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Männer – das vernachlässigte Geschlecht

Gestern wurde in Berlin der erste „Deutsche Männergesundheitsbericht [1]“ vorgestellt. Das Ergebnis: Männer sind das vernachlässigte Geschlecht! Ihre Lebenserwartung liegt rund fünfeinhalb Jahre unter der von Frauen, ihre psychischen Erkrankungen bleiben oft unerkannt und ihre Selbstmordrate liegt deutlich höher als beim weiblichen Geschlecht.

Ein Grund für die unerkannten psychischen Erkrankungen liegt laut der Sozialwissenschaftlerin Anne Maria Möller-Leimkühler darin, dass Männer aus Angst vor einer Stigmatisierung keine Hilfe in Anspruch nehmen. Resultate sind dann oft Alkohol- und Drogenabhängigkeit sowie Gewaltausbrüche.

Auch die Arbeitswelt belastet die Männergesundheit. Dies liegt zum Teil daran, dass Männer häufiger in Berufen arbeiteten, in denen es zu Unfällen und Verletzungen kommen kann, hat aber auch damit zu tun, dass bei Männern Selbstausbeutung und Mehrarbeit verbreitet sind.

Bundesfamilienministerin Christina Schröder [2](CDU) kündigte an, Rahmenbedingungen schaffen zu wollen, damit Männer gesünder leben können. Sie nannte die Förderung von 30- oder 35-Stunden-Wochen in den Arbeitsverträgen und die Bekämpfung der „Präsenzkultur“ – dabei wird vom Arbeitnehmer erwartet, dass er über die festgelegte Arbeitszeit hinaus am Arbeitsplatz verweilt. Männer setzen sich gerade am Arbeitsplatz häufig unter Druck und das schadet der Gesundheit.

Natürlich sind die Männer an ihrer schlechten Gesundheitslage nicht ganz unschuldig. Sie ernähren sich z.B. deutlich ungesünder als Frauen: Sie trinken viel Alkohol und lieben Fast Food; wie eine ebenfalls gestern veröffentlichte Forsa-Umfrage [3]beweist.

Mein Appell: Männer nehmt Eure Gesundheit ernster! Denn wie heißt es so schön: Ein gesunder Mensch hat viele Wünsche, ein kranker nur einen!

Thomas