von Thomas am 10.05.2010, 13:57 Uhr , Kategorie: Lohn und Gehalt

Ein Brutto-Stundenlohn von sechs Euro für eine gelernte Fachverkäuferin verstößt „gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht denkenden Menschen“ und ist daher als sittenwidrig anzusehen.

Vor dem Arbeitsgericht Leipzig klagte eine in dieser Höhe bezahlte Arbeitnehmerin und bekam Recht (Urteil vom 11.03.2010 – 2 Ca 2788/09). Denn: Der Stundenlohn von sechs Euro beträgt noch nicht einmal die Hälfte des für vergleichbare Fälle geltenden Tariflohns in Sachsen (12,34 Euro pro Stunde).

Zwar gilt in dem konkreten Arbeitsverhältnis der entsprechende Tarifvertrag
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von Andrea am 23.04.2010, 12:09 Uhr , Kategorie: Lohn und Gehalt, Rechtsprechung, Urlaub

Vor gut einem Jahr hat das Bundesarbeitsgericht seine Rechtsprechung zur Urlaubsabgeltung bei Krankheit geändert. Grund hierfür war ein entsprechendes Urteil des EuGH. Nach der geänderten Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts erlischt der Urlaubsabgeltungsanspruch nicht mehr nach § 7 Abs. 3 und 4 BUrlG, wenn der arbeitsunfähig erkrankte Arbeitnehmer den Urlaub nicht bis zum Ende des Übertragungszeitraums nehmen kann (Urt. v. 24.3.2009 – 9 AZR 983/07).

Jetzt muss sich der EuGH wieder mit dem deutschen Urlaubsrecht auseinandersetzen. Das Landesarbeitsgericht Hamm hat dem EuGH nämlich
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Eyjafjallajökull – ein schier unaussprechlicher Name mit großer Wirkung: Der isländische Vulkan legt derzeit in Europa den Flugverkehr lahm. Auch viele deutsche Arbeitnehmer sitzen fest und wissen nicht genau, wann sie wieder zur Arbeit gehen können.

Was passiert eigentlich mit dem Vergütungsanspruch, wenn man aufgrund des Flugverbots nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurückkehren kann?
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Heute ist der equal-pay-day! Ein Grund zum Feiern?! Für Frauen wohl kaum. Denn der equal-pay-day wurde ins Leben gerufen, um auf folgenden Misstand aufmerksam zu machen: Frauen verdienen in Deutschland bis zu 23 Prozent weniger als Männer. Damit bilden wir eines der Schlusslichter in Europa. Und: neueste Studien haben gezeigt, dass die Lohnkluft zwischen Frauen und Männer noch weiter wächst.

Aber warum ist gerade heute der equal-pay-day? Bis zum 26. März müssen Frauen in Deutschland arbeiten, um das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu erreichen.

Sind Frauen selbst schuld, dass sie weniger verdienen? Ja,
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Kollege Thomas Marx erwähnte es in seinem Beitrag „Mehr Frauen sollen an die Macht“ bereits: Frauenförderung funktioniert hierzulande zwar zum Teil, aber immer noch viel zu wenig. Auch auf den geringeren Durchschnittsverdienst von Frauen bei gleicher Arbeit wird in diesem Zusammenhang verwiesen. Hier wurde Deutschland kürzlich von der Europäischen Union gerügt. Ob die zugrundeliegenden Annahmen für solche Vergleiche (Beispiel: Frauen arbeiten häufiger Teilzeit) nun immer stimmig sind, soll hier dahingestellt bleiben. Jedenfalls gibt es einen weiteren wichtigen Aspekt, auf den der Caritas-Fachverband „In Via“ nun hingeweisen hat: „70 Prozent aller Erwerbstätigen, die zu einem Niedriglohn arbeiten,
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von Thomas am 24.03.2010, 16:33 Uhr , Kategorie: Lohn und Gehalt

Fast jeder Arbeitnehmer sich diese Frage schon einmal gestellt: Sei es auf Grund einer Gehaltserhöhung oder aber bei Antritt einer neuen Stelle.

Wegen unseres komplizierten Steuerrechts ist es nämlich kaum vorauszusehen wie viel Geld von einem vereinbarten Bruttolohn am Monatsende tatsächlich netto übrig bleibt. Oft führt die erste neue Gehaltsabrechnung zu einer bösen Überraschung…

Damit Ihnen diese böse Überraschung vier Wochen nach dem Gehaltsgespräch erspart bleibt,
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von Thomas am 22.03.2010, 16:07 Uhr , Kategorie: Frauen im Beruf, Gleichberechtigung, Lohn und Gehalt

Die Frauenquote ist schon lange in der politischen Diskussion. Vieles hat sich durch sie in unserer Gesellschaft verändert: Wir haben eine Bundeskanzlerin, eine Frau war Vorsitzende der EKD und in Thüringen regiert seit mehreren Monaten eine Ministerpräsidentin. Selbst bei den Betriebsratswahlen wird das Minderheitengeschlecht gesetzlich geschützt ( § 15 Abs. 2 BetrVG) – wovon in einigen Betrieben sogar auch Männer profitieren. Als erstes Dax-30-Unternehmen hat nun die Deutsche Telekom für die Führungsebene eine Frauenquote eingeführt: Bis 2015 sollen weltweit 30 Prozent der Telekom-Führungspositionen in Frauenhand sein.

Es gibt sie also: Die Frauen in Führungspositionen. Aber im Verhältnis gesehen sind es immer noch viel zu wenig. Was aber fast noch schlimmer ist: Frauen verdienen für die gleiche Arbeit im Schnitt
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Die neue Familienministerin Kristina Schröder (bis vor wenigen Tagen Köhler), CDU, plant eine Ausweitung der Pflegezeit.

Künftig sollen Arbeitnehmer ein Recht auf eine zweijährige Pflegezeit haben (bisher maximal sechs Monate, § 4 Abs. 1 PflegeZG)!

Das Interessante an Schröders Plan ist, dass die Arbeitnehmer neben einem besonderen Kündigungsschutz auch eine Sicherheit bei ihrem Arbeitsentgelt erhalten!

Der pflegende Arbeitnehmer soll seine Arbeitsleistung um die Hälfte reduzieren dürfen, aber weiterhin drei Viertel seines Gehalts beziehen. Nach dem Ende der Pflegezeit soll er dann wieder voll arbeiten, bekommt aber zum Ausgleich zwei Jahre lang ebenfalls nur 75 Prozent seines Gehalts.

Das Risiko,
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Ein weiterer Dämpfer für die derzeit populären Behauptungen über angeblich negative Arbeitsanreize aufgrund einer zu üppigen staatlichen Grundsicherung: Im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung analysierte Wissenschaftlerin Irene Becker aktuelle Daten der Arbeitsmärkte aus dem sog. sozio-ökonomischen Panel. Bei diesem handelt es sich um eine regelmäßig durchgeführte Befragung von 12.000 Haushalten in Deutschland, bei der unter anderem nach der Einkommenssituation gefragt wird. Das Ergebnis: In Deutschland gibt es etwa 500.000 Vollzeitbeschäftigte, die einen Anspruch auf staatliche Unterstützungsleistungen haben, diesen aber nicht wahrnehmen! Konkret geht es um das ergänzende Arbeitslosengeld II, mit denen in Fällen von zu geringem Gehalt aufgestockt wird (sog. „Aufstocker“).

Warum aber wird in einem solchen Ausmaß auf Ansprüche verzichtet? Die Forscherin nennt dafür zentrale Gründe: Vor allem
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von Thomas am 08.02.2010, 10:55 Uhr , Kategorie: Hartz IV, Lohn und Gehalt

In unserem Grundgesetz ist in Artikel 20 Abs. 1 geregelt, dass die Bundesrepublik Deutschland ein sozialer Bundesstaat ist. Eine Folge dieses Sozialstaatsprinzips sind Sozialleistungen des Staates an bedürftige Bürger: Ein hervorragender Grundsatz, denn so muss kein Bürger Hunger leiden, auf der Straße leben oder im kalten Winter erfrieren…. in der Theorie zumindest. Natürlich sieht die Praxis immer etwas anders aus. Aber eines steht fest: Auf der ganzen Erde gibt es kaum ein Land, das so ein großes soziales Sicherungssystem wie Deutschland hat.

Doch wo sind die Grenzen des Sozialstaats – was soll er erfüllen und welche Leistungen gehen über den Mindestbedarf hinaus? Oder polemisch gefragt: Muss der Staat und damit wir Steuerzahler die Zigaretten
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