sechs Stunden und 17 Minuten über dem arbeitstäglichen Soll von acht Stunden tätig gewesen ist. Damit sei dem Arbeitgeber kein Schaden entstanden, da der Kläger jedenfalls bis zu zehn Überstunden ohne weitere Vergütung hätte leisten müssen. Darüber hinaus sei bezüglich der Zeiten, die der Kläger sich vom Betriebsgelände entfernt hat, von je 15 Minuten pro Tag auszugehen, so dass insgesamt nur eine Fehlzeit von einer Stunde entstanden ist. Selbst ohne die Überstundenregelung hätte der maximale Schaden lediglich einen Stundenlohn i.H.v. 9,81 € brutto betragen.

Es kann offen bleiben, ob angesichts dieser geringen Schadenshöhe überhaupt eine Kündigung ohne vorherige Abmahnung möglich wäre. Jedenfalls rechtfertigt nicht jede Falschangabe in der elektronischen Zeiterfassung eine ordentliche Kündigung im Sinne des § 1 KSchG.

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Mit Diensthandy muss man rund um die Uhr erreichbar sein. Deswegen hat man es ja bekommen. Was auf den ersten Blick nicht völlig abwegig klingt, ist auf den zweiten totaler Quatsch! Denn noch vor dem ganzen technischen Segen, den iPhone und Blackberry der Menschheit bescheren, thront das Arbeitszeitgesetz. Und dieses ist unmißverständlich: Zehn Stunden am Tag ist das Maximum für den Beschäftigten, kleinere Abweichungen davon regelt das Gesetz (§3 ArbZG). Wenn sich nun aber viele nicht darum scheren bzw. die geistige Austreibung  einer solch hartnäckig vermuteten Diensthandyverpflichtung nur schwer möglich ist, dann sollte auf anderer Ebene etwas unternommen werden.
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Teilzeitkräfte haben oft schlechte Karten: sie verdienen weniger, ihre beruflichen Aussichten sind schlechter und besonderes Ansehen im Betrieb genießen sie im Normalfall auch nicht. Familienministerin Kristina Schröder meint: Karriere können hierzulande nur diejenigen machen, die in Haushalt und Familie Unterstützung und Hilfe erhalten, denen der Kühlschrank aufgefüllt wird und wo immer der Nachschub an Bügelwäsche sichergestellt ist. Knackpunkt im Berufsleben  ist für viele der Wechsel von Vollzeit in Teilzeit und wieder zurück. Hier bildet das Teilzeitbefristungsgesetz seit dem Jahr 2001 den rechtlichen Rahmen: Beschäftigte dürfen nach Maßgabe von §8 TzBfG ihre Arbeitszeit verringern. Leider steckt der Teufel im gesetzlichen Detail. Denn stehen dem Wunsch des Arbeitnehmers, häufiger wohl der Arbeitnehmerin, sog. „betriebliche Gründe“ entgegen, ist das Ende der Fahnenstange bei der gewünschten Arbeitszeitverringerung schnell erreicht. Solche Gründe zu behaupten und zu konstruieren ist für einen findigen
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Viele Arbeitnehmer genießen den Schutz der gesetzlichen Vorschriften über die Verwendung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs), da sie auf Grund von Formulararbeitsverträgen beschäftigt werden. Diese liegen nach § 305 Abs. 1 Satz 1 BGB vor, wenn eine Partei ihre Vertragsbedingungen für eine Vielzahl von Verträgen verwendet und entsprechend vorformuliert hat (z.B. Verwendung von Vertragsmustern). Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, kommt das AGB-Recht dennoch zum Zuge, wenn
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Die Altersstruktur in unseren Unternehmen verschiebt sich immer mehr in eine Richtung. Dieser Trend wird sich auch in Zukunft weiter verstärken. Fachleute nennen diesen Prozess „immer weniger junge und immer mehr ältere Beschäftigte“ zu haben „demografischen Wandel“.

Wie das Handelsblatt letzte Woche berichtete, wollen die Gewerkschaft IG BCE und die Chemie-Arbeitgeber dieser Entwicklung mit einem Lebensarbeitszeit-Model begegnen. Dieses soll nicht nur eine Arbeitszeitverkürzung ermöglichen, wie sie nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz schon heute möglich ist, sondern enthält einen besonderen Kniff: Die individuelle Lohnentwicklung des Arbeitnehmers soll trotz größerer Arbeitszeitschwankungen möglichst stetig bleiben. Das heißt: Wer als junger Arbeitnehmer seine Arbeitszeit reduziert, muss dann eben später diese Zeit nacharbeiten. Man spricht von einer „lebensphasenorientierten Arbeitszeit“. So hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit bei Bedarf ohne Gehaltseinbußen
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von Peter am 20.05.2011, 11:52 Uhr , Kategorie: Arbeitszeit, Demografie

Flexiblen Arbeitszeitmodellen gehört die Zukunft. Vorausschauende Arbeitgeber wissen längst, dass sie für Arbeitnehmer immer attraktiver werden müssen. Denn: In Zeiten des drohenden Fachkräftemangels werden es sich immer mehr Beschäftigte aussuchen können, wem sie ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Auch wenn die Realität in den meisten Branchen derzeit davon noch wert entfernt scheint, beginnen immer mehr Chefs sich Gedanken darüber zu machen, wie sie die Arbeitsbedingungen im Betrieb verbessern können, um irgendwann mal den einen entscheidenden Schritt beim Arbeitnehmer voraus zu sein! Gute Arbeitszeitmodelle sind da essentiell! Und deswegen ist es auch eine Meldung wert, was da beim Maschinenbauer Trumpf in Ditzingen in Kürze eingeführt wird.

Arbeitnehmer sollen sich dort zukünftig ihre Arbeitszeit selber „maßschneidern“ können. Je nach Wunsch und Lebenssituation kann
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Es ist eine gute Sache, wenn sich Arbeitnehmer die Arbeitszeit nach ihren eigenen Wünschen einteilen können: Wer morgens als erster im Büro ist, darf am Abend auch als erster gehen. Lange schlafen heißt dann aber auch lange arbeiten. Schließlich muss nach dem Arbeitstag der Schreibtisch leer sein.

Effektiv arbeitende Kollegen, die morgens zeitig beginnen und abends früher nach Hause gehen, gelten bei ihren Mitarbeitern jedoch oft als faul. Klar, denn diejenigen, die erst gegen neun, halb zehn morgens das Büro betreten, haben ja auch nicht mitbekommen, dass der andere bereits seit halb acht am Schreibtisch sitzt.

Um dem zu entgehen, bleiben auch die Frühaufsteher oft länger. In unserer Arbeitswelt ist ein Trend zur Selbstausbeutung
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Am Freitag ist es soweit: In der Westminster-Abteikirche in London werden sich der Sohn des britischen Thronfolgers, Prinz William, und seine Verlobte Kate Middleton vor Gott und der Welt das Ja-Wort geben. Ein Ereignis, das die Herzen der Monarchie-Fans höher schlagen lässt! Und da wir in Deutschland schon seit fast 100 Jahren keinen Kaiser mehr haben, ist dies auch für die Anhänger des Blauen Blutes in unserem Land ein „must be seen“.

Anders als in Großbritannien ist der kommende Freitag hierzulande kein Feiertag. Um das TV-Highlight (von 9 bis 15 Uhr) nicht zu verpassen, haben sich aber schon viele Fans extra frei genommen. Was ist aber mit denen, die dies versäumt haben und im Büro sitzen müssen? Dürfen sie dort den Live-Stream via Büro-Computer laufen lassen?

Die Antwort ist eindeutig:
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von Thomas am 14.02.2011, 14:24 Uhr , Kategorie: Allgemein, Arbeitsmarkt, Arbeitszeit

Wie viele Überstunden? Auf den ersten Blick lässt sich diese Zahl gar nicht lesen. Einfacher geschrieben lautet sie 2,5 Milliarden. So viele Überstunden leisteten die Arbeitnehmer in Deutschland im vergangenen Jahr laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 hat die Zahl der Überstunden um 15% zugenommen. Ein Zeichen dafür, dass es mit der Wirtschaft wieder deutlich bergauf geht. Dies schlägt sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt nieder: Denn neben den Überstunden wächst auch die Zahl der
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