von Ines am 22.02.2013, 10:49 Uhr , Kategorie: Burn-out

Die Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen und psychischen Belastungen sind in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik gerückt. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat zu diesem Thema jetzt die Ergebnisse einer Studie, den Stressreport Deutschland 2012, veröffentlicht. Die Aufgabe dieser Untersuchung ist es, Entwicklungen in der Arbeitswelt zu beobachten. Sie bildet die Arbeitsbedingungen, Beanspruchungen und gesundheitlichen Beschwerden von 20.000 Beschäftigten ab.

Die Ergebnisse in Kürze: Arbeitsunterbrechungen, Multitasking, Termin- und Zeitdruck wie auch Monotonie sind die am häufigsten anzutreffenden psychischen Anforderungen. Dabei kennt die psychische Belastung weder Hierarchiegrenzen, noch macht sie vor gewerblichen Branchen halt. Faktoren wie das gute soziale Klima in deutschen Betrieben oder Handlungsspielräume für die Beschäftigten, um ihre Arbeit zu planen und einzuteilen, helfen aber die Belastung zu bewältigen.

Die ausführliche Studie finden Sie hier.

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Spinnenphobie, Höhenangst, Klaustrophobie – alles Ängste, von denen man schon einmal gehört hat. Aber gibt es wirklich auch eine Arbeitsplatzphobie? Leider ja. Prävention aktuell hat darüber mit dem Rehabilitationsforscher und Psychotherapeuten Professor Michael Linden gesprochen und Folgendes herausgefunden:

Eine Arbeitsplatzphobie ist die schwerste Ausprägung von verschiedenen arbeitsplatzbezogenen Ängsten und führt in vielen Fällen zu einer lang andauernden Arbeitsunfähigkeit bis hin zur kompletten Erwerbsunfähigkeit. Der Arbeitsplatz als Ort, sowie bestimmte Situationen, Gegenstände oder Personen, die mit dem Arbeitsplatz oder dem Arbeitsleben in Verbindung stehen, lösen bei Annäherung oder schon beim Gedanken an eine derartige Situation beim Mitarbeiter panikartige Ängste aus. Der tägliche Gang in die Arbeit wird zur Qual – bis es dann zur vielleicht sogar dauerhaften Krankschreibung kommt.

Professor Michael Linden sieht das kritisch: „Eine Krankschreibung erscheint zunächst einmal gerechtfertigt, da eine Annäherung an den Arbeitsplatz ja die Symptomatik verschlimmert (…). Die Krankschreibung – also die Vermeidung des Arbeitsplatzes – führt aber leider zu einer Angstverstärkung bei den Betroffenen.“ Er empfiehlt, sich besser aktiv der Angst zu stellen und der Versuchung, sich hinter der Vermeidungshaltung zu verstecken, nicht nachzugeben. „Vermeidung hat etwas Verführerisches, macht aber alles nur schlimmer.“ Laut Linden folgt die Behandlung denselben Regeln wie die Behandlung jeder anderen Angsterkrankung. Wenn möglich, macht er mit den Patienten gezielte Belastungserprobungen am eigenen Arbeitsplatz. Hier liegt es am Therapeuten, auch noch andere kreative Alternativen zu finden. Denn: An den Arbeitsplatz „kommt man nicht immer  so leicht ran wie an ein Kaufhaus oder eine U-Bahn“.

Auch wenn die Forschung über Arbeitsplatzängste noch ganz am Anfang steht, gibt es also bereits Lösungsansätze –  und damit Hoffnung für die Betroffenen. Professor Michael Linden fordert dennoch, dass in diesem Bereich künftig noch sehr viel getan mehr werden muss.

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Würden Sie sich auch manchmal wünschen, nach dem Urlaub kein überquellendes E-Mail-Postfach vorzufinden? Für Daimler-Mitarbeiter geht dieser Wunsch bald in Erfüllung: Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, kann ab 2013 jeder Mitarbeiter bis hin zum Manager die während seiner Abwesenheit eingehenden E-Mails automatisch löschen lassen. Gleichzeitig weist eine Abwesenheitsnotiz den Absender der E-Mail auf den zuständigen Vertreter hin, so dass jedes Anliegen dennoch bearbeitet werden kann. „Diese neue Spielregel zur E-Mail-Abwesenheit ist eine ganz wesentliche Maßnahme, damit unsere Belegschaft in Ruhephasen noch besser abschalten kann“, so Wilfried Porth, Personalvorstand von Daimler.

Der Autobauer hatte zuvor in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg 6000 Daimler-Beschäftigte zur Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben befragt, darunter auch Führungskräfte. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Erich Klemm erklärte, es gehe nun vor allem darum, dass Mitarbeiter die Möglichkeiten „mit aktiver Unterstützung wahrnehmen können“.
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Das iPhone 5 kommt diese Woche in Deutschland auf den Markt. Die Fans scharren bereits mit den Hufen. Für viele von ihnen steht diese Neuerung für mehr Spaß und Lebensqualität. Doch des Einen Freud ist des Anderen Leid. Denn: Mit Smartphones, Tablet PCs und Handys sind Arbeitnehmer fast immer und überall telefonisch bzw. per E-Mail erreichbar. In vielen Unternehmen wird die ständige Erreichbarkeit sogar vorausgesetzt. Auf Dauer wird so die Gesundheit der Betroffenen beeinträchtigt. Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) hat sich dieser Problematik angenommen und einmal geschaut, wie Deutschlands Unternehmen darüber denken.

Insgesamt denken rund 61 % der befragten Personalmanager, dass es expliziter Regelungen bedarf, um die Erreichbarkeit von Mitarbeitern in ihrer Freizeit klar zu definieren. 34 % halten betriebliche Regelungen für die beste Lösung gefolgt von Absprachen mit dem direkten Vorgesetzten. Jeweils 22 % der Unternehmen planen Appelle an Führungskräfte oder Mitarbeiter, außerhalb der üblichen Dienstzeiten keine E-Mails zu verschicken oder zu bearbeiten. In 6 bzw. 5 % der Unternehmen bestehen diese Maßnahmen bereits. Die Weiterleitung von E-Mails zu bestimmten Uhrzeiten wird nur in 2 % der Unternehmen verhindert, unter anderem auch bei Volkswagen (wir berichteten). 35 % der Personalleiter halten explizite Regelungen für unnötig und vertrauen auf die Eigenverantwortung von Mitarbeitern und Führungskräften.

49 % der Befragten sind der Ansicht, dass eine dauerhafte Erreichbarkeit in der Freizeit ganz sicher oder ziemlich wahrscheinlich einen Beitrag zur Entstehung eines Burnout-Syndroms leisten kann.

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Mit Diensthandy muss man rund um die Uhr erreichbar sein. Deswegen hat man es ja bekommen. Was auf den ersten Blick nicht völlig abwegig klingt, ist auf den zweiten totaler Quatsch! Denn noch vor dem ganzen technischen Segen, den iPhone und Blackberry der Menschheit bescheren, thront das Arbeitszeitgesetz. Und dieses ist unmißverständlich: Zehn Stunden am Tag ist das Maximum für den Beschäftigten, kleinere Abweichungen davon regelt das Gesetz (§3 ArbZG). Wenn sich nun aber viele nicht darum scheren bzw. die geistige Austreibung  einer solch hartnäckig vermuteten Diensthandyverpflichtung nur schwer möglich ist, dann sollte auf anderer Ebene etwas unternommen werden.
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Wer hätte das gedacht? Im Juni 2012 (27. – 29.06.) findet in Berlin zum sechsten Mal die Fachtagung „Wenn Arbeit krank macht: Burn-out, Stress und Innere Kündigung“ statt. Auf der anderen Seite: Wen wundert´s? Überbelastung, Stress und Burn-out – es nimmt kein Ende. Die Meldungen in den Medien und die Zahlen über die Summe der Erkrankten und den volkswirtschaftlichen Schaden sprechen Bände.

Manch einer kann es schon gar nicht mehr hören. Betriebsräte gehören Gott sei Dank nicht dazu. Denn gerade sie sind in den Betrieben aufgefordert zu handeln. Ihr Interesse daran, wie man mit diesem Thema im Betrieb im Allgemeinen und mit den Betroffenen im Besonderen umgeht, ist ungebrochen stark.

Daher hat sich das ifb entschlossen, diese Fachtagung noch einmal anzubieten. Auch dieses Mal warten
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Im Spätsommer/Frühherbst ist es soweit: Die erste ifb-Ausbildungsreihe zum betrieblichen Burn-out-Berater startet. Um möglichst vielen Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, von diesem Angebot zu profitieren, gibt es eine Ausbildungsreihe Süd und eine Ausbildungsreihe Nord.

Wie wichtig es ist, einen Ansprechpartner für diesen Bereich im Betrieb zu haben, davon können wir uns alle jeden Tag selbst überzeugen. Denn: Der Job treibt immer mehr Arbeitnehmer an die Grenzen der Belastbarkeit. Inzwischen ist Burn-out für zehn Prozent aller Krankschreibungen verantwortlich. Deshalb ist es höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Ein interner Ansprechpartner ist für den Betrieb jedoch nur dann sinnvoll, wenn
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von Ines am 03.04.2012, 11:45 Uhr , Kategorie: Burn-out

Wer am Arbeitsplatz Anerkennung erhält, hat ein geringeres Risiko für eine Burnout-Erkrankung. Dies geht aus einer aktuellen Studie von Wissenschaftlern aus Frankfurt und Chemnitz hervor, berichtet unter anderen „Der Westen“. Doch was genau ist mit Anerkennung gemeint?

Einer der Autoren der Untersuchung, der Frankfurter Sozialpsychologe Rolf Haubl, gibt die Antwort: „Das bedeutet (…) mehr als nur angemessene Bezahlung, wichtig ist vor allem die soziale Anerkennung, die Menschen für ihren Arbeitseinsatz erhalten„. Und: „Chefs, die ihre Mitarbeiter nicht nur als Kostenfaktoren betrachten, sondern als eine Belegschaft mit produktiven Fähigkeiten, die sie nachhaltig zu entwickeln suchen, schützen ebenso vor überfordernden Arbeitsbedingungen, wie Kollegen, die sich halbwegs solidarisch verhalten„.
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von Peter am 17.02.2012, 11:36 Uhr , Kategorie: Burn-out, Gesundheitsschutz

Wann ist man als Arbeitnehmer nicht mehr fleißig, sondern arbeitssüchtig? Dr. Jürgen Glaser kennt die Antwort: „Wenn man mehr arbeitet, als es der Job verlangt und das in einer zwanghaften und exzessiven Weise.“ Im Interview mit der SZ spricht der Psychologe, der am Institut für Arbeitsmedizin der Uni München forscht, über die Ursachen und Folgen von Arbeitssucht. Die Gesundheit der Betroffenen leide, Burn-out und Depressionen können entstehen, auch das private Umfeld sei stark gefährdet.

Das ganze Interview ist im Portal betriebsrat.de erschienen.

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Ein erschwerender Faktor in Sachen Burn-out ist, so Experten, bei vielen Arbeitnehmern die ständige Erreichbarkeit. Insbesondere die sogenannten Smartphones sorgen dafür, dass wir auch außerhalb des Büros bzw. außerhalb der eigentlichen Arbeitszeiten dienstliche E-Mails und Anrufe empfangen können. Mit dem Ergebnis, dass ein Abschalten von der Arbeit oft kaum noch möglich ist und die Erholung entsprechend auf der Strecke bleibt.

Der Betriebsrat von Volkswagen geht nun mit gutem Beispiel voran, um der Burn-out-Gefahr einen Riegel vorzuschieben. Das berichtet unter anderem Zeit online: Künftig werden hier nach Feierabend keine E-Mails mehr an die Firmen-Blackberrys von Mitarbeitern verschickt. 30 Minuten nach Ende der Gleitzeit wird der Server-Betrieb eingestellt, 30 Minuten vor Beginn des nächsten Arbeitstages sind die Verbindungen wieder offen. Telefonate sind nach wie vor möglich. Die neue Betriebsvereinbarung betrifft
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