von Thomas am 29.01.2010, 09:19 Uhr , Kategorie: Allgemein, Gesundheitsschutz

Wie der Betriebrat Blog schon vor acht Tagen berichtete, kam es diesen Montag bei zahlreichen gesetzlichen Krankenkassen zu Beitragserhöhungen. Mit der DAK (6,3 Millionen Versicherte) machte u.a. die drittgrößte deutsche Krankenkasse den Anfang und verlangt von ihren Versicherten ab Februar 8,- € pro Monat mehr Beitrag.

Statt einer gerechten Lastenverteilung auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer – wie es in unserem sozialen System seit Jahrzehnten üblich ist, muss dieser Zusatzbeitrag allein von den Arbeitnehmern gezahlt werden. Dies zeugt nicht gerade von großer sozialer Kompetenz, zumal vor allem Geringverdiener von der Beitragserhöhung betroffen sind und so knapp 100,- € pro Jahr mehr an Gesundheitskosten berappen müssen. Was nutzt es da, dass die Arbeitnehmer in den unteren Einkommensgruppen durch das „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ minimal entlastet werden. Dieser kleine Vorteil wird durch die Erhöhung der Krankenkassenkosten schnell aufgezehrt.

Die Politiker sind plötzlich sehr erstaunt was die gesetzlichen Krankenkassen da so machen: „Unsozial“ und „nicht akzeptabel
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Gestern haben die Medien verbreitet, dass über zehn Krankenkassen in Deutschland ab sofort Zusatzbeiträge von knapp 100,- € im Jahr von Ihren Versicherten erheben werden. Diese Belastung trifft natürlich in erster Linie einmal wieder die Arbeitnehmer!

Es ist ja nicht so, dass man sich seine Gesundheit nicht auch was kosten lassen sollte, denn sie ist mit das Wichtigste im Leben! Wie heißt es doch so schön: „Ein gesunder Mensch hat viele Wünsche, ein Kranker nur einen.“

Aber was im deutschen Gesundheitssystem abläuft ist einfach nur noch ärgerlich. Da zahlt man als Arbeitnehmer schon monatlich einen riesigen Batzen Krankenkassenbeitrag (Arbeitnehmeranteil: 7,9% vom Bruttolohn) sowie 10,- € für den Arztbesuch pro Quartal und nun
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Der Begriff des Kleinbetriebs legt schnell die Vermutung gewisser Unbedeutsamkeit nahe: Klein = irrelevant. Aber das ist falsch: Denn immerhin 38 Prozent aller Beschäftigten in diesem Land arbeiten in solchen Kleinbetrieben mit bis zu 50 Arbeitnehmern. Was dabei Sorgen macht: Die betriebliche Unfallquote liegt mit 32 Arbeitsunfällen auf 1.000 vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer pro Jahr fast doppelt so hoch wie in größeren Unternehmen. Arbeitsschutz scheint in Kleinbetrieben aus unternehmerischer Sicht nicht die gleiche Priorität zu genießen, wie in Großbetrieben. Eine häufig dünne Personal- und Finanzdecke tun ihr übrigens.

Um den Arbeitsschutz in Kleinbetrieben zu verbessern, wurde nun in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin eine neue Broschüre herausgegeben. Diese erläutert an Hand von drei Modellbeispielen die Organisation des Arbeitsschutzes in Kleinbetrieben und erweist sich als sehr praxistauglich, da die Maßnahmen bereits in einer Vielzahl kleinerer Unternehmen erfolgreich umgesetzt wurden. Immerhin haben sich rund 250 Betriebe an der Erstellung der Broschüre beteiligt!

Peter

Broschüre als pdf-Datei herunterladen

Bildquelle: BAuA

von Peter am 09.12.2009, 13:57 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Hat man einen Choleriker zum Chef, kann sich das tägliche Leben im Betrieb schnell zu einem fiesen Übel entwickeln, das das eigene Wohlbefinden und letztlich die Gesundheit massiv beeinträchtigen kann. Als ersten Schritt sollte man sich an den Betriebsrat wenden. Man könnte aber noch viel mehr tun. Focus Online sprach mit Karrierecoaches und Personalpsychologen: Im Artikel „Vulkane in der Chefetage“ werden viele typische Situationen geschildert und Lösungsvorschläge angeboten. Danach sind die Probleme zwar leider nicht weg, aber man erhält vielleicht einen Ansatzpunkt, der einem hilft und persönlich weiterbringt. Unser Lese-Tipp!

Peter

Jahr für Jahr veröffentlicht das wissenschaftliche Institut der AOK-Krankenkasse seinen sog. „Fehlzeiten“-Report. Dieser will umfassend über die Krankenstandsentwicklung in der deutschen Wirtschaft informieren. Da das Institut Zugriff auf die Daten von fast 10 Millionen AOK-Versicherten hat, kann man von einer hohen Genauigkeit dieser Analyse ausgehen. Der neueste Report, der nun Anfang November präsentiert wurde, stellt zentral fest, dass der Krankenstand im letzten Jahr erneut gestiegen ist: Im Schnitt war ein Arbeitnehmer dabei 17,0 Tage krankgeschrieben, im Jahr davor waren es durchschnittlich noch 16,3 Tage. Hauptgrund ist vor allem
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von Peter am 04.11.2009, 17:41 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Auf der Fachmesse „A+A 2009“, die derzeit in Düsseldorf stattfindet und bei der sich alles um die Themen Arbeitschutz und Arbeitsmedizin dreht, wurde vom neuen Bundesarbeitsminister Franz Josef Jung der „Deutsche Arbeitsschutzpreis 2009“ verliehen.

Gewonnen haben diese Unternehmen:

  • ZF Sachs AG aus Schweinfurt
  • Concert GmbH aus Pritzwalk
  • Mönninghoff GmbH & Co. KG aus Senden
  • A.H. Winterberg GmbH & Co. KG aus Wuppertal
  • Schiller Zahntechnik GmbH aus Salzgitter

Der Preis möchte besonders gute Praxisbeispiele betrieblicher Vorsorge bekannt machen. So hat zum Beispiel der Zellulosehersteller Schiller ein umfassendes Gesundheitsprogramm für die dort Beschäftigten ins Leben gerufen und darüberhinaus einen neuen Ausbildungslehrgang zum „Betrieblichen Gesundheitsmanager“ entwickelt.

Weiterführende Infos zu den Preisträgern.

Peter

Die IG Metall berichtet, dass in Betrieben die über einen Betriebsrat verfügen im Schnitt höhere Löhne gezahlt werden als in betriebsratslosen. Die Spanne bewegt sich
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In unserem Nachbarland Frankreich häufen sich die Selbstmorde auf Grund von psychosozialem Stress am Arbeitsplatz. Allein bei der France Télécom haben sich seit Anfang des Jahres mehr als 20 Mitarbeiter das Leben genommen. Auch bei dem Autogiganten Renault hat es mehrere Suizide gegeben.

Die französische Regierung sucht nun nach Mitteln diese schrecklichen Zustände zu verhindern. Geplant ist,
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Werden wir alle immer gesünder? Das könnte man durchaus meinen, denn nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums lag der Krankenstand in deutschen Betrieben im ersten Halbjahr 2009 bei nur noch 3,24 Prozent und damit so niedrig wie noch nie. Viel Sport, gute Ernährung und wenig Laster also? Verbesserter Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb?

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gibt der Soziologe Ulrich Bröckling einige Erklärungen dazu ab warum dass mitnichten so ist und beschreibt ausserdem recht anschaulich, wie der Trend zu flexibleren und freieren Arbeitszeiten letztlich dazu führen kann, dass der Druck auf die Mitarbeiter stetig zunimmt.

Immer mehr Firmen bieten Annehmlichkeiten wie etwa Freizeitbereiche und ähnliches an. Dazu Bröckling: „Mich interessiert nicht der Kicker oder die Wellness-Oase in einem Betrieb, sondern was den Mitarbeitern abverlangt wird.“

Mit solchen Dingen kann man als Arbeitgeber viel kaschieren und sich ein gutes Image verschaffen. Sicher tun dies nicht alle nur deswegen. Aber man sollte sich dadurch auch nicht blenden lassen. Denn was nützt die noch so schöne freiwillige soziale Leistung oder vermeintlich so tolle Einrichtung, wenn auf der anderen Seite massiv Stress und Druck auf die Mitarbeiter erzeugt wird, was diese letztlich doch nur krank macht.

Peter

von Andrea am 15.07.2009, 16:52 Uhr , Kategorie: Allgemein, Gesundheitsschutz

Der Krankenstand in Deutschland war in 40 Jahren noch nie so niedrig: Gerade mal 3,5 Arbeitstage fehlte der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer im ersten Halbjahr 2009. Aus Angst um den Arbeitsplatz schleppen sich immer mehr Arbeitnehmer krank zur Arbeit oder greifen zu leistungssteigernden Mitteln.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist angesichts dieser zunehmenden Jobangst beunruhigt. Verschleppte Krankheiten und Doping am Arbeitsplatz würden massive finanzielle Folgekosten für die Unternehmen und die Sozialsysteme bedeuten.

Wenn sie sich schon immer gefragt haben, mit was sich deutsche Arbeitnehmer so dopen: die Financial Times Deutschland hat die meist konsumieren Mittel zusammengestellt und rät, abgesehen von Kaffee, ausdrücklich vom Gebrauch ab:
1. Kaffee
2. Zigaretten
3. Alkohol
4. Ritalin, Ephedrin, Amphetamine
5. Kokain
6. Schlaftabletten

Bei dieser Auflistung wird auch klar, wieso der DGB massive Folgekosten für Unternehmen und Sozialsysteme befürchtet…

Andrea