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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist ein ernstes Thema. Damit gemeint sind unter anderem sexualisierende Bemerkungen und Handlungen, die entwürdigend bzw. beschämend wirken, unerwünschter körperlicher Kontakt, Annäherungen in Verbindung mit Versprechen von Belohnungen und/oder Androhung von Repressalien. Leider wird darüber gerne geschweigen. Von Betroffenen, aber auch von Arbeitgebern. Und das geht gar nicht. Denn Letzterer hat eine Fürsorgepflicht und sollte sich offen gegen sexistische Tendenzen im Arbeitsalltag stellen. Dass es diese tatsächlich gibt, zeigen die Zahlen der dbb Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst 2018, die vom Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt wurde.

Der dbb ist die große deutsche Interessenvertretung für Beamte und Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst und im privaten Dienstleistungssektor. Nach dieser Umfrage haben 26% aller abhängig beschäftigten Frauen in Deutschland Formen sexueller Belästigung oder sexistischen Verhaltens im Arbeitsumfeld sich selbst gegenüber erlebt, 19% bei Kolleginnen.

Darüber hinaus gibt mehr als die Hälfte (52%) aller benachteiligten Frauen an, wegen ihres Geschlechts am Arbeitsplatz diskriminiert worden zu sein. Woran machen sie das fest? 55% aller Betroffenen haben angeblich eine Stelle nicht bekommen, weil sie weiblich sind. Auch bei der Vergabe von Aufgaben (30%) oder bei Gehaltserhöhungen (21%) und Beförderungen (15%) fühlten sich die Beschäftigten gegenüber ihren männlichen Kollegen diskriminiert.

Vorsitzende des dbb verlangen, dass Führungskräfte in Betrieben und Dienststellen intensiv zur Prävention von sexueller Gewalt fortgebildet und gezielte Maßnahmen zur Förderung einer diskriminierungs- und sexismusfreien Kultur vor Ort umgesetzt werden. Auch von der Reform des Antidiskriminierungsgesetzes ist die Rede, um den Opfern besser den Rücken stärken zu können. Am wichtigsten ist: Raus mit dem Thema aus der Tabuzone!

Und was ist Ihre Rolle als Betriebsrat, wenn es auch in Ihrem Betrieb Fälle von sexueller Belästigung gibt? Mehr dazu lesen Sie hier.



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 12. Februar 2019 um 14:54 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Frauen im Beruf, Gleichberechtigung, Mobbing abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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