Die Bundesagentur für Arbeit hat gemeinsam mit dem IAB-Institut im Jahr 2008 an die 16.000 Betriebe befragt, ob und welche Maßnahmen und Vereinbarungen für Frauen- und Familienförderung bei ihnen getroffen worden seien. Stichwort: Familienfreundlicher Betrieb! Das ernüchternde Ergebnis: In 87 Prozent aller Unternehmen gibt es NICHTS dergleichen!

Somit bleibt der „familienfreundliche Betrieb“ ein oft beschworener Mythos, den sich viele zwar gerne auf die Fahne schreiben, wo aber im Endeffekt
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„Während des Urlaubs darf der Arbeitnehmer keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit leisten“ – so heißt es wortwörtlich in § 8 des Bundesurlaubsgesetzes (BUrlG).

Laut neuester Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Köln (LAG Köln vom 21.09.2009 – 2 Sa 674/09) muss dies aber dahingehend ausgelegt werden, dass das Arbeitsverbot für Aushilfstätigkeiten im Geschäft des Ehemannes nicht gilt.
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In den letzten zehn Jahren hat die Teilzeitarbeit laut Statistischem Bundesamt in Deutschland weiter zugenommen.

Insgesamt hatten im vergangenen Jahr fast 5 Millionen Frauen und Männer einen Teilzeitjob mit maximal 20 Stunden pro Woche. Das sind 16 Prozent aller abhängig Beschäftigten. Vor zehn Jahren arbeiteten nur 3,5 Millionen in Teilzeit – rund ein Drittel weniger als heute.

Gründe für diesen Anstieg sind laut dem Bundesamt unter anderem der im Jahr 2001 eingeführte Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit, die Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die gesetzliche Änderungen zur geringfügigen Beschäftigung.

Für die meisten ist der Hauptgrund für die Teilzeittätigkeit mehr Zeit für familiäre Verpflichtungen zu gewinnen: Über 50% der Teilzeitbeschäftigten üben eine Teilzeittätigkeit aus, weil sie Kinder oder pflegebedürftige Personen betreuen oder anderen familiären Verpflichtungen nachgehen.

Zudem steigt aber auch der Anteil der unfreiwillig in Teilzeit arbeitenden Menschen: Seit 1998 ist dieser von 13 auf 23 Prozent deutlich gewachsen. In den neuen Bundesländern arbeiten sogar 65 Prozent unfreiwillig in Teilzeit, im Westen dagegen nur 17 Prozent.

Auffällig ist, dass die Teilzeitarbeit auch weiterhin eine Frauendomäne ist. 87 Prozent der Beschäftigten mit maximal 20 Stunden in der Woche waren im Jahr 2008 Frauen.

Auf Altersgruppen verteilt ergibt sich eine Zunahme in allen Generationen. Am stärksten ist der Zuwachs jedoch bei den 45- bis 54-Jährigen (plus sechs Prozentpunkte) und am geringsten bei den 25- bis 34-Jährigen (minus acht Prozentpunkte).

Thomas

von Peter am 13.03.2008, 13:44 Uhr , Kategorie: Familienfreundl. Betrieb

Das Bundesfamilienministerium hat eine neue Initiative gestartet, um zusätzliche Kita-Plätze für Kleinkinder in Betrieben zu schaffen. Mit dem Förderprogramm „Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung“ sollen bis 2011 insgesamt 4.300 zusätzliche Kita-Plätze angelegt werden. Dafür stehen 50 Millionen Euro an EU-Geldern bereit.

Adressaten sind Unternehmen mit max. 1.000 Beschäftigten, die pro Platz einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der laufenden Betriebskosten, höchstens aber 6.000 Euro pro Platz und Jahr erhalten können.

Ministerin von der Leyen (CDU) will „ein starkes Signal für die vielen Unternehmen geben, die ihre Beschäftigten bei der Kinderbetreuung unterstützen möchen.“

In Zeiten zunehmenden Facharbeitermangels werden immer mehr Unternehmen erkennen, dass Familienfreundlichkeit im Betrieb keine Sozialromantik ist, sondern einen waschechten Standortvorteil für sie bedeuten kann. Und wie vorteilhaft, wenn Arbeitnehmer mit Kindern auch mal von etwas richtig profitieren können.

Nach dem Betriebsverfassungsgesetz haben Betriebsräte die Aufgabe, die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu fördern. Wer in diesem Bereich noch aktiver werden möchte, kann sich auf einer dieser Schulungen kompetent informieren.

Peter

von Andrea am 08.02.2008, 11:55 Uhr , Kategorie: Familienfreundl. Betrieb, Frauen im Beruf, Rechtsprechung

Eine 38-jährige Arbeitnehmerin hat ihren Arbeitgeber, eine große Versicherungsgesellschaft, auf 500.000 ? Schadensersatz wegen Geschlechtsdiskriminierung verklagt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Hintergrund ist die ?stille Kündigung? durch den Arbeitgeber, als dieser von der Schwangerschaft erfuhr. Die studierte Germanistin wollte lediglich drei Monate Mutterschutz nehmen, da ihr Einkommen die Familie ernährt. Bereits am letzten Arbeitstag wurde ihr Nachfolger vorgestellt. Als sie am Ende ihres Mutterschutzes zurückkehren wollte, drängte der Arbeitgeber sie dazu, Elternzeit zu nehmen. Die Klägerin bestand jedoch auf ihre Rückkehr. Der Arbeitgeber entzog ihr daraufhin die Zuständigkeit für den bisherigen umsatzstarken Bezirk und gab ihr stattdessen einen anderen Bezirk, der nur einen Bruchteil des Umsatzes eingebracht hat. Als der Arbeitgeber dann noch den Email-Zugang gesperrt und eine Schulung versagt hat, sei der Beschluss gefallen, den Arbeitgeber auf Schadensersatz zu verklagen.

Die Klägerin ist auch überzeugt, dass ihre türkische Herkunft eine Rolle gespielt hat, obwohl sie Deutsche ist. Sie hat daher ihren Arbeitgeber zugleich wegen ?ethnischer Diskriminierung? verklagt.

Ihre Anwälte Prof. Dr. Alenfelder, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Antidiskriminierungsrecht, der für das ifb über das Thema AGG referiert, und sein Kollege Frank Jansen, legen in ihrer Klageschrift ausführlich dar, warum die Schadensersatzforderung bei einem Bruttomonatsgehalt von 3.600 ? gerechtfertigt ist. Vom AGG werden abschreckende Strafen, die über den rein materiellen Schaden hinausgehen, ausdrücklich vorgesehen. In anderen angelsächsischen Ländern werden in solchen Fällen weitaus höhere Schadensersatzsummen zugesprochen.

Es bleibt abzuwarten, ob auch in Deutschland künftig höhere Schadensersatzsummen zugesprochen werden.

Andrea

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