von Peter am 11.09.2009, 09:23 Uhr , Kategorie: Ausbildung

Seit 2003 mussten Ausbilder im Betrieb ihre persönliche und fachliche Eignung hierzu nicht mehr nachweisen. Eine entsprechende Vorschrift wurde damals „entschärft“, weil man die Schaffung neuer Ausbildungsplätze erleichtern wollte.

Das hat sich nun wieder geändert: Eine Überprüfung hat ergeben, dass die Qualität der Ausbildung seitdem Einbußen erlitten hat.  Seit 01. August 2009 bestimmt deshalb die neue Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO), dass Ausbilder wieder einen entsprechenden Nachweis benötigen. Dies gilt übrigens nicht für diejenigen, die bereits vor diesem Termin als Ausbilder tätig waren.

Für die Prüfung sind jeweils ein Theorie- und ein Praxisteil vorgeschrieben.

Download: Neue Ausbilder-Eignungsverordnung AEVO ( pdf)

Peter

von Peter am 03.09.2009, 09:08 Uhr , Kategorie: Ausbildung

Das neue Ausbildungsjahr beginnt am 1. September 2009. Viele Auszubildende lernen ab diesem Tag das Arbeitsleben kennen. Und dieses ist ist leider ziemlich oft kein Zuckerschlecken. Wie habe ich das mal gehört: „Wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier!“ Eben. Stress und Psychodruck am Arbeitsplatz – damit werden sich viele der neuen jungen Kolleginnen und Kollegen wohl sehr bald zu arrangieren haben.

Damit der Start in das Berufsleben nicht zum persönlichen Alptraum wird, bietet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung DGUV auf ihrer Webseite allgemeine Hilfe und Tipps zu den Themen Stress, Mobbing und Gewalt sowie einige weiterführende Links und Downloads zu diesen Themen an.

Und wie man sich als junger Auszubildender richtig engagieren und für andere einsetzen kann, erfährt man auf dieser Webseite.

Peter

Das IAB-Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat 15 Jahre lang die Situation von Lehrlingen in Westdeutschland untersucht. Ein Ergebnis davon: Jeder Fünfte wird nach Ende der Ausbildung arbeitslos, in der Wirtschaftskrise sind es bis zu 22 Prozent.

Die meisten derjenigen Azubis, die nicht übernommen werden, schaffen es innerhalb von drei Monaten bei einem anderen Arbeitgeber unterzukommen, verdienen dort aber im Schnitt 20 Prozent weniger als diejenigen Kollegen, die vom ursprünglich ausbildenden Betrieb auch übernommen wurden.

Wer nach drei Monaten noch nicht untergekommen ist, für den wird es statistisch gesehen, immer schwerer: so mussten etwa die Hälfte der Absolventen, die nach insgesamt vier Monaten Arbeitslosigkeit eine Stelle fanden, sogar den Beruf wechseln.

Ein paar Surf-Tipps mit weiteren Infos zu diesem Thema:

Die DGB-Jugend beleuchtet in einem aktuellen und informativen Artikel das Thema „Azubis in der Krise“.

DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy fordert von Betrieben und Arbeitsagenturen entschiedenere Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit.

Und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt auf dieser Webseite alle Vorteile und Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber vor, die Jugendlichen und Auszubildenden eine Chance geben, damit der Fachkräftenachwuchs gesichert bleibt.

Ein wichtiges Thema, das im allgemeinen Tohubawoo der Wirtschaftskrise leider ziemlich untergeht.

Peter

Wie sieht es aktuell auf dem Lehrstellenmarkt aus? Die Industrie- und Handelskammern haben deutsche Unternehmen befragt und herausgefunden, dass im kommenden Herbst voraussichtlich zehn Prozent weniger Lehrstellen angeboten werden. Die Wirtschaftskrise wird somit auch zur großen Herausforderung für den Ausbildungsmarkt, so DIHK-Chef Martin Wansleben. Besonders betroffen sollen Regionen sein, die stark vom Export abhängig sind, wie etwa Bayern und Baden-Württemberg. Jedes vierte Unternehmen plant angeblich eine Verringerung der Anzahl der Ausbildungsplätze.

Aber vielleicht macht das ja gar nichts? Denn auf Grund der geburtenschwachen Jahrgänge (Stichwort: Demografischer Wandel) geht auch die Zahl der Bewerber aktuell zurück. In Ostdeutschland etwa gibt es 2009 15,5 Prozent weniger Schulabsolventen als noch im Vorjahr. Martin Wansleben dazu: „Der demografische Wandel ist da und wird konkret.“

Dass es hier zu einer Art „Nullsummenspiel“ kommt, kann sich Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende dagegen nicht vorstellen. Sie sorgt sich über den prognostizierten Rückgang der Lehrstellen und will kaum glauben, dass sich die Zahlen hier die Waage halten werden. Stattdessen fordert sie die Industrie- und Handelskammern auf, tatkräftig bei den Arbeitgebern um Lehrstellen zu werben.

Letztes Jahr wurden im Rahmen des Ausbildungspaktes über 86.000 zusätzliche Lehrstellen geschaffen. Das war der richtige Weg. Der Ausbildungsbonus, über den in diesem Blog schon hier und auch hier geschrieben wurde, ist von den Unternehmern dagegen nur schleppend angenommen worden. Ich bin der Meinung, man darf bei diesem ganzen Thema Ausbildung kein bißchen nachlassen. Gute und umfassende Ausbildungen sind das A und O der persönlichen beruflichen aber auch unserer gemeinsamen wirtschaftlichen Zukunft. Bei der Umfrage der DIHK kam heraus, dass jedes siebte Unternehmen sogar Ausbildungsplätze aufbauen will. Trotz der Krise! Genau das ist der richtige Weg. Natürlich nur, solange die Azubis nicht als Billig-Arbeitskräfte mißbraucht werden. Und das ist leider oft der Fall. Die Krise entbindet Arbeitgeber nämlich nicht von ihrer sozialen Verantwortung. Auch wenn dies sicherlich momentan sehr verlockend erscheint. Betriebsräte sollten deshalb ihren Arbeitgebern beim Thema Ausbildung weiterhin genau auf die Finger schauen. Auch wenn es in vielen Unternehmen einen Einstellungs-Stopp gibt: Dies sollte nicht für den Ausbildungsbereich gelten. Die Folgen wären langfristig für uns alle fatal!

Peter

Passend zu einer Studie, die das IAB vor kurzem über die Hintergründe der Bedürftigkeit von „Hartz-IV-Aufstockern“ veröffentlicht hat, beschäftigt sich nun der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit Jugendlichen, die ebenfalls auf Hartz-IV zum Überleben angewiesen sind.

Die Zahlen: Im Jahr 2008 waren etwa 900.000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 24 Jahren auf Leistungen des Arbeitslosengeld II angewiesen. Erstaunlich: Nicht mal ein Fünftel dieser Menschen war ohne Job. Ganz im Gegenteil ist die Jugendarbeitslosigkeit bis zuletzt sogar immer deutlicher zurückgegangen. Die absolute Mehrheit der Bedürftigen benötigt die staatliche Unterstützung dagegen, weil sie selbst oder ihre Eltern über zu wenig Einkommen verfügen.

Und dadurch sitzen sie bereits in jungen Jahren in der sog. Hartz-IV-Falle, denn nach Statistiken findet nur noch jeder dritte Jugendliche langfristig wieder aus dem Hilfebezug heraus. Wilhelm Adamy vom DGB: „Die Hilfsbedürftigkeit heranwachsender Jugendlicher, die im Hinterhof der Wohlstandsgesellschaft aufwachsen, wird bisher kaum thematisiert.“ Der Experte für Arbeitsmarktpolitik wirft der Bundesagentur für Arbeit vor, bei Jugendlichen vorrangig auf kurzfristige Instrumente wie Ein-Euro-Jobs zu setzen. Diese geben wenig Chancen auf dauerhafte Eingliederung, das Scheitern sei damit häufig vorprogrammiert.

Adamy fordert eine Verbesserung der praxisorientierten Qualifizierung. Denn „Armutskarrieren“ finden besonders häufig bei Jugendlichen ohne Schulabschluss statt: „Gefragt sind neue Formen von Arbeiten und Lernen, die auch schulmüden Jugendlichen Mut machen“.

Peter

DGB-Studie zum Armutsrisiko Jugendlicher (pdf-Datei)

von Peter am 06.03.2008, 15:36 Uhr , Kategorie: Ausbildung

Der Gesetzentwurf zum Ausbildungsbonus wurde Ende Februar vom Bundeskabinett verabschiedet. Jetzt regt sich immer mehr Kritik, angeführt von Industrieverbänden, Parteien und Gewerkschaften.

Um was geht es beim Ausbildungsbonus?

Wie in diesem Blog berichtet, soll der Ausbildungsbonus dafür sorgen, dass bis zum Jahr 2010 weitere 100.000 zusätzliche Ausbildungsplätze entstehen. Diese richten sich an Jugendliche, die schlecht qualifiziert oder lernbehindert sind und sich seit mindestens einem Jahr erfolglos um eine Lehrstelle bemühen. Stellt ein Arbeitgeber einen solchen Jugendlichen ein, erhält er eine Förderung zwischen 4.000 und 6.000 Euro pro Stelle, sofern er nachweisen kann, dass er mehr Bewerber einstellt als er es ohne das Förderprogramm getan hätte. 450 Millionen Euro sollen dafür von der Bundesagentur für Arbeit bis 2012 bereitgestellt werden.

Martin Wansleben vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bezweifelt gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass tatsächlich so viele neue Lehrstellen entstehen werden. Er befürchtet, dass es stattdessen zu Mitnahmeeffekten durch die Unternehmen kommen werde, ohne dass die angepeilte Zielgruppe sonderlich davon profitiert.

Die IG Metall setzt mit ihrer Kritik bereits bei der rechtlichen Definition der neu geschaffenen Lehrstellen an. Der neue §421r Abs. 4 Sozialgesetzbuch SGB III des Regierungsentwurfs soll lauten: “ Die Ausbildung erfolgt zusätzlich, wenn bei Ausbildungsbeginn die Zahl der Ausbildungsverhältnisse […] in dem Betrieb aufgrund des mit dem Auszubildenden abgeschlossenen Ausbildungsvertrags höher ist, als sie es im Durchschnitt der drei vorhergehenden Jahre jeweils am 31. Dezember war.“ Hoppla, hier muss gerechnet werden, Bürokraten also aufgepasst. Die Gewerkschaft argumentiert jetzt, dass es wegen dieser sehr speziellen Art der Betrachtungsweise recht gut sein kann, dass ein Betrieb sogar weniger Lehrstellen anbietet als im Vorjahr und trotzdem die Förderung erhält.

Schließlich noch die Partei Die Linken, welche den Ausbildungsbonus generell als völlig ungeeignet einstuft um Jugendlichen einen Job zu verschaffen und einen völlig anderen Ansatz verfolgt, nämlich die Verankerung eines Grundrechts auf Ausbildung in der Verfassung.

Ja was man nicht alles in die Verfassung schreiben könnte. Aber wenn das der Königsweg wäre, dann wäre unser Grundgesetz mittlerweile bis an den Rand voll mit diversen sicher sehr vernünftigen sozialen und sonstigen Zielen und Absichtserklärungen. Welch schöne Scheinwelt wäre das wieder. Wichtiger, weil praktisch relevanter, ist dagegen neben der an sich sehr begrüßenswerten staatlichen Förderung, wie sie der Ausbildungsbonus vorsieht, eine zusätzliche Begleitung und Unterstützung lernschwächerer Jugendlicher während und auch nach der Ausbildungsphase im pädagogischen Bereich sowie im direkten Berufsumfeld. Denn was ist schon gewonnen, wenn ein Jugendlicher nur des Geldes wegen durch eine Lehre geschleust wird. Am Ende wird er vielleicht ein wenig mehr vorweisen können als vorher und im günstigsten Fall auch einen Ausbildungsabschluss in der Tasche haben, im Endeffekt wird er aber recht schnell wieder auf der Straße stehen. Und das kann nicht das Ziel sein.

Peter

von Peter am 08.02.2008, 13:23 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Ausbildung

Die aktuellen Januar-Zahlen des deutschen Arbeitsmarktes sind so gut wie lange nicht mehr. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet, dass mittlerweile ein 15-Jahres-Tief erreicht sei. Arbeitsminister Olaf Scholz freut sich und spricht von einem robusten Aufwärtstrend.

Bei den jugendlichen Arbeitnehmern ist die Lage dagegen immer noch bescheiden. In 70% der sog. EU27-Regionen war die Jugenderwerbslosenquote mindestens doppelt so hoch wie die Gesamterwerbslosenquote. Klare Aussage: Junge Arbeitnehmer sind definitiv wesentlich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als ältere.

Thomas Kieselbach von der Universiät Bremen erklärt in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass Arbeitslosigkeit soziale Ausgrenzung begünstigen, depressive Erkrankungen hervorrufen und das Selbstwertgefühl zerstören kann. Wie fatal für die persönliche Entwicklung also, wenn einem das schon in jungen Jahren widerfährt.

Deutschland reagiert dreifach auf diese Situation:

Unter der Abkürzung EQJ verbirgt sich ein Programm mit dem Titel „Einstiegsqualifizierung für Jugendliche“: Jugendliche ohne Ausbildungsjob können 6-12 Monate lang ein vom Staat bezuschusstes Betriebspraktikum ableisten, mit bisher erstaunlichen Resultaten: Mehr als die Hälfte der bislang 32.500 Teilnehmer erhielt im Anschluss an das Praktikum einen Ausbildungsvertrag.

Seit Oktober 2007 erhalten Arbeitgeber, die Arbeitslose unter 25 Jahren einstellen, unter bestimmten Voraussetzungen einen Qualifizierungs- bzw. Eingliederungszuschuss. Dabei erstattet der Staat ein Jahr lang bis zu 50% des Lohns.

Neu im Programm ist der sog. Ausbildungsbonus, der ab Mitte 2008 zum Einsatz kommen soll: Jeder Betrieb, der zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche anbietet, die schon lange auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, soll einmalig zwischen 4.000 und 6.000 Euro vom Staat erhalten. Der Ausbildungsbonus steckt derzeit noch im Gesetzgebungsverfahren.

Zu diesem Thema gibt es auch eine Jugend-Studie des DGB mit dem Titel „Gute Arbeit“.

Peter

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