Dr. Helmut Becker zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie für die deutsche Wirtschaft

Ratschläge für Betriebsräte für die Zukunft nach Corona
Bild: pixabay

Was passiert mit unserer Wirtschaft wegen Corona? Müssen wir um unsere Arbeitsplätze fürchten? Der Ökonom Dr. Helmut Becker ist überzeugt davon, dass die Maßnahmen der Bundesregierung wirken werden. Betriebsräten rät er zu Vertrauen und Geduld, denn „die Welt braucht unsere Produkte“.

Herr Dr. Becker, gehen Sie auf Basis der aktuellen Informationen auch von einer wirtschaftlichen Erholung in Deutschland ab dem Sommer aus?


mehr »
von Christine am 30.03.2020, 12:09 Uhr , Kategorie: Interview, Wirtschaftskrise
Insolvenz wegen Corona
Bild: Pixabay

Als Betriebsrat werden Sie jetzt gebraucht!

Folgt nach Corona die Pleitewelle? Schon heute stehen viele Unternehmen wegen den Einschränkungen durch das Virus vor großen finanziellen Schwierigkeiten. Damit stehen auch Betriebsräte vor großen Herausforderungen. Worauf sollten sie achten? Wir sprachen mit Dr. Tobias Nägle, der als Betriebsratsvorsitzender die Insolvenz des Reise-Konzerns Thomas Cook erlebt hat.

Herr Dr. Nägle, was können Betriebsräte tun, wenn der wirtschaftliche Absturz droht?

Ganz wichtig ist, sich aktiv einzuschalten! Auch wenn wirtschaftliche Entscheidungen vorrangig bei der Geschäftsführung liegen, gibt es für den Betriebsrat viel zu tun. Wichtig ist es, sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen, sich untereinander abzustimmen und dann vor allem die Kollegen ganz schnell, umfassend und ehrlich zu informieren. Ich setze da immer auf die persönliche Information. Rundschreiben sind auch sehr wichtig, ersetzen aber gerade in Krisenzeiten nicht die persönliche Präsenz.

Und gegenüber dem Arbeitgeber?


mehr »

Aktuelle Fördermöglichkeiten für Unternehmen: Informationen für Mitglieder im Betriebsrat oder Wirtschaftsausschuss

Bildquelle: Pixabay

„Wir tun alles, damit kein gesundes Unternehmen schließen muss.“

Um dieses Versprechen von Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, auch halten zu können, hat die Bundesregierung jetzt ein großes Hilfspaket für die Wirtschaft beschlossen. Dazu werden neue Schulden in Höhe von 156 Milliarden Euro aufgenommen. Das Parlament hat die dafür notwendige Abweichung von der im Grundgesetz festgelegten Schuldenbremse genehmigt.

Die wichtigsten Punkte für Sie als Mitglied im Betriebsrat oder Wirtschaftsausschuss haben wir hier für Sie zusammengestellt.


mehr »

Die wichtigsten Punkte für Sie als Betriebsrat

© studio v-zwoelf – stock.adobe.com

Wie bekomme ich Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut, wenn Schulen und Kitas wegen der Corona-Pandemie geschlossen haben? Was passiert mit meinem Lohn, wenn ich nicht zur Arbeit erscheinen kann, weil ich meine Kinder beaufsichtigen muss? Wenn Homeoffice nicht möglich ist, muss ich dann meinen gesamten Jahresurlaub nehmen oder Minusstunden ansammeln? Wie soll ich es schaffen, eine große Anzahl an Minusstunden später wieder abzubauen? Diese und ähnliche Fragen stellen sich gerade Arbeitnehmer und Betriebsräte in ganz Deutschland.


mehr »
von Nicola am 09.03.2020, 13:09 Uhr , Kategorie: Allgemein, Kurzarbeit, Wirtschaftskrise

Koalition beschließt Coronavirus-Hilfen für Unternehmen

Nachdem sich Covid-19 auch in Deutschland weiter ausbreitet, hat sich die Koalition jetzt auf Maßnahmen geeinigt, um die Folgen für die Wirtschaft abzuschwächen.

Durch die Corona-Krise soll möglichst kein Unternehmen in Deutschland in Insolvenz geraten, möglichst kein Arbeitsplatz verloren gehen,“ so steht es im Beschluss des Koalitionsausschusses.

Der Zugang zu Kurzarbeitergeld soll deshalb erleichtert und der Rahmen erweitert werden. Bei dieser Leistung übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn ein Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt. Kündigungen sollen so vermieden werden. Neu geplant sind folgende Regelungen:

  • Arbeitgebern sollen die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden erstattet werden – und zwar voll und nicht nur wie bereits Ende Januar von der Koalition beschlossen zu 50 Prozent.
  • Betriebe sollen zudem Kurzarbeitergeld schon nutzen können, wenn nur 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind statt wie bisher ein Drittel.
  • Auch Leiharbeiter sollen Kurzarbeitergeld bekommen können.

Besonders betroffene Unternehmen will die Regierung außerdem finanziell unterstützen. Sie werde dazu entsprechende Liquiditätshilfen vorschlagen und in Kürze ein Gespräch mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft und den Gewerkschaften abhalten.

Zusätzliche Investitionen

Zusätzlich wollen Union und SPD ein milliardenschweres Investitionspaket schnüren. „Wir werden die Investitionen des Bundes in den Jahren 2021 bis 2024 um jeweils 3,1 Milliarden Euro verstärken und so vereinbarte Investitionspfade ausbauen und neue Prioritäten in Höhe von insgesamt 12,4 Milliarden Euro ermöglichen“, heißt es im Papier.

Der für Anfang 2021 beschlossene Abbau des Solidaritätszuschlages wird jedoch nicht, wie von der SPD gefordert, um ein halbes Jahr vorgezogen.

Wir haben ein turbulentes Jahr hinter uns! Das Hin und her um den Brexit, transatlantische Zollkonflikte, der Wandel in der Autoindustrie, die Rezession in der Industrie und vieles mehr haben Betriebsräte in den unterschiedlichsten Unternehmen auf Trab gehalten. Wie geht es 2020 weiter?

Auf was müssen Sie sich als Betriebsrat einstellen, welche wichtigen Themen sollten Sie im Auge behalten?


mehr »
Frostige Zeiten bei Daimler. Bild: Pixabay

Tag für Tag hagelt es schlechte Nachrichten aus der Autobranche. Man liest von Stellenstreichungen und Standortschließungen. Jetzt sieht man am Beispiel Daimler: Die Betriebsräte der krisengeplagten Branche fangen an, sich zu wehren.

Bei Daimler sollen weltweit mindestens 10.000 Stellen gestrichen werden, von Einsparungen in Höhe von 1,4 Mrd. Euro spricht das Unternehmen. Zwei Drittel seiner Einsparungen will das Unternehmen in Deutschland vornehmen – 6.600 Stellen sollen hier wegfallen. Aktuell arbeiten rund 300.000 Mitarbeiter bei der Daimler AG, davon knapp 178.000 in Deutschland.

Betriebsrat: Keine Diskussion über Köpfe!

Es klang so, als wäre das alles mit dem Betriebsrat besprochen. Ist es aber nicht! Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht meldete sich prompt zu Wort. Wie das Handelsblatt zitiert, sei am Ende gar nicht klar, wie viele Stellen aufgrund der Krise wegfallen werden: „Eine Diskussion über Köpfe ist absurd, weil wir viele andere sinnvolle Maßnahmen vereinbart haben und hauptsächlich Prozesse und Abläufe verändern werden“.


mehr »
THANANIT@adobe.com
THANANIT@adobe.com

Fast möchte man sagen: „Der Nächste bitte!“. Denn der Strukturwandel in der Automobilindustrie zeigt nun auch bei der VW-Tochter Audi Konsequenzen. Bis 2025 sollen deutschlandweit 9.500 der 61.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Im Gegenzug sind bis zu 2000 neue Jobs für E-Mobilität und Digitalisierung geplant, damit Audi künftig „agiler und effizienter“ arbeiten kann. Der Stellenabbau wird ohne betriebsbedingte Kündigungen und sozialverträglich durchgeführt, sprich über Abfindungen, Altersteilzeit und die Nicht-Nachbesetzung von Stellen. Darauf haben sich laut Medienberichten Management und Betriebsrat geeinigt.


mehr »

Der Osram-Betriebsrat kann die Übernahme durch den österreichischen Chipkonzern AMS nicht verhindern. Das Oberlandesgericht Frankfurt lehnte in der vergangenen Woche einen Antrag des Konzernbetriebsrats auf eine einstweilige Verfügung ab. Die Betriebsräte befürchten eine Zerschlagung des Unternehmens durch die Österreicher.

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Schlagzeilen um die Übernahme des Münchener Traditionsunternehmens Osram. Im Rennen der Übernahmeschlacht sind neben den Finanzinvestoren Bain und Advent auch erneut der Chipkonzern AMS. Denn nach dem Scheitern eines ersten Angebots im September hat AMS einen zweiten Anlauf zur Übernahme von Osram genommen. AMS hält bereits knapp 20 % an Osram-Aktien.


mehr »
Bild: Skitterphoto

Der 31.10.2019 ist Geschichte, damit auch – wie lange angekündigt – die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU? Ganz und gar nicht. Tatsächlich ist der EU-Austritt wieder einmal verschoben worden; diesmal „flexibel“ bis spätestens zum 31.01.2020. Viele Arbeitnehmer in Deutschland und Großbritannien zittern weiter um ihre Arbeitsplätze.

Geregelt, ungeregelt, gar kein Austritt? Immer noch ist alles möglich beim Thema Brexit. Sicher ist in diesen Tagen leider nur eines. Das Chaos hat schon jetzt Folgen für die Wirtschaft, und damit auch für die viele Arbeitnehmer.

Rückgang der Exporte

Allein die Exporte der deutschen Automobilhersteller nach Großbritannien sind in den letzten drei Jahren um mehr als ein Fünftel zurückgegangen, liest man bei Capital online. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte, von der NTV berichtet, haben die Rückgänge von deutschen Auto- und Pharma-Exporten nach Großbritannien vor allem Bayern und Baden-Württemberg getroffen.

Werksschließung in Thüringen

In Thüringen verlieren in Kürze 60 Menschen wegen des Brexit ihren Job: Der Bildungseinrichter ASS schließt seine Produktion in Probstzella. Begründung: Ein Großteil des Umsatzes wurde dort als Teilezulieferer für Großbritannien erwirtschaftet, die Firma rechnet im Zuge der Brexit-Diskussion nach eigenen Angaben mit weiteren drastischen Umsatzeinbrüchen.

Auch die Kurzarbeit in der Industrie nimmt zu – und wird häufig mit den Unsicherheiten wegen des Brexit begründet.

Wann wissen wir endlich mehr?

Ein neuer Termin, auf den jetzt alle gebannt warten, ist der 12. Dezember. Denn an diesem Tag finden vorgezogene Neuwahlen in Großbritannien statt. Deren Ausgang ist völlig offen; die Gefahr eines ungeregelten EU-Austritts Großbritanniens ohne Abkommen ist damit weiter nicht gebannt.

Die britische Brexit-Gedenkmünze ist jedenfalls zurück in die Presse gewandert, denn dort ist als Austrittsdatum der 31. Oktober eingraviert …

  1. Seiten:
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9. 8