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Krankschreibung per WhatsApp

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Die sogenannte Telemedizin ist seit 2018 in Deutschland zugelassen. Sie ermöglicht die Diagnostik und Therapie von Krankheiten, ohne dass sich Patient und Arzt persönlich vor Ort sehen. Und nicht nur das. Sie ist auch die Basis für einen neuen Service, der jetzt Krankschreibung per WhatsApp erlaubt – allerdings nur bei Erkältungen.

Hierbei handelt es sich um ein Onlineangebots eines Hamburger Start-ups, der AU-Schein GmbH [1]. Diese stellt ein Internetportal bereit, über das Ärzte Patienten mit Erkältungssymptomen per Handy helfen. Der Erkrankte muss zunächst ein Formular ausfüllen, in dem die typischen Erkältungssymptome abgefragt werden. Die weitere Kommunikation mit einem Arzt und die Krankmeldung erfolgt dann über einen verschlüsselten Messenger-Dienst. Laut aerzteblatt.de seien Erkältungen für Telemedizin optimal geeignet, da sie in der Regel ungefährlich und für den Arzt meinst auch ohne persönlichen Kontakt diagnostizierbar seien. Patienten, bei denen laut dieser Angaben möglicherweise eine Grippe vorliegt, erhalten übrigens keine Krankschreibung auf diesem Wege – sie müssen persönlich vorstellig werden.

Die Krankmeldung ohne Arztbesuch kostet 9 Euro und kann, um Tricksereien keinen Vorschub zu leisten, nur zweimal im Jahr genutzt werden. Das Kassen und Arbeitgeber die WhatsApp-Krankschreibungen anerkennen, ist dabei nicht selbstverständlich. Laut Ärztekammer [2] sei hier erst die rechtliche Grundlage des Onlineangebots zu klären.