Neue Förderungsmöglichkeiten in der Weiterbildung – rücken Sie als Betriebsrat die Mitarbeiterfortbildung jetzt in den Fokus Ihres Unternehmens!

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Wird es Ihren Arbeitsplatz oder den Ihrer Kollegen in 10 oder 20 Jahren so noch geben? Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt kostet schon heute so manchen Job. Derzeit testet z.B. Amazon den Einsatz von Packrobotern, die deutlich schneller und effizienter arbeiten als ein menschlicher Angestellter. Vor allem gering Qualifizierte laufen Gefahr, in Zukunft von Maschinen oder Robotern ersetzt zu werden. Gleichzeitig bringt die digitale Transformation auch zahlreiche neue Arbeitsplätze mit sich, für die gut ausgebildete Mitarbeiter gebraucht werden.

Weiterbildung war also noch nie so wichtig wie in der heutigen Zeit! Nicht jeder kann es sich aber leisten, am Wochenende oder nach der Arbeit die zusätzliche Zeit und das Geld für weiterbildende Kurse aufzubringen. Und auch viele Arbeitgeber investieren ihr Geld und die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter nur ungern in Weiterbildungen.

Mit dem Qualifizierungschancengesetz (seit dem 1. Januar 2019 in Kraft) möchte die Bundesregierung das jetzt ändern.  

Was ist das Qualifizierungschancengesetz?

Kurz gesagt: Das neue Gesetz fördert die Weiterbildung von Arbeitnehmern, die sich für die neuen Aufgaben von Arbeit 4.0 fit machen möchten. Dadurch sollen Unternehmen und Arbeitnehmer besser auf den Wandel der Arbeitswelt vorbereiten werden. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt, unter bestimmten Voraussetzungen, die Kosten für die Weiterbildung und Lohnkostenzuschüsse bei freigestellten Arbeitnehmern.

Voraussetzungen für die Förderung der Weiterbildung

Ob und in welcher Höhe eine Weiterbildung bezuschusst wird, hängt von einer Reihe von Kriterien ab. Zuschussberechtigt ist eine Weiterbildung, wenn

  • die Berufsausbildung des Mitarbeiters mindestens vier Jahre zurückliegt
  • die letzte Weiterbildung mindestens vier Jahre her ist
  • die Weiterbildung Fähigkeiten vermittelt, die nicht nur für die aktuelle Position des Mitarbeiters nützlich sind, sondern darüber hinausgehen
  • die Weiterbildung von einem externen, für die Förderung zugelassenen Bildungsträger durchgeführt wird
  • die Weiterbildung mehr als vier Wochen dauert (mehr als 160 Stunden)

Je nach Größe des Betriebs werden die Kosten für die Weiterbildung ganz oder nur teilweise übernommen. Bei Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten werden die Kosten voll übernommen, ab 11 bis 249 Mitarbeitern wird die Hälfte erstattet und bei bis zu 2500 Mitarbeitern ein Viertel. Bei größeren Unternehmen übernimmt die Bundesagentur 15 Prozent der Kosten. Den Wortlaut des Gesetzes finden Sie hier.

Hat jeder Arbeitgeber ein Recht auf Weiterbildung?

Nein. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Als Arbeitnehmer müssen Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber über die Weiterbildungsmaßnahme einigen. Sie haben aber einen gesetzlichen Anspruch auf Weiterbildungsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit.

Mitbestimmung des Betriebsrats bei der Weiterbildung

Berufliche Weiterbildung ist auch Sache des Betriebsrats. Und die neue Förderung erleichtert es sicher manchem Betriebsrat, „weiterbildungsmüde“ Arbeitgeber von Fortbildungen zu überzeugen. Welche Mitbestimmungsrechte der Betriebsrat in diesem Bereich hat und wie die Entwicklung eines Weiterbildungskonzepts im Einzelnen aussehen kann, lesen Sie im Artikel „Betriebsrat als Bildungsmotor“ in unserer online Zeitschrift „der betriebsrat“.

Seminare zum Thema:

Weiterbildung als wichtige Zukunftsaufgabe des Betriebsrats

Personalentwicklung und Mitarbeiterförderung




Dieser Beitrag wurde am Freitag, 28. Juni 2019 um 10:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Digitalisierung, Gesetzesänderungen, Industrie 4.0 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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