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Falschgeldalarm: Bei Blüten blüht die Kündigung!

Wer als Arbeitnehmer eine Kasse führt, muss besonders sorgsam damit umgehen! Dies bekam eine Arbeitnehmerin aus Nordrhein-Westfahlen zu spüren: Sie verwaltete eine Kasse, in der sich dilettantisch gefälschte Geldscheine in der Gesamthöhe von 650,- € befanden. Die „Blüten“ waren ohne Weiteres als solche zu erkennen, da Vor- und Rückseite offenkundig zusammengeklebt waren, die Scheine farblich nicht den echten Geldscheinen entsprachen und die Ränder ungleichmäßig waren.

Deshalb durfte der Arbeitgeber davon ausgehen, dass die Arbeitnehmerin selbst das Falschgeld in die Kasse geschmuggelt hat und den entsprechenden Gegenwert in originalen Geldscheinen entnommen hat. Die Verdachtskündigung ist wirksam (LAG Hamm 26.8.2010, 17 Sa 537/10 [1]). Nach Ansicht der Richter ist es auf Grund der jedermann sofort auffallenden Geldfälschungen nicht nachvollziehbar, warum die gekündigte Arbeitnehmerin nicht sofort ihren Arbeitgeber über die Blüten informiert hat.

Thomas