Dr. Helmut Becker zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie für die deutsche Wirtschaft

Ratschläge für Betriebsräte für die Zukunft nach Corona
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Was passiert mit unserer Wirtschaft wegen Corona? Müssen wir um unsere Arbeitsplätze fürchten? Der Ökonom Dr. Helmut Becker ist überzeugt davon, dass die Maßnahmen der Bundesregierung wirken werden. Betriebsräten rät er zu Vertrauen und Geduld, denn „die Welt braucht unsere Produkte“.

Herr Dr. Becker, gehen Sie auf Basis der aktuellen Informationen auch von einer wirtschaftlichen Erholung in Deutschland ab dem Sommer aus?


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von Christine am 30.03.2020, 12:09 Uhr , Kategorie: Interview, Wirtschaftskrise
Insolvenz wegen Corona
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Als Betriebsrat werden Sie jetzt gebraucht!

Folgt nach Corona die Pleitewelle? Schon heute stehen viele Unternehmen wegen den Einschränkungen durch das Virus vor großen finanziellen Schwierigkeiten. Damit stehen auch Betriebsräte vor großen Herausforderungen. Worauf sollten sie achten? Wir sprachen mit Dr. Tobias Nägle, der als Betriebsratsvorsitzender die Insolvenz des Reise-Konzerns Thomas Cook erlebt hat.

Herr Dr. Nägle, was können Betriebsräte tun, wenn der wirtschaftliche Absturz droht?

Ganz wichtig ist, sich aktiv einzuschalten! Auch wenn wirtschaftliche Entscheidungen vorrangig bei der Geschäftsführung liegen, gibt es für den Betriebsrat viel zu tun. Wichtig ist es, sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen, sich untereinander abzustimmen und dann vor allem die Kollegen ganz schnell, umfassend und ehrlich zu informieren. Ich setze da immer auf die persönliche Information. Rundschreiben sind auch sehr wichtig, ersetzen aber gerade in Krisenzeiten nicht die persönliche Präsenz.

Und gegenüber dem Arbeitgeber?


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von Christine am 25.03.2020, 16:01 Uhr , Kategorie: Interview
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ifb-Betriebsrat: Zusammenhalt in Zeiten der Krise

Die Wucht, mit der Corona das Leben in den Unternehmen verändert, ist für viele ein Schock. Wie gehen Betriebsräte damit um? Wir sprachen mit Anna Hackner, die seit zwei Jahren Betriebsratsvorsitzende beim ifb ist.

Liebe Anna, wie erlebst Du als Betriebsratsvorsitzende die Corona-Krise?


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Frau trämut mit geschlossenen Augen über Aktenordnern„Betriebswirtschaftslehre? Brauch´ ich nicht – dazu haben wir ja den Wirtschaftsausschuss.“Wer als Betriebsrat so denkt, verpasst wichtige Grundlagen für die tägliche BR-Arbeit. Betriebe ohne Wirtschaftsausschuss sind sowieso besonders gefordert. Wir sprachen mit dem Wirtschaftsexperten und ifb-Referenten Reiner Schon über das gerne unterschätzte Verhältnis von Betriebswirtschaftslehre und Betriebsräten.

Betriebswirtschaftslehre – allein das Wort ist sperrig. Was bedeutet es und was hat das mit Betriebsräten zu tun?

Einfach ausgedrückt beschäftigt sich die Betriebswirtschaftslehre (BWL) damit, wie Unternehmen funktionieren. Ein Unternehmen hat verschiedene Leistungsbereiche, wie zum Beispiel die Produktion, den Vertrieb, den Einkauf, die Verwaltung oder das Lager. Diese Bereiche arbeiten idealerweise so gut zusammen, dass das Unternehmen erfolgreich ist. Wie das am besten funktioniert, wird in der BWL untersucht und beschrieben. Grundsätzliches Ziel ist dabei, den angestrebten Erfolg mit dem geringstmöglichen Einsatz an Mitteln zu erreichen oder die vorhandenen Mittel für ein größtmögliches Ergebnis zu nutzen. Sehr häufig haben Entscheidungen, die mit Hilfe von Zahlen aus dem betrieblichen Rechnungswesen von der Geschäftsleitung getroffen werden, direkte Auswirkungen auf die Belegschaft. Hier sollte der BR genauso wie der WA die Entscheidungen nachvollziehen können, um dann – falls erforderlich – entsprechende Vorschläge für eine Veränderung machen zu können. Hierbei geht es auch darum, gegenüber der Geschäftsleitung argumentativ sicher aufzutreten. Die Mitglieder des WA sollten natürlich etwas tiefer im Thema sein. Generell halte ich es jedoch für wichtig, dass auch die BR-Mitglieder ein Grundverständnis für die betriebswirtschaftlichen Abläufe mitbringen.

Also verschafft kaufmännisches Denken eine Art Fundament?

Eindeutig ja, denn Entscheidungen basieren fast immer auf der wirtschaftlichen und finanziellen Lage des Unternehmens. Wenn zum Beispiel ein Geschäftsführer die Entscheidung trifft, eine neue Maschine zu kaufen, hat er sich vorher über die Zahlen zur Lage des Unternehmens vergewissert, dass genügend finanzieller Spielraum vorhanden ist, um die Maschine zu kaufen. Zudem hat er gewissenhaft diverse Angebote eingeholt, um eine gute Basis für die Kalkulation zu haben, ob die Investition sich lohnt. Wenn er dann die Entscheidung für den Kauf der Maschine trifft, hat das Bedeutung für die Mitarbeiter. Diese müssen schließlich mindestens an der neuen Maschine angelernt werden. Vielleicht müssen sogar weitere Dinge verändert werden, wenn zum Beispiel die Maschine jetzt 24 Stunden am Tag laufen soll, während die bisherige Maschine nur in 2 Schichten, also 16 Stunden pro Tag, lief.

Was bedeutet das für die Mitbestimmung?

Der Betriebsrat hat Informations- und Mitbestimmungsrechte in sozialen Angelegenheiten, bei der Gestaltung der Arbeitsplätze und in personellen Angelegenheiten. Dem WA stehen Informationsrechte in wirtschaftlichen Angelegenheiten zu. Damit der BR seine Mitbestimmung gut und sicher ausüben kann, ist ein gutes Zusammenspiel zwischen BR und WA unerlässlich. Am deutlichsten wird dies am Beispiel der Personalplanung. Der WA ist gemäß § 106 BetrVG vom Unternehmer über die wirtschaftlichen Angelegenheiten und deren Auswirkungen auf die Personalplanung zu informieren. Gemäß § 92 BetrVG darf der BR dem Arbeitgeber Vorschläge für die Einführung und Durchführung der Personalplanung machen. Wenn also der WA in seiner Sitzung mit dem Unternehmer über die Auswirkungen auf die Personalplanung unterrichtet wird und anschließend den Betriebsrat informiert, kann dieser daraus umgehend Vorschläge erarbeiten und an den Unternehmer übermitteln. Fehlt jedoch auf Seiten des BR das grundlegende Verständnis dafür, warum und wie der Unternehmer die Maßnahmen mit den Auswirkungen auf die Personalplanung durchführen will, wird es schwer fallen, die eigenen Vorschläge passgenau zu formulieren.

Erleben Sie das auch in den Rückmeldungen Ihrer Seminarteilnehmer?

Es ist schon häufig vorgekommen, dass ein BR-Mitglied sinngemäß während eines Seminars geäußert: „Jetzt weiß ich endlich auch selbst einmal, wovon der Geschäftsführer in den Betriebsversammlungen immer redet, wenn er seine Zahlen präsentiert. Wenn die Kollegen vom WA das erläutern, habe ich es nie so ganz verstanden. Ich habe mich aber auch nicht getraut, zu fragen.“

Trotzdem werden größere Gremien jetzt vielleicht denken: „Dafür haben wir den Wirtschaftsausschuss“. Sehen Sie das auch so?

Meiner Meinung nach benötigen der WA ein tiefes Wissen und der BR ein breites Wissen. Anders ausgedrückt: die Mitglieder des WA sollten ein möglichst detailliertes Verständnis vom betriebswirtschaftlichen Geschehen und den damit verbundenen Zahlenwerken haben, um mit dem Unternehmer gut diskutieren und beraten zu können. Daneben müssen sie den BR fachlich und sachlich einwandfrei informieren. Die BR-Mitglieder brauchen meines Erachtens ein solides Grundlagenwissen von den betrieblichen Abläufen, um nach den Informationen des WA die Maßnahmen des Unternehmers richtig einzuordnen und darauf angemessen zu reagieren.

Worauf müssen Gremien in kleineren Unternehmen ohne WA besonders achten?

In diesem Fall sollten sich diese BR-Mitglieder im Rahmen des Möglichen umso mehr das notwendige betriebswirtschaftliche Wissen aneignen, da die Unterstützung durch den WA fehlt. Somit fehlt ebenso das Informationsrecht in wirtschaftlichen Angelegenheiten. Wenn der BR in diesem Thema an Informationen kommen möchte, sollte er dem Unternehmer gezielt Fragen stellen. Da kann er nur dann gezielt, wenn er weiß, wonach er fragen kann oder soll.

Haben Sie Tipps für Kollegen, die das Thema bislang gar nicht interessiert oder die meinen, dass sie das „mit den Zahlen“ sowieso nicht verstehen?

Es ist die Aufgabe von uns Referenten der BWL-Seminare, den Teilnehmern die Inhalte verständlich und praxisgerecht zu vermitteln. Wir haben große Erfahrung darin, „schwer verdauliche“ Themen anschaulich und mit vielen Bezügen zum täglichen Leben an die Teilnehmern weiter zu geben. Hier beziehe ich ausdrücklich alle meine Kolleginnen und Kollegen mit ein. Auch Menschen, die sich mit Zahlen einfach schwer tun oder wenig Interesse haben, können die interessanten Seiten der BWL in unseren Seminaren entdecken. Ich kann versichern: es gibt sie, die interessanten Seiten.

(Bildquelle: @ contrastwerkstatt Adobe Stock)

 

Der studierte Bankfachwirt Reiner Schon lebt in der Nähe von Augsburg. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Bevor er 2011 sein eigenes Unternehmen Methodo Beratung gründete, war er in der Geschäftsleitung einer großen deutschen Privatbank tätig. Für das ifb referiert er seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Kommunikation. Betriebsratsmitgliedern, die Grundlagenwissen in diesem Bereich erworben wollen, empfiehlt er die Seminare „Betriebswirtschaftliche Grundlagen Teil I“ und „Teil II„.

 

In ihrem ersten großen Interview als Bundesministerin für Arbeit und Soziales äußerte sich Andrea Nahles in der Süddeutschen Zeitung ausführlich zu den Themen Mindestlohn und Rente. Den Mindestlohn  will sie so umfassend wie möglich. Die Verbesserungen bei der Rente sollen über höhere Bundeszuschüsse finanziert werden. Das Interview ist soeben in Lizenz auf betriebsrat.de erschienen.

 

Man stelle sich das vor: In einem Bonner Unternehmen der Luft- und Raumfahrttechnik existiert eine Betriebsvereinbarung zur Durchführung des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Nach dieser soll der Betriebsrat ein Verzeichnis all derjenigen Mitarbeiter bekommen, bei denen die Voraussetzung für ein solches BEM vorlägen. So weit, so gut. Der Arbeitgeber stellte sich im Folgenden jedoch auf den Standpunkt, die Namen der Mitarbeiter nur mit deren Einverständnis herauszugeben.Schließlich sei er ja auch zum Datenschutz verpflichtet. Ergebnis: Der Betriebsrat bekam entweder keine oder nur unvollständige Daten. Seiner gesetzlichen Pflicht zur Überwachung der ordnungsgemäßen Durchfühung des BEM durch den Arbeitgeber gem. § 84 II 7 SGB IX konnte er nicht nachkommen.

Die Sache ging bis vor das Bundesarbeitsgericht. Dieses stellte im Februar 2012 fest, dass der Betriebsrat berechtigt sei, diese Daten zu verlangen. Der Arbeitgeber dürfe die Herausgabe nicht vom Einverständnis der betroffenen Mitarbeiter abhängig machen (siehe dazu unseren ausführlichen Beitrag).

Der Betriebsrat Blog sprach mit Rechtsanwalt und BEM-Experten Oliver Schmidt-Eicher. Im Interview erläutert und kommentiert der langjährige
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von Peter am 12.04.2011, 13:11 Uhr , Kategorie: Interview

Was für so manchen Seminarveranstalter eine ziemlich befremdliche Vorstellung sein dürfte, hat die Bochumer Politikwissenschaftlerin Britta Rehder nun in einem Interview mit der taz näher skiziert: „Das Arbeitsrecht erodiert„. Arbeitsrechtliches Denken werde sich in Zukunft verändern, es werde vom rein vertragsrechtlichen Denken abgelöst. Für Arbeitnehmer eine schlechte Nachricht, da die damit verbundene Gleichordnung der beiden Parteien Arbeitgeber und Arbeitnehmer auswegslos zu Lasten der Beschäftigten gehen müsse.

Starke These, schwache Begründung: Rehder macht diese Entwicklung
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Er war Öffentlichkeitsarbeiter bei der SPD, Leiter des Bundestagswahlkampfs und Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt: Es dürfte nicht viele geben, die sich so gut im Politikbetrieb der letzten Jahrzehnte auskennen wie Volkswirt Albrecht Müller. Seit über zehn Jahren ist er Mitherausgeber der Nachdenkseiten, die gegen Meinungsmache und Kampagnenjournalismus kämpfen. Und das mit Erfolg: Bis zu 50.000 Besucher werden täglich auf der Webseite www.nachdenkseiten.de gezählt.

Im Interview mit der Zeitschrift „der betriebsrat“ (Ausgabe 1/2011, pdf-Datei ca. 71 KB) verdeutlicht Müller, wie wichtig ein kritischer Journalismus und unabhängige Medien für unsere Gesellschaft sind. Dabei möchte er ausdrücklich auch Betriebsräten mit seinen
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Christoph TillmannsDie „Maultaschen“-Entscheidung ist in aller Munde: Eine Altenpflegerin nahm während  der Arbeit sechs beim Essen übrig gebliebene Maultaschen mit nach Hause, anstatt sie anweisungsgemäß zu entsorgen. Dafür erhielt sie die fristlose Kündigung. Während das Arbeitsgericht Radolfszell an der Rechtmäßigkeit der Kündigung erstinstanzlich nicht zweifelte, kam es vor dem Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg nun zu einer überraschenden Wende: Das Gericht schlug den Parteien einen Vergleich vor. Begründung: Der Diebstahl selbst sei zwar unbestritten, es hätte hier jedoch eine vorherige Abmahnung erfolgen müssen. Der Betriebsrat Blog sprach mit Christoph Tillmanns, Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht über den Sinn einer gesetzlichen Abmahnpflicht sowie die Flut sog. Bagatellkündigungen.

Brötchenklau, Emmely, Handystrom und jetzt Maultaschen: Als Reaktion auf die vielen populär gewordenen arbeitsrechtlichen Kündigungsfälle haben nun auch Bündnis 90/Die Grünen als letzte Oppositionspartei nach SPD und den Linken eine gesetzliche Abmahnpflicht bei sog. Bagatellvergehen gefordert. Ist das aus Ihrer Sicht sinnvoll?

Christoph Tillmanns: Nein, das hilft nicht weiter, sondern es verlagert das Problem nur auf die Frage, was
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Über den Begriff „Compliance Management“ ist sicherlich schon mancher gestolpert: Darunter versteht man die Einrichtung eines betriebs- oder unternehmensinternen Systems, welches dafür sorgen soll, dass sich die Mitarbeiter bei ihrer Arbeit an Recht und Gesetz halten. Dabei geht es vor allem um die Förderung der allgemeinen Rechtstreue und häufig auch um die Bekämpfung von Korruption.

Die Bremer Wohnungsbaugesellschaft GEWOBA hat Ende 2007 als eines der ersten Wohnungsunternehmen in Deutschland beschlossen, ein Compliance Management einzuführen. Ein Jahr später konnte das Projekt mit dem Abschluss einer ersten Betriebsvereinbarung in die Realitätumgesetzt werden.

Der „Betriebsrat Blog“ sprach mit zwei Arbeitnehmervertreterinnen der GEWOBA: Maren Bullermann hat als Betriebsratsvorsitzende den gesamten Prozess begleitet, ihre Kollegin Nurdan Gülbas wurde zur Hauptansprechpartnerin für das Thema innerhalb des Betriebsrats.


„1:1 für Compliance“: Mit diesem Titel ist Ihr Betriebsrat ein Projekt angegangen, welches die Einführung interner Regeln der Rechtstreue im Betrieb zum Ziel hatte. Was hat man sich darunter vorzustellen, Frau Bullermann?

Maren Bullermann: Wesentlicher Bestandteil unserer Initiative war
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