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Die globale Erwärmung hat unangenehme Auswirkungen – in vielerlei Hinsicht. Noch nie zuvor gab es hierzulande so heiße Tage. Das Büro wird zur Sauna, das schlaucht – doch was ist eigentlich mit den Arbeitnehmern, die bei diesen extremen Temperaturen im Freien arbeiten müssen? Hier ist das Leiden um einiges ärger. Und nicht nur das: Auch die Auswirkungen sind immens.

Mehr als 40.000 Fehltage wegen Hitze und Sonnenlicht

Etwa jeder siebte Beschäftigte in Vollzeit (14 Prozent) verbringt mehr als die Hälfte seiner Arbeitszeit im Freien, so die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. UV-Strahlung und hohe Temperaturen machen ihnen besonders zu schaffen. Hitzschlag, Sonnenstich sowie Hauterkrankungen sind die Folgen und haben in den vergangenen Jahren für bis zu 40.000 Fehltage bei gesetzlich Versicherten gesorgt, Tendenz steigend. Vor rund 10 Jahren waren es nur 18.000 pro Tag .

Grüne schmieden „Hitzeaktionsplan“

Wie so oft in extremen Situationen fordern Aktionsplaner auch dementsprechend extreme Maßnahmen. Hitzefrei gibt es in Deutschland für Arbeitnehmer grundsätzlich nicht. Doch angesichts der außerordentlichen Belastungen durch die hohen Temperaturen fordern jetzt die Grünen ein Recht auf Homeoffice für alle Beschäftigten, sofern dem keine betrieblichen Gründe entgegenstehen. Und wer im Freien arbeitet, soll bei gesundheitsgefährdender Hitze sogar ein Recht auf Hitzefrei haben. Auf der Arbeitgeberseite sorgen diese Forderungen natürlich für Unmut. Es sei Aufgabe der Betriebe, individuelle Maßnahmen zu treffen. Eine staatliche Regelung sei deshalb nicht der richtige Weg. Außerdem müsse anfallende Arbeit erledigt werden, so der CDU-Wirtschaftsrat. Nicht anders könne unsere Wirtschaft funktionieren. Dementsprechend sei ein Recht auf Hitzefrei „realitätsfern“.

Schutz vor UV-Strahlung verbessert

Immerhin: Am 18.07.2019 trat die Zweite Verordnung zur Änderung der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) in Kraft. Hierin ist geregelt, dass künftig für Mitarbeiter bei Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde oder mehr je Tag die Vorsorge vom Arbeitgeber angeboten werden muss. Die Belastung durch natürliche UV-Strahlung soll so gering wie möglich gehalten werden zum Beispiel durch Sonnensegel oder Verlagerung der Arbeitszeit.



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 06. August 2019 um 08:26 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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