von Thomas am 12.08.2009, 13:36 Uhr , Kategorie: Allgemein, Wirtschaftskrise

Kennen Sie eigentlich Herrn Axel Wieandt?

Sie werden sicher fragen… Wen? So ging es mir auch!

Die Hypo Real Estate (HRE) kennen Sie aber bestimmt.  Das ist jene „systemrelevante“ Bank, die der Steuerzahler mit Milliardenhilfen kräftig unterstützen muss, damit die Wirtschaftskrise nicht noch schlimmer ausfällt.

Nun, jener Axel Wieandt ist Vorstandschef derselbigen Bank. Und nach Recherchen von Focus online und des Magazins „Stern“ erhielt er kurz vor der Verstaatlichung der HRE noch eine kräftige Bonuszahlung in Höhe von einer halben Million Euro!

Als Grund für diese horrende Sonderzahlung gab die HRE an, dass Herr Wieandt durch die Verstaatlichung der Bank einen neuen, für ihn schlechteren Dienstvertrag bekommen habe. Für den Verzicht auf seine Ansprüche aus dem alten Dienstvertrag hat der HRE-Aufsichtsrat Herrn Wieandt als „Anerkennung eine Einmalzahlung in Höhe von 500 000 Euro gewährt.“ Laut den Medienberichten war diese Sonderzahlung nur aufgrund einer Gesetzeslücke möglich. Und wer darf diesen Boni bezahlen? Wahrscheinlich der Steuerzahler!

Bei einem Monatsgehalt von 2.500,- € müssen Sie übrigens 200 Monate oder knapp 17 Jahre arbeiten, um die Summe dieser Bonuszahlung zu erreichen… Skandalös!

Thomas

von Peter am 03.08.2009, 21:27 Uhr , Kategorie: Wirtschaftskrise

Es ist August. Und somit Ferienzeit. Die Medien kämpfen darum, ihre Seiten mit Lesenswertem zu füllen. Nur passiert erfahrungsgemäß nichts im Juli und August. Na gut: es passiert fast nichts. Liegt vermutlich daran, weil wieder mal alle im Urlaub sind. Wie jedes Jahr. Nur: Dieses Jahr ist nicht wie jedes Jahr. Denn dieses Jahr ist Wirtschaftskrise.

Davon haben mittlerweile alle gehört. Auch Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft. Der musste das quasi von Berufs wegen merken. Gefallen hat es ihm nicht. Und irgendwie muss er dann gespürt haben, dass viele Zeitungen händeringend nach Druckbarem suchen, nach irgendwas, völlig egal, die Hauptsache, dass jemand mit einem Titel, der dem Leser halbwegs verständlich ist („Präsident“ – „Wirtschaft“ – „Mittelstand“, das passt!) drei Sätze geradeaus sprechen kann. Das tat er dann. Mehr nicht. Der Bild-Zeitung gegenüber deckte er auf, dass aktuell 45.000 Unternehmen des deutschen Mittelstandes ums Überleben kämpfen. Fast eine halbe Million Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Und dann klinkte er eiskalt seinen verbalen Torpedo aus, der präzise und zielgenau den Weg in die Mitte von noch unbedruckten blütenweißen Zeitungsseiten fand: „Wer einen Urlaubstag opfert, sichert seinen Arbeitsplatz.“

Das also ist der Weg aus der Krise? Finanz- und Anlageberater Ohoven, der mit seiner Firma Cinerenta vor zwei Jahren wegen Kapitalanlagebetrugs vom Oberlandesgericht München zu Schadensersatz verurteilt worden ist (Az. 20 U 2052/07) sollte ernsthaft selber Urlaub in Erwägung ziehen. Da kann man sich prima erholen, seine körperliche und geistige Arbeitskraft wieder herstellen um dann anschließend kreativ zum Wohle von Arbeitgeber und Gesellschaft zu wirken. Die einfach gestrickte Angstmacher-Parole von Ohoven lautet nur barsch: „Arbeitnehmer, opfert euren Urlaub, sonst ergeht es euch schlecht“. Ein Jammer, aber anderen Angst machen hilft fast immer!

Was kommt als nächstes? Vielleicht doch besser gleich auf zwei Tage Urlaub verzichten, auf einem Bein steht es sich schließlich schlecht. Gewagter Vorschlag, kommt aber sicher bald: Ein ganzes Jahr aussetzen! Nein, nicht mit der Arbeit, mit dem Urlaub! Das wird schon irgendwie gehen, muss ja, schließlich behält man dadurch vielleicht seinen Arbeitsplatz, das kann einen schon mal motivieren. Der Arbeiter als solcher ist ja zu Enormen fähig, wenn er denn will.

Ach ja, an dieser Stelle gleich noch ein Blick in die Zukunft: Wenn es denn mit der Wirtschaft irgendwann wieder bergauf gehen sollte, und das wird es, dann bitte ganz ganz vorsichtige Lohnzurückhaltung von allen üben, damit das kleine zarte Pflänzchen Aufschwung nicht rüde kaputt getrampelt wird von den unsensiblen und groben Stiefeln der ahnungslosen weil urlaubsreifen Arbeitnehmern.

Man findet doch immer was, das einem argumentativ in den Kram passt. Und sei es noch so blöd.

Wir verzichten vor der Krise, wir verzichten in der Krise, wir verzichten nach der Krise. Diesmal kippen wir einen Tag Urlaub weg. Gut dass er nur im Sommerloch landet.

Peter

Durch die Wirtschaftskrise verschlechtert sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Im Moment ist die Krise jedoch Dank Kurzarbeit und anderer Maßnahmen noch nicht vollständig bei den Arbeitnehmern angekommen.

Jedoch gilt dies nicht für alle Beschäftigte! Denn: viele junge Arbeitnehmer haben schon jetzt ihren Arbeitsplatz verloren. Unter ihnen ist die Arbeitslosenquote dreimal so stark gestiegen wie im Durchschnitt aller Altersklassen.

Nach einer Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) waren im Mai 2009 16 Prozent mehr Menschen im Alter bis 24 Jahre arbeitslos als im Vorjahr. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit aller Altersklassen ist hingegen mit gut 5 Prozent deutlich geringer angestiegen.

Hauptgrund für den deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen ist laut der Studie das Übergangsproblem nach der Ausbildung: Viele Betriebe übernehmen ihre Azubis nicht bzw. bieten ihnen nur kurz befristete Verträge an. Auch die Zahl der Leiharbeitnehmer ist besonders hoch.

Zudem trennen sich die Betriebe zuerst von den neu eingestellten Arbeitnehmern, da sie auf Grund ihrer relativ geringen Betriebszugehörigkeit weniger Kündigungsschutz genießen als ihre Kollegen.

Thomas

Werden wir alle immer gesünder? Das könnte man durchaus meinen, denn nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums lag der Krankenstand in deutschen Betrieben im ersten Halbjahr 2009 bei nur noch 3,24 Prozent und damit so niedrig wie noch nie. Viel Sport, gute Ernährung und wenig Laster also? Verbesserter Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb?

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gibt der Soziologe Ulrich Bröckling einige Erklärungen dazu ab warum dass mitnichten so ist und beschreibt ausserdem recht anschaulich, wie der Trend zu flexibleren und freieren Arbeitszeiten letztlich dazu führen kann, dass der Druck auf die Mitarbeiter stetig zunimmt.

Immer mehr Firmen bieten Annehmlichkeiten wie etwa Freizeitbereiche und ähnliches an. Dazu Bröckling: „Mich interessiert nicht der Kicker oder die Wellness-Oase in einem Betrieb, sondern was den Mitarbeitern abverlangt wird.“

Mit solchen Dingen kann man als Arbeitgeber viel kaschieren und sich ein gutes Image verschaffen. Sicher tun dies nicht alle nur deswegen. Aber man sollte sich dadurch auch nicht blenden lassen. Denn was nützt die noch so schöne freiwillige soziale Leistung oder vermeintlich so tolle Einrichtung, wenn auf der anderen Seite massiv Stress und Druck auf die Mitarbeiter erzeugt wird, was diese letztlich doch nur krank macht.

Peter

von Thomas am 29.06.2009, 16:12 Uhr , Kategorie: Wirtschaftskrise

Die Wirtschaftskrise macht vor allem dem männlichen Arbeitnehmer im Westen Deutschlands zu schaffen. Laut einer Studie von Uta Bauer und Susanne Dähner ist der westdeutsche Mann weit mehr von der Wirtschaftskrise betroffen als eine Frau im Osten des Landes.

Die Arbeitslosenquote ostdeutscher Frauen war im März diesen Jahres um fast 9 Prozent niedriger als im März 2008. Bei Männern in den alten Bundesländern ist die Arbeitslosenquote im Vergleich von Mai 2008 auf Mai 2009 hingegen um über 18 Prozent angestiegen.

Doch was sind die Gründe hierfür? Laut der Studie arbeiteten Frauen in weniger konjunkturanfälligen Dienstleistungssektoren. Zudem habe der Osten Deutschlands insgesamt einen konjunkturellen Vorteil in der Krise, weil die dortige Wirtschaft kleinteiliger und dadurch flexibler sei. Ein weiterer Vorteil für die Arbeitnehmer aus den neuen Ländern sei, dass diese dank der Erfahrungen durch die Wiedervereinigung gelassener mit der Wirtschaftskrise umgingen. So mussten ca. 80 Prozent nach der Wiedervereinigung Beruf oder Arbeitgeber wechseln.

Thomas

Wer oder was genau hat eigentlich die Wirtschaftskrise ausgelöst? Ist diese Frage denn schon beantwortet worden? Ich meine, vielleicht ist es noch zu früh danach zu fragen, also zu einem Zeitpunkt, wo die Folgen für uns alle immer noch nicht ganz klar sind. Dennoch kann man sich ja mal mit diesem Thema beschäftigen. Und wenn man das tut, dann trifft man auf eine bestimmte Meinung ganz besonders häufig: Schuld sei die Raffgier von Managern und Finanzangestellten, die auf den Börsen dieser Welt einfach den Hals nicht voll bekommen haben und auf ein System trafen, das sie dabei unterstützt hat.

Ich gestehe, dass ich ein Sympathisant dieser These bin, spätestens seitdem ich im SPIEGEL vor einigen Monaten einen Artikel über die Geschehnisse bei der amerikanischen Bank Lehman Brothers gelesen habe. Leider gibt es diese Reportage nicht online, denn sie war wirklich äußerst aufschlussreich.

Mir geht es aber um etwas anderes. Ich habe mich gefragt: Wie konnten diese Menschen nur so geldgeil sein und dermaßen verantwortungslos handeln? Eine Antwort darauf gibt nun der Bonner Hirnforscher Christian Elger, und jetzt halten Sie sich bitte fest: „Geldgier ist manchen Menschen angeboren. Geld aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn besonders gut.“ Und bei Berufen wie Finanzmanagern, die ständig damit zu tun haben, ist dieses System im Gehirn halt ständig aktiv.

Ach so ist das!! Die können gar nichts dafür, die sind nur Opfer ihrer selbst. Dieses „Belohnungszentrum“ (hab ich das eigentlich auch???) ist vermutlich so mächtig, dass der Verstand und die Verantwortung sich automatisch verabschieden. Tilt in der Birne. Man kann dann vermutlich nicht mehr klar denken in so einem Moment, wo man vor dem Computer sitzt und per Mausklick schnell ein paar Millionen in eine nebulös-riskante, dafür ungemein verlockende Aktion steckt. Und danach, bekommt man dann einen Kater? Und kommt dann der Moment, wo man wieder klar denken kann oder ist man ständig unter Strom, weil dieses Zentrum im Gehirn immer mehr Belohnung haben will, immer mehr, immer mehr…

Mir kommt diese Erklärung sehr suspekt vor. Ich kann mir das nicht vorstellen. Geldgier, angeboren? Was für Dinge sind denn normalerweise angeboren? Mut, Charisma, bestimmte Talente und Fertigkeiten, Reflexe, Charaktereigenschaften wie wenn jemand jähzornig oder launisch ist, oder auch Fröhlichkeit?

Man kann als Mensch immer an sich arbeiten, manchmal fällt der Anfang recht schwer und es ist mühsam. Charaktereigenschaften ändern, mutiger werden? Ganz ehrlich: das funktioniert, wenn man es wirklich will. Natürlich nicht über Nacht. Aber über Jahre. Das Verhalten von verantwortungslosen und geldgeilen Managern jedoch nun als „angeboren“ zu begründen? Nein danke, das ist nicht überzeugend.

Peter

von Thomas am 22.06.2009, 12:02 Uhr , Kategorie: Wirtschaftskrise

Mit der Wirtschaft könnte es wieder aufwärts gehen!

Erste positive Zeichen dafür sind erkennbar: So ist der Ifo-Geschäftsklimaindex heute zum dritten mal in Folge gestiegen.

Dieser ist ein monatlich vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung erstellter, vielbeachteter Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

Erfreulich ist, dass sich der Index sogar mehr verbessert hat, als dies die Wirtschaftsexperten im Voraus erwartet hatten.

Bleibt zu hoffen, dass es in diese Richtung weiter geht!

Thomas

Das IAB-Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat 15 Jahre lang die Situation von Lehrlingen in Westdeutschland untersucht. Ein Ergebnis davon: Jeder Fünfte wird nach Ende der Ausbildung arbeitslos, in der Wirtschaftskrise sind es bis zu 22 Prozent.

Die meisten derjenigen Azubis, die nicht übernommen werden, schaffen es innerhalb von drei Monaten bei einem anderen Arbeitgeber unterzukommen, verdienen dort aber im Schnitt 20 Prozent weniger als diejenigen Kollegen, die vom ursprünglich ausbildenden Betrieb auch übernommen wurden.

Wer nach drei Monaten noch nicht untergekommen ist, für den wird es statistisch gesehen, immer schwerer: so mussten etwa die Hälfte der Absolventen, die nach insgesamt vier Monaten Arbeitslosigkeit eine Stelle fanden, sogar den Beruf wechseln.

Ein paar Surf-Tipps mit weiteren Infos zu diesem Thema:

Die DGB-Jugend beleuchtet in einem aktuellen und informativen Artikel das Thema „Azubis in der Krise“.

DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy fordert von Betrieben und Arbeitsagenturen entschiedenere Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit.

Und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt auf dieser Webseite alle Vorteile und Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber vor, die Jugendlichen und Auszubildenden eine Chance geben, damit der Fachkräftenachwuchs gesichert bleibt.

Ein wichtiges Thema, das im allgemeinen Tohubawoo der Wirtschaftskrise leider ziemlich untergeht.

Peter

von Peter am 08.06.2009, 13:23 Uhr , Kategorie: Wirtschaftskrise

Nach der Wahl ist vor der Wahl: nie war das deutlicher als bei diesen Europawahlen 2009. Nun sind es nur noch rund drei Monate bis zu den Bundestagswahlen, dem zentralen politischen Großereignis in diesem Jahr. Man könnte somit die Ergebnisse von gestern auch als Qualifying für diesen September einordnen: mit Vollgas konservativ hinein in die Wirtschaftskrise.

Die Reaktionen der Politiker überraschen genauso wenig wie sonst auch. Die Gewinner freuen sich und behaupten mechanisch, der Wähler habe erkannt, dass der eigene Kurs der richtige sei und deswegen werde man diesen auch konsequent weiterverfolgen und so weiter und so fort. Die Verlierer dagegen sind niedergeschlagen und haben ebenfalls etwas erkannt, nämlich dass sie nun richtig anpacken werden, Themen diskutieren, Personen eher nicht (oder vielleicht doch?) um beim nächsten Mal wieder besser zu sein. Das alles ist für den Wähler und das sind ja nun nicht mehr so viele, langweilig wie eh und je.

Für viel interessanter halte ich dagegen das folgende Thema: Warum haben gerade die konservativen Parteien diesmal so gut abgeschnitten? Wir sind angeblich in der heftigsten wirtschaftlichen Depression seit der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre. Hunderttausende spüren das, weil sie bereits arbeitslos wurden oder sich seit einiger Zeit in Kurzarbeit oder sonstigen Übergangslösungen befinden. Gerade soziale Themen müssten deshalb so aktuell wie schon lange nicht mehr sein und entsprechend Gehör finden. Möglicherweise droht ja auch eine Massenarbeitslosigkeit? Wer kann das zur Zeit schon genau vorhersagen? Und dennoch orientieren sich die Wähler zielgenau an denen, die viele der zum Beispiel neoliberalen Ideen, die als Auslöser hinter der Wirtschaftskrise stecken könnten, nachwievor vertreten: also die Union und vor allem die FDP. Das Gegenteil müsste doch eigentlich der Fall sein.

Das ist doch verblüffend, oder? In der ARD hat Wahlmoderator Jörg Schönenborn gestern abend eindrucksvoll gezeigt, wo die SPD ihre Stimmen hin verloren hat: ein paar Hunderttausend dahin, ein paar Hunderttausend dorthin. Alles nicht der Rede wert. Aber ich meine mich zu erinnern, dass es an die acht Millionen Stimmen waren (im Vergleich zur letzten Bundestagswahl), die sie an das Lager der Nichtwähler verloren habe. Acht Millionen!! Das muss man sich mal vorstellen. Das ist die Hauptklientel der Sozis, vor allem Arbeiter und Angestellte, und die sind alle gar nicht erst hingegangen. Und das mitten in dieser Krise, wo man meinen könnte, dass gerade diejenigen, die sich den sozialen Themen besonders annehmen, massiv von denjenigen gestärkt werden, die das unmittelbar am meisten betrifft. Pustekuchen.

Vor etwa einem Monat wurde eine Umfrage des deutschen Bankenverbandes veröffentlicht, wonach bei den Deutschen die Wahrnehmung sozialer Ungerechtigkeit in der Wirtschaftskrise stark abgenommen hat. Ich hab diese Umfrage seitdem hier liegen und wollte auch schon länger was dazu schreiben, denn ich hab mir gedacht, das ist doch Quatsch, das werden wir dann spätestens bei den Europawahlen schon sehen, dass das so nicht stimmen kann. Irrtum! Genau so ist es nämlich. Die Menschen wählen in der Wirtschaftskrise nicht diejenigen, bei denen sie ihre eigenen sozialen Themen gut aufgehoben glauben, sondern diejenigen, bei denen sie den größten wirtschaftlichen Sachverstand vermuten: also Union und FDP. Oder sie resignieren und gehen gar nicht mehr wählen.

In drei Monaten wird es nun richtig ernst. Alles riecht bereits nach einer schwarz-gelben Koalition. Die SPD wird vermutlich aus der Regierung verschwinden. Und anschließend werden dann auch wieder die Klagen über die soziale Ungerechtigkeit massiv ansteigen, wetten?

Peter

Da Männer nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit viel häufiger in sog. konjunkturabhängigeren Berufen arbeiten als Frauen, führt die Wirtschaftskrise nun dazu, dass die Arbeitslosenquote dort stärker ansteigt. Im ersten Quartal nahm sie bei Männern um 0,5 Prozent zu, bei den Frauen dagegen waren es nur 0,1 Prozent. Interessant ist dabei in diesem Zusammenhang, welches Phänomen die Rezession gerade in den USA hervorzurufen scheint: Seit Beginn des Wirtschaftsabschwungs haben dort über 5 Millionen Menschen ihren Job verloren, davon 80 Prozent Männer. Und diese drängen nun scheinbar, weil sie nämlich keine Alternative finden, in sogenannte Frauenberufe. Mit mäßigem Erfolg jedoch bislang. Und so kommt es auch, dass immer mehr Frauen zu Alleinverdienern in der Familie werden (müssen). Wenn da nur nicht die Krux wäre, dass viele Frauen standardmäßig in Teilzeit arbeiten und häufig auch noch schlechter bezahlt werden. Mal sehen, wann die ersten Männer in Frauenberufen auftauchen, den vollen Lohnausgleich fordernd…

Peter

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