von Ines am 04.03.2019, 14:49 Uhr , Kategorie: Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz
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Die sogenannte Telemedizin ist seit 2018 in Deutschland zugelassen. Sie ermöglicht die Diagnostik und Therapie von Krankheiten, ohne dass sich Patient und Arzt persönlich vor Ort sehen. Und nicht nur das. Sie ist auch die Basis für einen neuen Service, der jetzt Krankschreibung per WhatsApp erlaubt – allerdings nur bei Erkältungen.

Hierbei handelt es sich um ein Onlineangebots eines Hamburger Start-ups, der AU-Schein GmbH. Diese stellt ein Internetportal bereit, über das Ärzte Patienten mit Erkältungssymptomen per Handy helfen. Der Erkrankte muss zunächst ein Formular ausfüllen, in dem die typischen Erkältungssymptome abgefragt werden. Die weitere Kommunikation mit einem Arzt und die Krankmeldung erfolgt dann über einen verschlüsselten Messenger-Dienst. Laut aerzteblatt.de seien Erkältungen für Telemedizin optimal geeignet, da sie in der Regel ungefährlich und für den Arzt meinst auch ohne persönlichen Kontakt diagnostizierbar seien. Patienten, bei denen laut dieser Angaben möglicherweise eine Grippe vorliegt, erhalten übrigens keine Krankschreibung auf diesem Wege – sie müssen persönlich vorstellig werden.

Die Krankmeldung ohne Arztbesuch kostet 9 Euro und kann, um Tricksereien keinen Vorschub zu leisten, nur zweimal im Jahr genutzt werden. Das Kassen und Arbeitgeber die WhatsApp-Krankschreibungen anerkennen, ist dabei nicht selbstverständlich. Laut Ärztekammer sei hier erst die rechtliche Grundlage des Onlineangebots zu klären.



Dieser Beitrag wurde am Montag, 04. März 2019 um 14:49 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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3 Comments »

  1. Im Prinzip eine gute Sache und gleichzeitig ein Schlag ins Gesicht für die Digitalisierung in diesem Land. Insbesondere die öffentliche Hand, Behörden oder eben Krankenkassen sind hier imho rückständig. Einen merkwürdigen Beigeschmack hat es aber irgendwie schon sich per Telemedien krank schreiben zu lassen. Wüsste nicht ob ich es in Anspruch nehme wenn man bedenkt was mit Daten so alles angestellt wird und an wen sie verkauft werden.

    Kommentar von: Ulli – am 09. März 2019 um 21:23

  2. Krankschreibung für rd. 1 Woche per WhatsApp. Tolle Sache für Sofahocker und Simulanten. Wesentlich gravierender ist jedoch der Schutz persönlicher Daten. Sichere Kanäle sind nicht gewährleistet. Jeden Arzt, der hier mitmacht, ist m.E. nicht seriös, sondern nur auf bequeme Weise auf den (Kranken-)Schein aus.
    Ein Verstoß gegen das BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) kann nicht nur teuer werde, sondern verschafft manchem auch Gelegenheit, in einer ruhigen staatlichen Ecke längere Zeit darüber nachzudenken.

    Kommentar von: Jürgen – am 13. April 2019 um 17:45

  3. Würde ich dennoch niemals tun. Ob Fortschritt, oder Digitalisierung (dieses mittlerweile doch recht ausgelutschte Wort), es wäre ein weiterer Schritt hin zu einer völligen \“Entmenschlichung\“ oder \“Technisierung der Individuen\“. Nun mag das bei vergleichsweise \“simplen\“ Erkrankungen noch akzeptabel sein, bei bereits etwas schwerwiegenderen Fällen sollte es ein absolutes \“No-Go\“. sein. Ein individueller Kontakt zwischen Arzt und Patient ist dann unerlässlich. Digitaliserung hin oder her, seinen individuellen Geist sollte der Mensch nicht völlig aufgeben. Darüberhinaus ist auch der datenschutzrechtliche Faktor zu beachten. Schließlich ist Digitalisierung in erster Linie zunächst einmal ein \“Geschäftsmodell\“ um Kosten und Personalbedarf zu senken.

    Kommentar von: Dirk Linnerkamp – am 22. Mai 2019 um 10:06

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