Zwar sind die Arbeitsmarktzahlen, die aktuell für den Mai veröffentlicht wurden, nicht ganz so schlecht wie erwartet, manche sprechen sogar davon, dass der bislang ausgefallene Frühjahrsaufschwung jetzt gerade nachgeholt wird. Für die zweite Jahreshälfte erwarten die Experten jedoch, dass es weiter bergab gehen und dass die Zahl der Kündigungen noch deutlich steigen wird. Bei diesen Kündigungen wird es sich dann ganz überwiegend um betriebsbedingte Kündigungen handeln, die dann direkt oder indirekt mit der Wirtschaftskrise und dieser ganzen Misere zusammenhängen.

Betriebsbedingte Kündigung – eine Horrorvorstellung? Erst mal ein uneingeschränktes JA. Es gibt Tausende von Mitarbeitern, die derzeit massive Angst um ihren Job haben, um einen Job, den man in vielen Fällen recht gerne macht. Die Angst um die Arbeit: das geht so richtig ins Existenzielle. Was aber ist zu tun, wenn dieser Fall doch eintritt? Wissen Sie, wie Sie sich dann richtig verhalten? Was Sie dann genau beachten müssen? Hinsichtlich der Kündigung selbst, aber auch hinsichtlich der Folgen? Eine Kündigung, auch eine sich schon abzeichnende, wirkt immer wie ein Schock, beim einen mehr, beim anderen weniger. Damit man aber nicht in eine Schockstarre verfällt, möglicherweise auch falsch handelt oder sogar wichtige Handlungen unterlässt, hat Focus Online einen 10-Punkte-Plan aufgestellt, der umfassend darüber informiert, wie man sich nach Erhalt der Kündigung am besten verhält. Der Artikel beinhaltet auch ein Musterschreiben für eine Kündigungsschutzklage und gibt hilfreiche Tipps zu allgemeinen Fristen, zu Themen wie Arbeitsagentur für Arbeit, Abfindung, Krankenversicherung und vieles mehr, was in diesem Zusammenhang noch wichtig werden kann.

Lese-Tipp: „Der 10-Punkte-Plan für Krisenopfer“ bei Focus online

Peter

Auf Grund der Umweltprämie geht es der Autobranche im Moment trotz Wirtschaftskrise noch relativ gut. Jedoch profitieren nicht alle Autobauer von dem staatlichen Finanzzuschuss.

Denn in knappen Zeiten sind vor allem Kleinwägen gefragt. Diese sind nämlich zu einem besonders günstigen Preis zu haben. Mittel- und Luxusklassewägen bleiben hingegen in finanzschwachen Zeiten eher Ladenhüter. So bleibt z.B. Daimler auf vielen unverkauften Autos sitzen. Die Verkäufe von Autos und Lastwagen sind dort um 34 Prozent eingebrochen.

Nach Auskunft des Bundesamtes für Wirtschaft Ausfuhrkontrolle (BAFA) werden statt dessen vor allem VW-Marken wie Volkswagen, Seat und Skoda verkauft. Auf diese Marken entfallen ca. 27 Prozent aller Abwrack-Anträge. Den zweitgrößten Anteil erzielt mit ca. 10 Prozent Opel.

Die Luxuswagen-Hersteller BMW und Daimler profitieren hingegen kaum von der Abwrackprämie. So entfielen lediglich ca. 2 Prozent der Anträge auf Daimler, unter anderem mit den Konzernmarken Mercedes-Benz und smart, sowie nur 1 Prozent auf BMW.

Die Prämie kann somit den Umsatzrückgang bei Daimler nicht mildern; eine dramatische Absatzkrise besteht.

Um Gegenzusteuern wird es deshalb ab Mai bei 60.000 Daimler-Beschäftigten die Arbeitszeit um 8,75 Prozent ohne Lohnausgleich verkürzt werden. Außerdem soll die ursprünglich für Mai geplante zweite Stufe der Tariferhöhung auf Oktober verschoben werden. Wenigstens schließen sich auch Vorstände und leitende Führungskräfte dem Gehaltsverzicht an: Der Vorstand verzichtet umgerechnet auf zwei Monatsgehälter, leitende Führungskräfte büßen ein volles Monatsgehalt ein. Eine Erfolgsbeteiligung wird es ebenfalls nicht geben.

Mit diesen schmerzhaften Einbußen hat der Gesamtbetriebsrat jedoch erreicht, dass bis 30.06.2010 keine betriebsbedingten Kündigungen erfolgen.

Daimler will mit diesen Maßnahmen versuchen den Umsatzrückgang auszugleichen.

Thomas

Die Zeiten ändern sich. Die Distanz zwischen Betriebsräten und Führungskräften wird offenbar geringer. Ist da etwa eine konstruktive Kommunikation in Sicht? Könnte schon sein. Zumindest wenn man eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung mit dem Titel „Die Leistungsträger – Führungskräfte im Wandel der Unternehmenskultur“ zu Grunde legt. Denn was in manchen Betrieben schon längst an der Tagungsordnung ist, nämlich dass Führungskräfte den Betriebsrat als wichtigen Verhandlungs- und Gestaltungspartner im Betrieb betrachten, das scheint sich langsam aber sicher auch bei einer größeren Zahl von Unternehmen durchzusetzen. Was dahinter steckt? Na, wieder mal die Wirtschaftskrise: „In Zeiten großer wirtschaftlicher Unsicherheit nehmen leitende Angestellte den Wert der betrieblichen Interessenvertretung stärker wahr als zuvor“, meint die Böckler-Stiftung.

Betriebsrat sein ist häufig ein schwerer und zunehmend anspruchsvoller werdender Job. Wo früher prioritätenmäßig höchstens mal die Frage ganz oben stand, wer bei Dienstreisen erster und wer zweiter Klasse fahren darf, da verhandeln Betriebsräte heutzutage über den Erhalt von Tausenden von Arbeitsplätzen. Da freut man sich doch ein wenig, wenn diese Entwicklung von immer mehr gesehen und auch respektiert und anerkannt wird. Scheinbar wohl auch von immer mehr Führungskräften. Ein Hoffnungsschimmer? Na ja, es kommen sicher auch wieder bessere wirtschaftliche Zeiten, und dann werden wir ja sehen, was da so substanzielles dran ist …

Peter

Link zum Ergebnis der Studie bei der Hans-Böckler-Stiftung

von Peter am 23.04.2009, 17:33 Uhr , Kategorie: Kurzarbeit, Wirtschaftskrise

Man liest derzeit viel über Kurzarbeit, vielleicht ist man auch schon davon betroffen, viele Firma denken bereits darüber nach, andere haben sie schon eingeführt: Siemens zum Beispiel hat aktuell 12.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit und will diese Zahl bis Juni auf 19.000 steigern. Bei Continental soll bis Ende April angeblich jeder zweite Beschäftigte in Kurzarbeit sein. Und das sind nur zwei Meldungen vom heutigen Tag.

Die Zahlen, die die Bundesagentur für Arbeit nun vorgelegt hat, beeindrucken und lassen einen erschaudern: Im März 2009 hatten bereits rund 24.000 Betriebe für 670.000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Seit Jahresbeginn kostete dies die Bundesagentur 260 Millionen Euro. Das ist über eine Viertel Milliarde. Allein 173 Millionen davon entstanden nur im März. Trend: stark steigend. Eine wahre Kostenexplosion. Wo soll das hinführen? Die Regierung plant nun, die Förderung des Kurzarbeitergeldes auszuweiten, zum Beispiel durch eine Erweiterung von 18 auf 24 Monate. Aber wie lange geht der Plan noch auf, die Arbeitslosigkeit mit Hilfe der Kurzarbeit zu verzögern und zeitlich nach hinten zu verschieben, in der Hoffnung vom irgendwann kommenden Aufschwung abgefangen zu werden?

Noch ein Lesetipp: „Das Leben ist kurz“ –eine Reportage der taz, die sich mit dem Alltag eines Maschinenschlossers in Kurzarbeit beschäftigt. Diejenigen, die immer noch der Ansicht sind, Kurzarbeit wäre so was ähnliches wie Urlaub (und solche Meinungen gibt es durchaus), die sollten das mal lesen. Die anderen auch.

Peter

von Peter am 17.04.2009, 15:02 Uhr , Kategorie: Allgemein, Wirtschaftskrise

htrh

Vor kurzem brachte die IG Metall eine neue Kampagne auf den Weg. Diese nennt sich „Gemeinsam für ein gutes Leben“ und möchte einen Eindruck vermitteln, was für Menschen, vor allem in ihrer Funktion als Arbeitnehmer, heutzutage wirklich wichtig ist. Erreichen will sie das mit einer großangelegten Befragung, an der sich jeder beteiligen kann. „Heutzutage“ – damit ist auch die Wirtschaftskrise gemeint, deren Wucht immer nachhaltiger zu werden scheint. Die Gewerkschaft will die Ergebnisse der Befragung auf jeden Fall noch vor der Bundestagswahl der Politik vorstellen.

Die Seite bietet eine großangelegte Fragebogenaktion, viele Beiträge über Themen die derzeit im Mittelpunkt stehen wie zum Beispiel Wege aus der Wirtschaftskrise, Beschäftigungssicherung, Leiharbeit und Befristung sowie soziale Sicherheit, ausserdem Infos und Termine zur gewerkschaftlichen „Road-Show“. Schon seit einiger Zeit ist ein Truck in Deutschland unterwegs, der auf Plätzen, Schulen, Universitäten und regionalen Veranstaltungen die Kampagne aus den Betrieben heraus „auf die Straße“ bringen soll.

Ich meine zu der ganzen Aktion: prima Idee, die zwar leider direkt nicht viel bewegen wird, deren mittelbare Wirkung man aber nicht unterschätzen sollte. Denn überall wird derzeit nur schlecht- und miesgeredet, wie furchtbar die Krise noch werden wird, wieviel Arbeitslose undsoweiter und dieses ganze Gerede hat sicherlich auch mit einen gewissen Anteil daran, dass es tatsächlich dann noch schlechter kommt, als es eigentlich ist (Stichwort: selbsterfüllende Prophezeiung). Die IG-Metall-Kampagne ist dagegen sehr positiv besetzt, sie fragt nach den eigentlichen Werten der Menschen und danach, was wichtig ist in unserem Leben. Und dazu noch ein auf der Webseite veröffentlichtes Statement von Wolfgang Walter, Betriebsratsvorsitzender im Siemens-Messgerätewerk Berlin: „Wir brauchen eine Politik, die den Menschen wieder in den Vordergrund stellt.“ So ist es!

Peter

Link zur IG Metall-Kampagne „Gemeinsam für ein gutes Leben“

Wie sieht es aktuell auf dem Lehrstellenmarkt aus? Die Industrie- und Handelskammern haben deutsche Unternehmen befragt und herausgefunden, dass im kommenden Herbst voraussichtlich zehn Prozent weniger Lehrstellen angeboten werden. Die Wirtschaftskrise wird somit auch zur großen Herausforderung für den Ausbildungsmarkt, so DIHK-Chef Martin Wansleben. Besonders betroffen sollen Regionen sein, die stark vom Export abhängig sind, wie etwa Bayern und Baden-Württemberg. Jedes vierte Unternehmen plant angeblich eine Verringerung der Anzahl der Ausbildungsplätze.

Aber vielleicht macht das ja gar nichts? Denn auf Grund der geburtenschwachen Jahrgänge (Stichwort: Demografischer Wandel) geht auch die Zahl der Bewerber aktuell zurück. In Ostdeutschland etwa gibt es 2009 15,5 Prozent weniger Schulabsolventen als noch im Vorjahr. Martin Wansleben dazu: „Der demografische Wandel ist da und wird konkret.“

Dass es hier zu einer Art „Nullsummenspiel“ kommt, kann sich Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende dagegen nicht vorstellen. Sie sorgt sich über den prognostizierten Rückgang der Lehrstellen und will kaum glauben, dass sich die Zahlen hier die Waage halten werden. Stattdessen fordert sie die Industrie- und Handelskammern auf, tatkräftig bei den Arbeitgebern um Lehrstellen zu werben.

Letztes Jahr wurden im Rahmen des Ausbildungspaktes über 86.000 zusätzliche Lehrstellen geschaffen. Das war der richtige Weg. Der Ausbildungsbonus, über den in diesem Blog schon hier und auch hier geschrieben wurde, ist von den Unternehmern dagegen nur schleppend angenommen worden. Ich bin der Meinung, man darf bei diesem ganzen Thema Ausbildung kein bißchen nachlassen. Gute und umfassende Ausbildungen sind das A und O der persönlichen beruflichen aber auch unserer gemeinsamen wirtschaftlichen Zukunft. Bei der Umfrage der DIHK kam heraus, dass jedes siebte Unternehmen sogar Ausbildungsplätze aufbauen will. Trotz der Krise! Genau das ist der richtige Weg. Natürlich nur, solange die Azubis nicht als Billig-Arbeitskräfte mißbraucht werden. Und das ist leider oft der Fall. Die Krise entbindet Arbeitgeber nämlich nicht von ihrer sozialen Verantwortung. Auch wenn dies sicherlich momentan sehr verlockend erscheint. Betriebsräte sollten deshalb ihren Arbeitgebern beim Thema Ausbildung weiterhin genau auf die Finger schauen. Auch wenn es in vielen Unternehmen einen Einstellungs-Stopp gibt: Dies sollte nicht für den Ausbildungsbereich gelten. Die Folgen wären langfristig für uns alle fatal!

Peter

von Peter am 02.04.2009, 16:04 Uhr , Kategorie: Lohn und Gehalt, Wirtschaftskrise

Für viele Arbeitnehmer war das vergangene Jahr lohntechnisch recht lohnend. Um durchschnittlich 2,3 Prozent stiegen die Bruttolöhne. Zuletzt gab es im Jahr 1995 so viel, also vor 13 Jahren. Damals konnte man sich über ein durchschnittliches Lohn-Plus von 3,1 Prozent freuen.

Nun ist es recht doof, wenn man trotz mehr Geld letztlich weniger Geld hat. Wie das gehen soll? Der starke Anstieg der Lebenshaltungskosten ist daran schuld. Diese stiegen 2008 im fünften Jahr in Folge wieder schneller als die Verdienste, und deswegen war unterm Strich weniger Knete im Portmonnaie.

Paradox: 2009 erwischt uns die Wirtschaftskrise und obwohl nun viele denken, dass es da gar nicht mehr Geld geben kann, wird vermutlich genau das Gegenteil eintreten. Daran ist erneut die Inflation schuld. Die hat ihren Höhenflug nämlich soeben beendet und ist gerade dabei, ziemlich flott im Keller zu verschwinden. Die Lebenshaltungskosten werden somit in diesem Jahr unter den zu erwartenden Lohnzuwächsen liegen, weswegen die meisten dann eben doch mehr Geld zur Verfügung haben. Trotz der Krise. Wenn da nur die Krise nicht allen noch einen gehörigen Strich durch die Rechnung macht.

Peter

Nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ sind auch die Bezüge der Dax-Vorstände in Folge der Wirtschaftskrise kräftig gesunken. Und das zum ersten mal seit fünf Jahren.

Hatten die Top-Manager 2007 noch ein durchschnittliches Jahreseinkommen von fast 3 Millionen €, so waren es im letzten Jahr „nur noch“ 2.305.000,- €; immer noch eine unglaublich hohe Summe – aber dennoch ein Rückgang von über 20%.

Aktionärsschützer und Berater loben diese Entwicklung. Auch ich denke im Angesicht der Wirtschaftskrise ist dies mehr als nur gerecht – aber nur ein Anfang: Das Einkommen der Dax-Vorstände sollte noch deutlicher der wirtschaftlichen Lage angepasst werden.

Nur wen es interessiert: Top-Verdiener im letzten Jahr war Herr Peter Löscher von Siemens mit einer Gesamtvergütung von 9,84 Millionen €. Das sind ca. 820.000 € im Monat und bei einer 40-Stunden-Woche entspräche dies einer durchschnittlichen Vergütung von 5.125,- € pro Stunde. Einfach Unglaublich!

Thomas

Die EU-Kommission hat kürzlich ihre offiziellen Zahlen zur Kinderarmut vorgelegt. In Deutschland liegt diese Quote bei rund 12 Prozent, somit ein wenig unter dem europaweiten Durchschnitt von 19 Prozent. Es dürfte etwa 2,5 Millionen Kinder hierzulande geben, die mit dem Sozialhilfeniveau von 207 Euro pro Monat oder noch weniger auskommen müssen. EU-Kommissar Vladimir Spidla: „Kinderarmut ist eine große gesellschaftliche Herausforderung. Sie schmälert die Chancen für eine gute Zukunft, denn arme Kinder seien schlechter in der Schule und anfälliger für kriminelle Taten.“

Die Wirtschaftskrise könnte nun diese bedauernswerte Situation noch deutlich verschärfen. Darauf weist Heinz Hilgers, der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes gegenüber der Süddeutschen Zeitung hin: „Viele der Eltern, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren, werden in einem Jahr von Hartz IV leben“. Immer mehr Kinder würden deswegen in sozial schwächeren Familien aufwachsen. Die ganzen Konjunkturprogramme gingen in eine falsche Richtung: Die Regierung investiere nur in Steine statt in junge Menschen. So werde eine neue Generation von Leistungsempfängern herangezüchtet.
Hilgers fordert eine Kindergrundsicherung in Höhe von 330 Euro pro Monat. Dabei müssten aber zugleich alle Bildungsinstutionen von der Kindertagesstätte bis hin zur Universität kostenlos sein.

Bei diesen Forderungen geht es um viel Geld, das müsste alles erst mal finanziert werden. Die Frage ist, wie so oft: woher soll das ganze Geld kommen? Die Antwort: es wird keines da sein. Das kann sich ja jeder denken, der eins und eins zusammenzählt: Sicher wird irgendwann das Kindergeld mal wieder um ein paar Euro erhöht und vielleicht gibt es auch eine Sonderzahlung wie dieses Jahr die Schulbeihilfe von 100 Euro. So paradox es auch klingen mag: Kinderarmut bzw. das was man darunter versteht, wird sich mit dem Einsatz von Geld auf breiter Front nie so richtig bekämpfen lassen. Angesetzt werden sollte dagegen, wie bei so vielen anderen Dingen auch, unbedingt direkt im Bewußtsein der Gesellschaft: erst wenn uns unsere Kinder nicht mehr nerven, weil sie laut sind, Dreck machen und man sie lieber nicht neben sich wohnen haben will, erst wenn sich hier etwas in der Einstellung ändert, dann wird sich auch insgesamt eine Verbesserung einstellen. Dann steht zwar immer noch nicht mehr Geld zur Verfügung, aber die „gefühlte“ Kinderarmut wird sinken. Und das wäre schon ein toller Erfolg. Ganz bestimmt!

Peter

Gestern hielt Bundespräsident Horst Köhler in der Berliner St.-Elisabeth-Kirche seine „Berliner Rede“.

Dabei ging er vor allem auf die Finanz- und Wirtschaftskrise ein, die er als eine „Bewährungsprobe für die Demokratie“ bezeichnete. Jetzt seien die großen Räder gebrochen, und wir erlebten eine Krise, deren Ausgang das 21. Jahrhundert prägen könne, so Köhler. Nach Meinung des Bundespräsidenten kann die Krise aber zum Guten führen, wenn wir aus dem Schaden klug werden.

Gerade für uns Deutsche als Exportweltmeister ist die weltweite Rezession gefährlich, da die Aufträge aus dem Ausland mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit wegbrechen.
Ein Ausstieg aus der Globalisierung sei aber nicht machbar, da dies laut Köhler in kürzerster Zeit unseren Wohlstand vernichten würde.

Die große Chance in der Krise stecke gerade darin, dass wir nun alle erkennen, dass die Menschheit zusammen in einem Boot sitzt und sich gegenseitig unterstützen muss. Denn nur wenn es anderen gut geht, kann es auch uns selbst gut gehen. „Eigennutz im 21. Jahrhundert heißt: sich umeinander kümmern:“

Bundesregierung und Bundestag bescheinigte der Bundespräsident Handlungsfähigkeit. Denn gerade in der Krise hätten sie „kurzatmigen Aktionismus vermieden“.

In der Berliner Rede bekräftigte er, dass gerade jetzt ein Festhalten an unserer Sozialen Marktwirtschaft wichtig ist, denn diese sei nicht nur eine Wirtschafts- sondern auch eine Werteordnung: „Sie vereinigt Freiheit und Verantwortung zum Nutzen aller“.

Zufriedenheit soll nicht länger nur von einem quantitativen „Immer Mehr“ abhängig gemacht werden. Sparsamkeit soll Ausdruck von Anstand werden.

Abschließend fügt Bundespräsident Köhler mit Blick auf den Ort der Rede, die nach dem Krieg nun wieder aufgebaute St.-Elisabeth-Kirche hinzu: „Meine Damen und Herren, schauen Sie sich um in dieser Kirche. Sie spricht zu uns bis heute über das Werk der Zerstörung, das Menschen anrichten können. Aber sie sagt auch: Wir können immer einen neuen Anfang schaffen. Es liegt an uns.

Thomas

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