von Kunz Marina am 22.01.2019, 08:00 Uhr , Kategorie: Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz
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Die Bundesregierung hat im Dezember 2018 den aktuellen Bericht zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit vorgelegt. Demnach hat im Berichtszeitraum (2017) die Häufigkeit meldepflichtiger Arbeitsunfälle den niedrigsten Stand seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland erreicht.

Die Zahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle ist gegenüber dem Vorjahr zwar nur leicht gesunken (- 0,3%), im 20 Jahres Vergleich hat sich die Anzahl jedoch mehr als halbiert (von über 40 meldepflichtigen Arbeitsunfällen auf 1000 Vollbeschäftigte auf knapp 20). Bund, Länder und Unfallversicherungsträger haben die Prävention gestärkt. Das relative Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, hat abgenommen (-3,5% im Vergleich zum Vorjahr). Auch wenn die Zahl an tödlichen Arbeitsunfällen 2017 leicht anstieg, ist im Zeitraum der letzten vier Jahre ein Rückgang um knapp 12% zu verzeichnen.

Dafür ist die Anzahl an Wegeunfällen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5% und im Zeitraum der letzten vier Jahre um 9,5% gestiegen. Gerade im Winter lauern Gefahren durch Schnee und Glätte. Bei den schweren und tödlichen Wegeunfällen ist eine Abnahme erkennbar.

Aus diesem Bericht geht weiter hervor, dass der Anteil der Betriebe, die denken, dass in ihrem Vorschriften- und Regelwerk die Pflichten des Arbeitgebers im Arbeitsschutz klar geregelt sind, bei rund 82 Prozent liegt. In 80 Prozent der Betriebe werden demnach Unterweisungen durchgeführt, in kleinen Betrieben etwas seltener als in großen Betrieben.

Betriebsräte haben übrigens starke Mitbestimmungsrechte zum Thema Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit. Die entsprechenden Einflussmöglichkeiten und das nötige Wissen, lassen sich in entsprechenden Seminaren zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz erwerben. Anschließend können Betriebsräte aktiv unterstützen, um ausreichenden Arbeitsschutz im Betrieb zu verankern und die Arbeitssicherheit für die Beschäftigten zu erhöhen.

Insgesamt arbeiten rund 93 Prozent der Beschäftigten in Betrieben, die Unterweisungen zum Arbeitsschutz durchführen. In Summe schätzen knapp 70% der befragten betrieblichen Akteure ihren Kenntnisstand zu den gesetzlichen Arbeitsschutzregelungen insgesamt als (eher) hoch ein.

Warum gibt es überhaupt einen Bericht zu Berufsunfällen und -krankheiten? Die Bundesregierung hat einen gesetzlichen Auftrag, dem Bundestag jährlich über die Entwicklungen von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu berichten. Das ist in § 25 Abs. 1 SGB VII festgeschrieben.



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 22. Januar 2019 um 08:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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